Ferrum setzt den Deckel auf die Dose

Ferrum AG Conserventechnik gehört zu den Weltmarktführern, wenn es um Dosenverschließautomaten geht. Dosen für Softdrinks oder süße Ananasstücke werden z.B. von den Maschinen des Schweizer Industrieunternehmens verschlossen. Dabei hat man den Blick auf den weltweiten Markt gerichtet. So ist das frühzeitige Erkennen von Trends in den bearbeiteten und bedienten Ländern eines der vorrangigsten Unternehmensziele. Dafür muss die Ferrum AG ­flexibel auf Kundenanforderungen reagieren können und die Reaktionszeiten gering halten. Herausforderungen des Marktes Die Dose ist heute längst kein Auslaufmodell, sondern wird als zweckmäßiges Gebinde im Getränke- und Food-Bereich noch lange im Einsatz bleiben. Im Augenblick sorgt beispielsweise der hohe Bedarf an Milchpulver in Asien für hohe Nachfrage an Verschließmaschinen von Ferrum. Diese werden weltweit eingesetzt, um runde, zwei- und dreiteilige Getränke- und Lebensmitteldosen aus Stahl, Aluminium, Karton oder Kunststoff zu verschließen. Ferrum liefert sie an Hersteller, die dann z.B. wiederum Getränkeproduzenten mit schlüsselfertigen Abfüllanlagen versorgen. Dort kommt dann die Dose in die Maschine, wird gewaschen, abgefüllt, verschlossen und nochmals gereinigt, bevor sie zum Abtransport bereitgestellt wird. Das Leistungsspektrum der Abfüllung reicht dabei von 20 bis 2500 Dosen pro Minute. Der Anteil an Aluminiumdosen wird aus Gründen des einfacheren Recyclings und des im Vergleich zu Stahldosen geringeren Energieaufwands für die Produktion weiter steigen. Zeit- und arbeitssparende Convenience-Food-Produkte kommen zunehmend auch portionengerecht ins Angebot, was einen Trend zu kleineren Dosenformaten zur Folge hat. Zudem sind viele der aktuell laufenden Verschließautomaten bereits 30 Jahre und mehr im Einsatz. So verzeichnet Ferrum bei bestehenden Kunden einen wachsenden Ersatzbedarf. Bei bestehenden Linien besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit, die Leistung mit neuen Verschließern zu steigern. Zusammenarbeit hat sich aufgedrängt Da in Verschließmaschinen von Ferrum, die für den amerikanischen Markt bestimmt sind, bereits Allen-Bradley-Produkte von Rockwell Automation integriert sind, fällte Ferrum die Entscheidung, auch gleich den Steuerungsschrank vom gleichen Lieferanten zu beziehen. \“Die Zusammenarbeit zwischen Rockwell Automation AG und Ferrum AG besteht bereits seit mehr als zehn Jahren. Wir profitieren dadurch vom Know-how von Rockwell Automation auf ihrem Heimmarkt. Das bietet uns die Chance, in neue Märkte vordringen und die Geräte gleich in der gewünschten Norm herstellen zu können\“, so Martin Schürmann, Abteilungsleiter Elektro, Ferrum AG, Schafisheim. Zwang zu verkürzten Lieferzeiten Aufgrund der Markt- und Kundenbedürfnisse wird Ferrum die Lieferzeit für Maschinen, die heute je nach Anlage 12 bis 18 Wochen beträgt, auf nur noch acht Wochen reduzieren. Dies ist eine Herausforderung für Beschaffung, Fabrikation, Montage und Logistik. Zudem verlangen heute Märkte und Kunden die rasche Anpassung auf unterschiedliche Dosengrößen mit schnellen Umrüstzeiten. So reduzierte Ferrum den kompletten Formatwechsel bei einer Dosenverschließmaschine von sechs auf zwei Stunden. Für Ferrum ­bedeutet das die Entwicklung immer neuer Maschinengenerationen. Die Getränkeverschließer F700, F800 und F900 wurden deshalb überarbeitet und auch die F400-Serie erweitert. Bei Letzterer hat Ferrum die Programmable Action Controller (PACs) Allen-Bradley CompactLogix L32E von Rockwell Automation integriert, um die Systemleistung entsprechend zu steigern. In einem Pilotprojekt für den amerikanischen Markt bringt Ferrum ganz aktuell die Allen-Bradley Compact ­GuardLogix L43S für integrierte Sicherheits- und Standardsteuerung zum Einsatz. Diese Steuerung von Rockwell Automation bringt integrierte Sicherheitstechnik und Standard Applikationen in einer Steuerung zusammen. Die einheitliche Programmierumgebung erhöht die Produktivität in Design und Entwicklung. Als Bestandteil der Integrated Architecture von Rockwell Automation nutzen sie dieselbe Konfigurations-, Netzwerk- und Visualisierungsumgebung wie die größeren Allen-Bradley ControlLogix-Systeme. Damit unterstützen sie Ferrum bei der kostensparenden Einbindung ihrer Maschinen oder Sicherheitsanwendungen in die fabrikweite Leittechnik. \“Mit den Allen-Bradley Compact GuardLogix-Steuerungen können wir mit unseren mittelgroßen Anwendungen eine integrierte Steuerungsarchitektur realisieren\“, verdeutlicht Schürmann. \“Die Integrated Architecture ist so skalierbar, dass wir unsere Anwendungen mit einer einzigen Steuerungs-Engine und einer einzigen Entwicklungsumgebung entwerfen können, unabhängig von Größe und Komplexität. Zur einfachen Drehzahlsteuerung setzen wir die Frequenzumrichter Allen-Bradley PowerFlex 700 ein. Sie sind für uns auf dem neusten Stand der Technik, kostengünstig und für diese Anwendungen am besten geeignet.\“ Die Steuerungen unterstützen zudem die Allen-Bradley CompactBlock Guard I/O-Module und die Allen-Bradley Point Guard I/O-Module für EtherNet/IP, was eine schnelle Systemkonfiguration und einen verbesserten Informationsaustausch erlaubt. Ausgestattet mit einer 1oo2-Sicherheitsarchitektur, sind die Allen-Bradley Compact GuardLogix-Steuerungen bis zum Safety Integrity Level 3 (SIL3) bzw. Performance Level e (PLe) bewertet; die höchste Stufe für Maschinensicherheit. Werden sie zusammen mit der Programmiersoftware RSLogix 5000 v18 eingesetzt, können die Allen-Bradley Compact GuardLogix-Steuerungen Add-On Instructions (AOIs) mit hoher Integrität nutzen und damit die Kommissionierung beschleunigen. AOIs kapseln den Code häufig benötigter Routinen in fertig validierte Module, die sich leicht wiederverwenden lassen. Dies spart Zeit und verringert die Wahrscheinlichkeit von Programmierfehlern. Fazit Die Zusammenarbeit zwischen Ferrum Conserventechnik und Rockwell Automation ist bis anhin nur positiv verlaufen. Nun will sich Ferrum mit dem Pilotprojekt einer neuen Dosenverschließmaschine mit der integrierten Sicherheits- und Standardsteuerung Allen-Bradley Compact GuardLogix von Rockwell Automation im amerikanischen Markt weiter etablieren. Dies kann dann für beide Parteien nur positiv sein und weitere Früchte tragen. Kasten: Artikel-Zusammenfassung Herausforderung: Das Schweizer Unternehmen Ferrum AG hat das Know-how zur Fertigung von Dosenverschließautomaten. Einerseits will man die Präsenz in großen Märkten wie u.a. USA verstärken. Andererseits soll Bedienung und Handling der Maschinen vereinfacht werden. Lösungen: Die Zusammenarbeit mit Rockwell Automation, die über das Know-how für den amerikanischen Markt verfügen und die Maschinen mit der neuen integrierten Sicherheits- und Standardsteuerung Allen-Bradley Compact GuardLogix bereitstellen können, wurde sukzessive intensiviert. Die Automatisierungssteuerungen Allen-Bradley Compact GuardLogix bringen integrierte Sicherheitstechnik und Standard Applikationen in einem einzigen, speziell für mittelgroße Anwendungen konzipierter Steuerung zusammen. Ergebnisse: Die einheitliche Programmierumgebung erhöht die Produktivität in Design und Entwicklung. Die Steuerungen vereinen Standard- und Sicherheitssteuerung auf einer einzigen Plattform.