Ursprünglich wollte Andreas Melkus, Geschäftsführer von Sigmatek (Bild l.), \’nur\‘ den Entwicklungschef der Sdrive GmbH abwerben, nun verfügt er über das ganze Drive-Know-how des Deutschlandsberger Unternehmens, das zur Seidel Gruppe gehört. Er profitierte von der Tatsache, dass man sich bei Seidel künftig zur Gänze auf das eigentliche Kerngeschäft – Electronic Manufacturing Services – konzentrieren will. Durch die Übernahme der Korneuburger Tecwings Gruppe im August dieses Jahres wuchs die ebenfalls in Deutschlandsberg beheimatete Seidel Holding GmbH zu Österreichs führendem Elektronikfertiger für Klein- und Mittelserien heran. Die elektrische Antriebstechnik war für die Weststeirer bereits seit mehr als 20 Jahren ein wichtiges Thema. \“Ich habe zunächst als Handelsunternehmen begonnen und hatte dann die Möglichkeit, eine Entwicklung sowie eine Fertigung zuzukaufen. Nachdem ich das unwiderstehliche Angebot, den Bereich Antriebstechnik an Kollmorgen (gehört heute zur Danaher Motion Gruppe) zu verkaufen angenommen hatte, war ich dann nur noch Produzent von Leistungselektronik für Antriebstechnik. Nebenbei hat unser vorhandenes Drive-Know-how zur Entwicklung eigener Produkte geführt, wie man sie jetzt bei Sigmatek sieht. Allerdings muss man für diese Produkte auch einen Marktzugang finden und in Verbindung mit der beschlossenen strategischen Ausrichtung, künftig verstärkt Auftragsfertiger zu sein, haben wir uns dafür entschieden, unser Antriebs-Know-how an Sigmatek auszulagern\“, erklärt Reiner Seidel, Geschäftsführender Gesellschafter der Seidel Holding GmbH (Bild r.). Im Grunde genommen gibt es zwei Möglichkeiten, wie man selbst in ein Marktsegment wie die elektrische Antriebstechnik einsteigt, wie Andreas Melkus verrät: \“Entweder man fängt bei Null an und entwickelt selber oder man wirbt irgendwo kompetente Leute ab.\“ Der Sigmatek-Geschäftsführer tendierte zur einfacheren Variante, blitzte aber beim Entwicklungschef ab. Dieser wollte nämlich seine Abteilung nicht im Stich lassen. Dafür kam es aber zu interessanten Gesprächen mit Herrn Seidel höchstpersönlich und man wurde sich innerhalb kürzester Zeit handelseinig. Der Deal zwischen den beiden Firmenchefs lautet nun folgendermaßen: Sigmatek kauft aus der Sdrive die fünf Mann starke Entwicklungsabteilung und das gesamte Drive-Know-how heraus, der Rest bleibt bei der Seidel-Gruppe. \“In der Vergangenheit haben wir die Kollmorgen Seidel Antriebe immer zugekauft, aber wir haben natürlich unsere eigene Vorstellung, was zusammen mit der Steuerung gehen sollte und wenn wir Spezialitäten machen wollten, war es immer ein bisschen mühsam, einer dritten Firma zu erklären, was man dem Kunden gerade verkaufen will. Nun können wir auf den bestehenden Produkten jede beliebige Größe von Verstärkern bauen mit praktisch null Entwicklungsaufwand. Aus hochwertigen Einzelsystemen entstehen somit maßgeschneiderte Branchenlösungen mit optimiertem Life Cycle Man-agement\“, freut sich Andreas Melkus über die zahlreichen Möglichkeiten, die sich durch den Sdrive-Deal für Sigmatek eröffnen. Was die Endstufenfertigung betrifft, wurde nahe liegender Weise eine Kooperation mit Seidel vereinbart. Schließlich ermöglichen hohe Stückzahlen gute Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen.
Guter Deal für Sigmatek
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