Ethercat-Modul für Servoantrieb

Lenze hat die Industrial-Ethernet-Unterstützung der Servoreglerfamilie Servo Drives 9400 weiter ausgebaut. Neben den steckbaren Profinet- und Powerlink-Modulen führt die Firma eine Ethercat-Anbaugruppe im Programm. Damit lässt sich die gesamte Bandbreite der Servo-Antriebe Servo Drives 9400 an Beckhoff-Steuerungen anbinden und nutzen. Die ursprünglich entwickelte Industrial-Real-Time-Ethernet-Variante hat laut Hersteller hohe Übertragungsraten. Bei kleinen zu übertragenden Datenmengen, wie sie in der Automatisierungspraxis häufig anzutreffen sind, soll die hohe Bandbreite voll ausgeschöpft werden. So können bei mehr als 1.000 E/As immer noch Zykluszeiten von 30µs erreicht werden. Die Anbaugruppe eignet sich für Linien- und Baum-Topologien. Praxisrelevant ist die mögliche Kombination aus Linien und Abzweigen bzw. Stichleitungen (Kammstruktur) für die Verdrahtung komplexerer Anlagen. Mithilfe des Ethercat-Moduls des Herstellers wird das CANopen-Protokoll übertragen (CANopen over Ethercat: CoE). Damit ist ein Umstieg von CANopen zu Ethercat möglich. Das Ethercat-Modul ermöglicht das Port-Mapping nach DS301: Mit dieser Funktion lässt sich festlegen, welche internen Datenobjekte des Servoreglers mit Unterstützung des Moduls über Prozessdatenkänale nach außen gebracht werden. Die Prozess- und Service-Daten (Parametrier- und Diagnose-Daten) des Reglers können über das Ethercat-Modul sowohl ausgelesen als auch geschrieben werden. Das ermöglicht z.B. in einer verteilten Anlage die Parametrierung bzw. Diagnose der dezentralen Servoregler über einen abgesetzten zentralen Rechner.