Integrierte Sicherheitstechnik Ein Fall für Zwei

Der \’Kostenvergleich Sicherheitstechnik\‘, erschienen in Ausgabe August des SPS-Magazins, sorgte für Verblüffung. Offenbar hatten zuvor die wenigsten für möglich gehalten, was die mit realen Zahlen von Bihl+Wiedemann-Kunden erstellte Kalkulation unmissverständlich klar machte: Bereits in einer sehr kleinen Maschine mit gerade einmal einem Not-Halt-Taster, vier Schutztüren ohne Zuhaltung, einem Betriebsartenwahlschalter und einem zeitverzögerten Not-Halt einer Fremdmaschine lassen sich mit AS-i Safety Kostenvorteile in Höhe von acht Prozent im Vergleich zu konventioneller Sicherheitstechnik realisieren. Bei einer größeren Anlage, die unter anderem drei Not-Halt-Taster und neun Schutztüren mit Zuhaltung erfordert, steigt das Sparpotenzial dann schnell über 30% – sogar, wenn in der Anwendung ansonsten kein AS-Interface verwendet wird. AS-i Safety – kein Konkurrent, sondern Partner An der Grenze \’nach unten\‘ lässt sich der Break-even für den Sicherheitsbus AS-i Safety also sehr präzise definieren – aber wie sieht es \’nach oben\‘ aus? Wie steht es um die Effizienz von AS-i Safety in besonders komplexen Applikationen? Oder anders gefragt: Ist Safety at Work automatisch aus dem Rennen, sobald sich der Einsatz einer fehlersicheren Steuerung empfiehlt? Zum Beispiel bei weitverzweigten Anlagen mit verschiedenen Sicherheitskreisen und vielen sicheren Signalen? Oder bei Bearbeitungszentren, die mehrere sichere Drehzahlen und Achsen benötigen und deren Umrichter über eine NC-Steuerung sicher angesprochen werden müssen? Oder in Anwendungen, in denen eine ganze Reihe von Standardsignalen in die Sicherheitskonfiguration zu übernehmen sind? All diese Fragen lassen sich mit zwei Sätzen beantworten: AS-i Safety sieht sich nicht als Konkurrent zu fehlersicheren Steuerungen, sondern als deren starker Partner auf der Sensor-Aktuator-Ebene. Denn gerade auch im direkten Zusammenspiel mit einer F-CPU kann das System seine einzigartigen Effizienzvorteile an der Basis der Automation äußerst wirkungsvoll ausspielen. Ein simples Rechenexempel veranschaulicht das enorme Sparpotenzial, das sich allein aus dem drastisch reduzierten Verdrahtungsaufwand ergibt: Zum Einsammeln der Daten von beispielsweise 31 Sicherheitssensoren würde die herkömmliche dezentrale Peripherie einer fehlersicheren Steuerung mindestens viermal so viele, also 124 Drähte von der Schaltanlage ins Feld benötigen. Im Falle von Türzuhaltungen freilich wären es sogar noch erheblich mehr. Mit AS-i Safety at Work genügt für dieselbe Anwendung allein das typisch gelbe Kabel. Kombination AS-i Safety mit Profisafe Und das Schönste: Die signifikanten Einsparungen gehen keineswegs auf Kosten von Leistung oder Funktion – ganz im Gegenteil, wie ein Blick auf die verbesserten Diagnosemöglichkeiten zeigt. Im Team mit AS-i Safety kann sich die fehlersichere Steuerung stets einen lückenlosen Überblick über den Zustand der gesamten Anlage verschaffen. Dazu ist lediglich ein versierter \’Dolmetscher\‘ nötig, der die umfangreichen Statusinformationen von AS-Safety in die Sprache der jeweiligen F-CPU übersetzt, wie z.B. die Profisafe-Gateways von Bihl+Wiedemann. Ganz gleich, ob der Anwender das Profisafe-Protokoll über Profibus oder Profinet nutzen möchte: Die Konfiguration des entsprechenden Gateways läuft nahezu vollautomatisch. Nach dem Einlesen der Slaves muss lediglich die Bauart des Sicherheitssensors eingestellt werden – und schon stehen die sicheren Signale in der Steuerung zur Verfügung. Und auch der Austausch des Gerätes ist dank der integrierten Speicherkarte, die sämtliche relevanten Informationen enthält, innerhalb weniger Minuten erledigt. Selbst im Falle eines Ausfalls sorgen die Profisafe-Gateways also für eine Verringerung der Stillstandszeiten. Selbstverständlich unterstützen die Bihl+Wiedemann-Neulinge auch die sicheren AS-i Ausgänge und ermöglichen so die Realisierung sicherer (Aus-) Schaltvorgänge direkt im Feld. Außerdem lassen sich mit nur einem Gerät und einem Netzteil gleich zwei AS-i Kreise auf Profisafe koppeln. Bildlich gesprochen präsentiert sich AS-i Safety also inzwischen \’grenzenlos effizient\‘: sowohl in sehr kleinen Maschinen mit geringem Umfang an Sicherheitstechnik wie auch in besonders komplexen Anlagen – sozusagen als rechte Hand einer fehlersicheren Steuerung. Kasten 1: Die Pluspunkte der Profisafe-Gateways von Bihl+Wiedemann (Stand 26.10.09) AS-i-Kreise: 2 Integrierte sichere Ausgänge: 4 Unterstützung sicherer AS-i-Ausgänge: 4 Erdschlusswächter: Ja Doppeladresserkennung: Ja EMV-Wächter: Ja Max. Zahl sicherer AS-i Slaves: 62 Vor-Ort-Diagnose: Über grafisches Display mit Klartextanzeige Zusätzliche 24V-Versorgung nötig: Nein Redundante Spannungsversorgung: Ja Speicherkarte: Ja Bussysteme: Profibus oder Profinet Gehäuse: Edelstahl Projektierung: Über Asimon 3 G2 und GSD-Datei Einlernen einzelner Codefolgen: Am Display oder über Asimon 3 G2 möglich