Gute Zahlen bei Profibus, Profinet und Profisafe

Im Jahr 2010 sind bei Profinet nahezu doppelt so viele Geräte installiert worden wie im Vorjahr. Auch bei Profibus und Profisafe haben sich die Zahlen gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Damit habe die Profibus Nutzerorganisation e.V. (PNO) die Marktführerschaft bei Profinet, Profisafe und Profibus nach eigenen Angaben weiter ausgebaut. Profinet erreicht mit 900.000 Geräten in 2010 jetzt eine installierte Basis von 3Mio. Die Entwicklung zeige, dass sie mit der Ausrichtung von Profinet für ein breites Anwendungsspekt­rum die richtige Entscheidung getroffen hat, hieß es. \“Die Fertigstellung des Profils \’Profinet für die Prozessautomatisierung\‘ ist ein wichtiger Schritt für ein einheitliches Kommunikationskonzept in der Prozess- und Fertigungsindustrie\“, erläutert Jörg Freitag, Vorstandsvorsitzender der Profibus Nutzerorganisation e.V. Er ist sich sicher: \“Der Weg für Profinet in der Prozessautomatisierung ist jetzt frei und dies eröffnet der Branche viele neue Perspektiven. Wir erwarten einen weiteren signifikanten Anstieg der installierten Profinet-Knoten in den nächsten Jahren.\“ Die installierte Basis für Profibus-Geräte stieg in 2010 weltweit um 4,2Mio. auf eine Gesamtzahl von jetzt 35,6Mio. Dies ist vor dem Hintergrund des stark beschleunigten Wachstums bei Profinet ein sehr guter Wert, der belegt, dass das Vertrauen der Anwender in Profibus nach wie vor hoch ist. Insgesamt 6Mio. davon sind in Anlagen der Prozessautomatisierung eingeflossen. Damit nimmt Profibus auch in der Prozessautomatisierung eine wichtige Rolle ein. Mit 300.000 installierten Profisafe-Knoten sind in 2010 deutlich mehr Geräte als im Vorjahr verkauft worden (2009: 220.000). Damit liegt die installierte Basis bei Profisafe jetzt bei 1,15Mio. Damit sei Profinet Marktführer auch im Umfeld der Sicherheitstechnik. Profienergy: Studie zeigt erhebliches Einsparpotenzial Eine Studie des Instituts für Automation & Industrial IT der Fachhochschule Köln bestätigt ein Einsparpotenzial von 50% und mehr in Stillstandphasen durch Profienergy. Bisher waren kaum Erfahrungswerte und nur wenige umfangreiche Daten über den Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und Betriebsweise, vor allem unter Betrachtung von Pausenzeiten, in Anlagen verfügbar. Die im Rahmen der Studie durchgeführten Messungen sollten hier Klarheit schaffen und konkrete Zahlen liefern. Erste Untersuchungen und Messungen wurden bei Daimler an Produktionslinien im Werk Sindelfingen sowie bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover abgeschlossen. Untersucht wurden hierbei das Verhalten der Gesamtanlagen und deren Komponenten u.a. in Bezug auf Lastgang, Lastverteilung und Pausenzeiten. Darüber hinaus galt es, den Einfluss der Betriebszustände auf den Energieverbrauch zu prüfen und die Pausen hinsichtlich ihrer Häufigkeit und Dauer zu analysieren. Neben geplanten Pausen und Leerlaufzeiten wurden auch ungeplante Pausen erfasst sowie deren Relevanz ermittelt. Mit bis zu 15 verschiedenen Messstellen konnten von der Haupteinspeisung bis hin zu einzelnen Verbrauchern typische Lastgänge in der Anlage erfasst und charakteristische Werte ermittelt werden. Die erzielten Ergebnisse zeigen anhand von konkreten Beispielen das Energie-Einsparpotenzial auf, das durch den Einsatz von Profienergy erschlossen werden kann. In manchen Produktionsbereichen liege das Potenzial sogar bei mehr als 50%, berichtet die PNO. Bei der Untersuchung sei deutlich geworden, dass auch ungeplante Pausen zu einem Anteil von rund 60% genutzt werden können, da auch kurze Pausen von 3 bis 5min bereits für den Einsatz von Profienergy relevant seien. Diese Pausen stellten bereits ein erhebliches Einsparpotenzial dar, durch das der Energieverbrauch bei geschicktem Einsatz von Profienergy deutlich gesenkt werden kann. Erste Profienergy-Pilotapplikationen befinden sich derzeit bei mehreren Anwendern in der Erprobungsphase. Tiger Chip soll Profinet-Wachstumweiter beschleunigen \“Wir können heute das erste Zertifikat für ein Produkt des Tiger-Chip TPS-1 für die Conformance-Klassen A, B und C an Gunnar Lessmann, Fachleiter Profinet und Projektleiter TPS-1 Entwicklung bei Phoenix Contact, übergeben\“, freute sich Jörg Freitag, Vorstandsvorsitzender der Profibus Nutzerorganisation e.V. (PNO), im Rahmen der Überreichung des Zertifikates auf der Hannover Messe. Es wurde für das Entwicklungs-Kit des Asic TPS-1 erteilt. Gerätehersteller können jetzt die Entwicklung ihrer Profinet-Schnittstellen mit dem Tiger-Chip starten. Serien-Stückzahlen des Chips soll es zum Jahresende 2011 geben. Das Zertifikat der PNO gewährleistet, dass der TPS-1 die Profinet-Spezifikation erfüllt. Durch sein Singlechip-Konzept vereinfacht er die Entwicklung von Profinet-Schnittstellen in Feldgeräten. Auch die Kosten sollen sinken. Erstmals kann eine Profinet-Anschaltung, speziell für kompakte Geräte oder Antriebe, mit vergleichbaren Kosten und Aufwänden wie eine Feldbus-Anschaltung eingerichtet werden. Durch die Partnerschaft mit Siemens sei sichergestellt, dass der TPS-1 voll kompatibel ist sowohl zur freigegebenen Profinet-Spezifikation V 2.3 als auch zu den Asics Ertec 200, Ertec 400 und deren Nachfolgern, hieß es. Der Tiger-Chip ergänzt die bisher verfügbaren Basistechnologie-Lösungen, indem er das Spektrum nach unten hin abrundet. \“Für die PNO ist dies ein bedeutender Schritt zur weiteren Verbreitung von Profinet am Markt\“, so Freitag. \“Bereits heute ist Profinet das führende Ethernet-basierte Kommunikationssystem in der industriellen Automatisierung. Wir erwarten einen weiteren signifikanten Anstieg der installierten Basis in den nächsten Jahren.\“ Kasten: Prof. Klasen im Vorstand der PNO