Übrigens ist P8 noch nicht alles, was es an neuen Großprojekten bei Eplan gibt: Eine neue Entwicklungsplattform ermöglicht die Integration von verschiedenen – heute noch getrennten Disziplinen – also z.B. von Elektroprojektierung, Fluidtechnik und E-MSR-Technik. Doch dazu später mehr. Zunächst wollen wir uns anschauen, was P8 für Anwender an Neuem bringt und wie sie davon profitieren können. Einfacher Umstieg Das Wichtigste zuerst: P8 ist in der Lage, sowohl Projekte aus Eplan 5 zu übernehmen als auch solche aus Eplan 21. Daraus folgt logisch, dass Anwender die Wahl haben zwischen grafikorientierter und objektorientierter Arbeitsweise. Eine der neuen Kernfunktionen ist die Variantentechnik. Sie macht Projekte variabel: Sämtliche Teilschaltungen lassen sich inklusive ihrer Varianten anlegen, mit Garantie auf Weiterverwendung oder Änderung. In der Regel sind die Strukturen und die Verschaltungen für einzelne Funktionseinheiten zeichnerisch identisch. Lediglich die Dimensionierung und Bauteileauswahl ändern sich mit den Aufgaben. Ein großer elektrischer Antrieb erfordert beispielsweise stärker ausgelegte Schutzeinrichtungen, Leiter- und Klemmendurchmesser. Diese Kombinationen lassen sich als Varianten abspeichern. Mit wenigen Mausklicks ist im Bedarfsfall die passende Schaltung ausgewählt und dimensioniert. Zusätzlicher Benefit: Der Makrohaushalt wird schlanker und lässt sich leichter verwalten. Auch erste Schritte zur Standardisierung sind möglich. Diese Teilschaltungen bleiben auch weiterhin als Gruppe identifizierbar. Statt also bei einem neuen Projekt Daten einzeln abzuändern, wird einfach die passende Variante gewählt. Planseiten kopieren, anpassen und Schaltungen neu dimensionieren, ist nicht mehr notwendig. Eplan geht davon aus, dass bis zu 50% Zeitersparnis in dieser Makrotechnologie liegen. Manuelle Änderungen sind nicht nur zeitintensiv, sondern auch fehlerträchtig. P8 stellt sich auch dieser Herausforderung: Parametrisieren statt (neu) konstruieren lautet hier das Motto. Nachträglich wird einfach die passende Variante ausgewählt. Die zugehörigen abhängigen Daten werden dabei konsistent gehalten. Dabei ist unerheblich, ob gewisse technische Notwendigkeiten beachtet wurden oder der Auftraggeber kurzfristig eine Modifikation wünscht. Grafisch und objektorientiert Alle bisher am Markt befindlichen Systeme sind entweder grafisch oder objektorientiert. Wie bereits erwähnt, kann Eplan Electric P8 beides. Viele Systeme bieten nur den objektorientierten Ansatz. Dieser ist sinnvoll, wenn sich Änderungen auf sämtliche Darstellungen eines Bauteils auswirken sollen. Allerdings bewirkt die Objektorientierung, dass dies immer durchgehend erfolgt. Auch dort, wo man Änderungen nicht bemerkt, beispielsweise wenn Elemente noch gar nicht abgesetzt wurden. Durch Kopieren vervielfältigen sich diese nicht sichtbaren Informationen. Das ungewünschte Resultat: Elemente, die es gar nicht geben kann, wurden \“projektiert\“. Hier kommt die Stärke der neuen Engineeringsoftware ins Spiel. Sowohl der grafische als auch der objektorientierte Ansatz werden gleichberechtigt unterstützt. Beim Projektstart ist eine grafische Arbeitsweise sinnvoll. Der Anwender ist auch beim Kopieren jederzeit Herr der Lage. Bietet sich zu einem späteren Zeitpunkt ein objektorientiertes Vorgehen an, so wechselt der User einfach. Office-Integration Die Integration in die Office-Welt sorgt für extra Produktivitätssteigerung. Excel ist das Standardtool zur Bearbeitung von Massendaten: Routineaufgaben entfallen. Die Ansprüche an die Flexibilität dieser Integrationslösung sind extrem hoch. Jedes Unternehmen hat seine eigenen Standards bezüglich Kennzeichnung und Sortierung von Bauteilen. Ein Assistent hilft dem Anwender, ohne Programmierkenntnisse jeden Eplan-Datensatz in den Excel-Editor zu überführen. Zudem entwickelt sich Excel weiter zum universellen Datenaustauschformat. Immer mehr Unternehmen übergeben Informationen tabellarisch. Neben der übersichtlichen Ausgabe können Daten leicht auch in großen Mengen weiter verarbeitet werden. In der Fertigung können diese Daten für die Bauteilbeschriftung genutzt werden. Sind die Informationen einmal erfasst, werden sie ohne Aufwand in anderen Prozessschritten eingesetzt. Automatischer Normentransfer P8 unterstützt sämtliche internationale Normen wie IEC61346, JIC, NFPA oder die russische GOST. Die automatische Normkonvertierung stellt bei zunehmender Internationalisierung die globale Wettbewerbsfähigkeit sicher. Dabei werden die Normvorlagen, die Auswertungsformulare und das Mapping der unterschiedlichen Symbolbibliotheken bestimmt. Auch bestehende Projekte können automatisch in die ausgewählte Norm überführt werden. Workgroup-Engineering Beliebig viele Anwender können gleichzeitig an einem P8-Projekt arbeiten. Workgroup-Engineering funktioniert netzwerkweit, standortübergreifend und über Ländergrenzen hinweg. Durch verteiltes Arbeiten werden Teilprozesse parallelisiert und zeitliche Engpässe kompensiert. Mit der Unicode-Fähigkeit können Schaltpläne in allen Sprachen geliefert werden. Vom chinesischen Stromlaufplan bis zur russischen Stückliste wird alles online oder nach Abschluss der Arbeiten übersetzt. Der Anwender projektiert in seiner Muttersprache und das System übersetzt wie gewünscht, egal ob ein- oder mehrsprachig. Projektmanager Der Projektmanager führt den Anwender durch das Engineering. Er zeigt Möglichkeiten und Entscheidungswege auf und erläutert die einzelnen Optionen. Sofern sich Einstellungen wiederholen, lassen sich diese in Projektvorlagen ablegen. Oberflächenkonfigurator Nicht nur die Oberfläche lässt sich an die individuellen Arbeitsweisen anpassen, auch verschiedene Aufgaben und Arbeitphasen können konfiguriert und gespeichert werden, z.B. für die geräteorientierte Projektierung oder die grafische Bearbeitung im Eplan 5-Stil. Liegt der Schwerpunkt einer Projektierung in der SPS-Bearbeitung, so lassen sich die Ansichten und Bearbeitungsdialoge auf Bus- und SPS-Daten anpassen. Für jeden Bearbeitungsschritt sind die relevanten Informationen sofort im Zugriff. Auch Gelegenheits-User kommen schnell zurecht, denn die Symbolleisten lassen sich auch auf wenige benötigte Funktionen reduzieren. Prozessorientiert Die Integrationstiefe in Prozessabläufen ist einer der größten Faktoren für Kostenreduktion. Ebenso die Chancen zur Automatisierung. Durch einheitliche Schnittstellen wie ODBC, XML oder Excel werden Daten aus vorgelagerten Prozessen einfach übernommen und elektrotechnisch aufgearbeitet. Dadurch kann die Software in die IT-Infrastruktur von Unternehmen integriert werden. Das Resultat ist direkt für nachfolgende Prozesse wie die Fertigung abrufbar. Neben dem Geschwindigkeitsvorteil, den diese lückenlose Kommunikation bietet, sind die Datenintegrität und damit die Qualität der Ergebnisse entscheidend. Darüber hinaus unterstützt P8 die Automatisierbarkeit des Planungsprozesses. Das System lässt sich komplett von außen steuern. Die Funktionen, mit denen ein Anwender seine Ergebnisse erzeugt, sind über ein Application Programming Interface (API) aufrufbar. Dadurch können sämtliche Schritte und Arbeiten, die ein Anwender manuell durchführen würde, automatisiert erfolgen. Plattform-Strategie Wie oben bereits erwähnt, hat Eplan noch eine weitere Neuerung zu bieten, die durch P8 fast schon ein wenig untergeht, dennoch nicht weniger beachtenswert ist: Eplan Electric P8 baut auf einer Plattformtechnologie auf. Diese gewährleistet nicht nur die 100%ige Datenübernahme aus Eplan 5 und 21. Sie ist vielmehr die Basis für horizontale als auch vertikale Erweiterungen. Hier kommunizieren nämlich die Applikationen für Elektro-, Fluid- und EMSR-Technik direkt miteinander. Die Plattform besteht aus Funktionsblöcken, die disziplinübergreifend eingesetzt werden. Hierzu zählen das Application Programming Interface (API) als auch Projekt- und Anwenderrechteverwaltung sowie Revisionsmanagement. Fazit P8 setzt fort, was im Hause Eplan offenbar zur Produktphilosophie gehört: die Orientierung an den Bedürfnissen der Anwender gepaart mit moderner Technologie, die neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung bieten. Durch die Datenübernahme sowohl aus Eplan 5 als auch aus Eplan 21 wird vielen Anwendern die Entscheidung zum Umstieg leicht fallen. Wer schon einmal darüber nachgedacht hat, wie man die Integration von Engineering mit unter- und überlagerten Prozessen im Unternehmen verbessern kann und Routinevorgänge automatisieren will, sollte sich die Software auf der Hannover-Messe einmal genauer ansehen. Wer hingegen heute schon global arbeitet und seine Projekte bereits in Eplan 5 bzw. 21 angelegt hat, kommt wohl kaum an Eplan Electric P8 vorbei. (kbn) Hannover Messe: Halle 16, Stand C09/C10
Eplan Electric P8: Eplans Paukenschlag zur Hannover Messe
-
Webbasiertes Lifecycle-Management mit DevSecOps und KI-Unterstützung
Codehoheit in der Cloud
Wer Verpackungslinien betreibt oder baut, kennt das Problem: SPS von Hersteller A, Antriebe von Hersteller B, Roboter von Hersteller C – und für jedes System ein eigenes Engineering-Tool,…
-
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für Ingenieure
Wie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert…
-
Omron stellt die Weichen bis 2030
Weniger Varianten, näher am Markt
Mit Shaping the Future 2030 richtet sich Omron strategisch neu aus: flexibler, regional breiter aufgestellt und technologisch stärker auf einfache Integration, Digitalisierung und KI getrimmt. Im Gespräch erläutert…
-
Ganzheitliche Asset-Strategie statt isolierter Wartung
Predictive Maintenance über Systemgrenzen hinweg
Predictive Maintenance ist längst mehr als ein Trendthema der Instandhaltung. In vielen produzierenden Unternehmen gilt sie als zentraler Hebel, um Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen, Kosten zu senken und Ressourcen…
-
IO-Link ist für IFM mehr als eine Schnittstelle – eine Strategie
Der lange Weg vom Sensor-Interface zum Ökosystem
Wenn Joachim Uffelmann, langjähriger IO-Link-Experte bei IFM Electronic, über die Sensorschnittstelle spricht, wird schnell klar: Für IFM ist IO-Link kein Produkt, das man im Katalog anbietet, es ist…
-
Anzeige
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für IngenieureWie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt…
-
Überwachungsgerät schützt das Herz der Anlage
Condition Monitoring direkt im Schaltschrank
Condition Monitoring im Schaltschrank wird zunehmend zum Schlüssel für stabile Prozesse und hohe…
-
KI-gestütztes Engineering
Mit dem Copilot stellt Eplan eine neue Generation KI-gestützter Assistenz vor, die den…
-
Bestandsmaschinen zukunftsfähig machen – mit Edge, Cloud und KI
Durch Retrofit zur datengetriebenen Produktion
Industrielle Produktionsanlagen sind auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Viele Maschinen, Linien und Anlagen…
-
SpiraTec setzt Wachstum im Geschäftsjahr 2024/2025 fort
SpiraTec hat im Geschäftsjahr 2024/2025 ihren Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt und ihre Wettbewerbsposition weiter…
-
Neuer Manager Product Development bei Itac
Dr. Daniel Metz übernimmt ab sofort die Position Manager Product Development bei Itac.
-
Schlegel: Größtes Bauprojekt der Firmengeschichte
Das Elektrotechnik-Unternehmen Georg Schlegel investiert einen Millionenbetrag in einen Neubau am Standort Dürmentingen…
-
Factory-X-Konsortium zieht Bilanz nach Projektabschluss
Zum Abschluss von zweieinhalb Jahren gemeinsamer Projektarbeit hat das Factory-X-Konsortium beim Abschlussevent am…
-
Online konfigurierbar
Embedded-PC für industrielle Anwendungen
Der Custom Picosys AMI240AFM ist ein lüfterloser Embedded PC für industrielle Anwendungen, bei…
-
9,7Mio. neue IO-Link-Devices in 2025
Im Jahr 2025 wurden weltweit rund 9,7Mio. neue IO-Link-Devices und Master-Ports installiert.
-
87% erachten Weiterbildung als wichtig
Weiterbildung von Mitarbeitenden hat für die Mehrheit der Unternehmen eine hohe Bedeutung.
-
KI bei der Arbeit: Fast die Hälfte lehnt sie ab
Auch im Berufsleben ist KI angekommen. 48% der Erwerbstätigen nutzen KI bei der…
-
Auslandsmärkte Maschinenbau: Auftragsbestand
38% der indischen Firmen melden überdurchschnittliche Bestände.
-
Conrad Whitepaper
Industrie 4.0 im Modell erleben und erproben
Mit der Agile Production Simulation (APS) von Fischertechnik lassen sich moderne Industrie-4.0-Konzepte praxisnah…
-
Zustandsüberwachung durch intelligente Getriebe und smarte Services
Teure Schäden vermeiden
Mit dem Serviceprodukt Predictive Pack zur digitalen Überwachung von Antriebssträngen und verbundener Komponenten…
-
Neuer Vorstand für VDMA Elektrische Automation
Der VDMA Elektrische Automation hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung am 16. Juni in…
-
Mit hohem Abschirmfaktor
EMV-Schutzschläuche
Moderne Produktionsanlagen sind auf eine störungsfreie Signal- und Datenübertragung angewiesen.
-
Konform zur Maschinenverordnung
Sichere Kleinsteuerung
Mit der konfigurierbaren sicheren Kleinsteuerung Pnozmulti?2 von Pilz können Anwender ab sofort die…
-
Zellspannung kompakt und sicher überwachen
Differenzielles Analog-Eingangsmodul
Das differenzielle Analog?Eingangsmodul erweitert das Remote?I/O?System U?Remote um eine Lösung zur Einzelzell?
das könnte sie auch interessieren
-
Bestellen wie ein Pro:
Neues Loyalitätsprogramm bei Conrad
-
Sichere industrielle Kommunikation
Robuste und sichere Routergeneration
-
-
















