Flipper- oder Wippenventil

Die Wippventile erreichen durch ihren Aufbau mit einer Membran geringe interne Volumina und sind gut spülbar. Deshalb waren sie bisher vor allem für biologische Medien geeignet. Die Trägheit der Membran begrenzt allerdings die mögliche Schaltgeschwindigkeit. Daher sind Wippenventile für Anwendungen, bei denen es auf schnelle und genaue Dosierung ankommt, nur bedingt einsetzbar. Flipperventile erreichen die Medientrennung dagegen ohne Membran. Es müssen nur geringe Massen bewegt werden, um sie zu schalten. Dadurch sind sie schnell und für Dosieraufgaben geeignet. Die geringere Walkarbeit in den Elastomerbauteilen ermöglicht zudem eine hohe Lebensdauer. Ein weiterer Vorteil bei Dosierung kleiner Mengen ist, dass Flipperventile durch den konstruktiven Aufbau praktisch keinen Pumpeffekt beim Schalten aufweisen. Dennoch konnten Flipperventile bisher nicht alle Anwender von ihren Vorteilen überzeugen, was vor allem an ihrer etwas schlechteren Spülbarkeit lag. Bürkert hat mithilfe digitaler Werkzeuge für Entwicklung und Konstruktion Strömungsverhalten und Druckverläufe zunächst am Computer simuliert und mithilfe der Finite-Elemente-Methode (FEM) verbessern können. Das Ergebnis der Entwicklungsarbeit ist das neue mediengetrennte Flipperventil 6650 mit 4,5mm Baubreite und entsprechenden Spüleigenschaften. Es vereint kurze und verlässliche Schaltzeiten mit einer hohen Wiederholgenauigkeit und verbesserten Durchflusswerten. Durch die kleinen Abmessungen können Hersteller von Geräten und Anlagen mehr Ventile auf kleinerem Raum platzieren und erreichen so eine höhere Funktionalität. Und durch kleinere Geräte sinken letztendlich auch die Laborkosten bei den Anwendern. Das neue Flipperventil kombiniert somit die Vorteile beider Konstruktionsprinzipien und empfiehlt sich besonders für den Umgang mit Medien im Zusammenhang mit Mikrotiterplatten, bei denen das kleine Anreihmaß und genaue Dosierung gefordert sind.