Engineering im Mittelpunkt

Nicht erst die Studie von Michaela Rothhöft mit dem Titel \’Engineering-Prozess 2012\‘ hat es ans Tageslicht gebracht: Es gibt in diesem Bereich massiven Handlungsbedarf. Die systematische Erarbeitung der Studie hat die wichtigen Themenbereiche identifiziert und konkrete Schwachstellen aufgezeigt. Die Unterstützung des VDMA-Arbeitskreis-Steuerungstechnik hat die Studie auf eine breite Themenbasis gestellt. Programmierung Eines der Themen der Studie ist die Programmierung von Steuerungssystemen. Allerdings kann dies in der Zwischenzeit nicht mehr so eng gefasst werden, da die Programmierung von Antrieben, Motion-Control-Steuerungen und auch die Erstellung der Visualisierung inzwischen eng miteinander verknüpft sind. Interessanterweise zeigt die Studie, dass noch erstaunlich häufig in den klassischen SPS-Sprachen programmiert wird. Wobei sich genau an dieser Stelle die Frage stellt: Welche Funktion wird in welcher Sprache programmiert? In der Summe betrachtet erstaunt es schon, dass sich Hochsprachen und das objektorientierte Programmieren nur vergleichsweise langsam durchsetzen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass man ab einer gewissen Komplexität der Projekte nicht mehr an diesen Programmiertechnologien vorbei kommt. In Sachen Programmierung zeigt sich zudem immer wieder, dass die Themen \’Programmieren im Team\‘ und \’Versionsverwaltung\‘ immer noch nicht befriedigend gelöst sind. Interdisziplinär Eine Studie hat erst jüngst aufgezeigt, dass jedes Unternehmen in Deutschland über viele Terrabyte an Daten verfügt, dass diese aber nur unzureichend genutzt werden. Im Fall der Produktion mit Maschinen und Anlagen ist es so, dass die Schnittstellen zwischen den einzelnen Disziplinen und Systemen einen einheitlichen und durchgängigen Datenfluss verhindern. Daten müssen mehrfach und aufwändig in die Hand genommen und aufbereitet werden, bevor sie von System zu System fließen können. Angefangen bei SPS-Software, mechanischem und elektrischem CAD über den Datenfluss durch die Maschine bis hin zu den Testsystemen. Standards wie beispielsweise OPC (UA) und AutomationML versuchen diesem Mangel zu entgegnen, haben dies aber bislang nur bedingt erreicht. Diskussionsrunde in Nürnberg Der VDMA wird sich in Nürnberg diesem gesamten Themenkomplex intensiv im Rahmen einer Diskussionsrunde widmen, die von mir moderiert werden wird. Diskussionsteilnehmer sind neben Frau Rothhöft als Urheberin der Studie Experten aus den unterschiedlichen Bereichen des Automatisierungsengineerings. Sie sind herzlich dazu eingeladen, diese Runde zu verfolgen und sich anschließend aktiv in Form von Fragen einzubringen. SPS IPC Drives Di. 27.11.2012, 13:00 Uhr Halle 4A Stand 541