Wir leben in unruhigen Zeiten. Mit welchen Herausforderungen werden produzierende Unternehmen in Zukunft rechnen müssen? Maryrose Sylvester: Mit der hohen Geschwindigkeit der Geschäftsentwicklung in der heutigen globalen Wirtschaft stehen unsere Kunden unter dem Zwang, einen hocheffektiven Betrieb mit einer sicheren und effektiven Zulieferkette zu arbeiten und innovationsfähig zu bleiben: Dem Kunden schnell und profitabel zu liefern, was er benötigt, dabei hilft ihm z.B. unser Proficy-Software-Portfolio. Heißt das, die Lösungen der Zukunft entstammen eher der Informationstechnik als der Automatisierungstechnik? Maryrose Sylvester: Es ist sicher eine Mischung aus beidem. Vor vielen Jahren waren Produktionsabeilungen getrennt von den Abteilungen für Informationstechnik (IT). Heute gibt es Produktions-IT-Abeilungen, die für die Anwendung der Informationstechnik im Produktionsbetrieb zuständig sind. Das Ziel ist, die Arbeiter und Angestellten auf der Werks- und auf der Managementebene zu befähigen, schnell durchdachte Entscheidungen zu fällen, Ausschuß zu vermeiden und gleichzeitig Qualität und Profitabilität zu verbessern. Die Trennlinie zwischen Automations- und Informationstechniken wird immer schwerer erkennbar, für die nähere Zukunft ist es jedoch klug anzunehmen, dass es weiterhin einen Unterschied zwischen industriellen Software-Lösungen und Automatisierungstechnik geben wird. Mit den PAC-Systemen haben Sie eine Plattform, die die Welten zwischen IT und Produktion verbindet. Ist der Markt schon reif für ein solches System? Maryrose Sylvester: Wie Sie wissen, war GE Fanuc das erste Unternehmen, das schon 2003 den Programmable Automation Controller (PAC) eingeführt hat. Die PACSystems RX7i ist mit ihrem großen Speicher, großer Bandbreite und verteilter E/A für mittlere bis hohe Systemanforderungen geeignet. Die PACSystems RX3i ist im unteren Preissegment leicht zu integrieren und bietet viele Freiheiten bei der Übertragbarkeit von Anwendungen zwischen mehreren Produktfamilien. Auch ARC ist übrigens der Ansicht, dass sich die Nachfrage nach PAC-Systemen für alle Fertigungs-, Hybrid- und Prozessindustrien weiter verstärkt, weil Hersteller und Systemlieferanten in zunehmendem Maße PAC-Funktionalität für eine wachsende Anzahl von Anwendungen verlangen. Wie wichtig ist MES in Ihrem Lösungsportfolio in der Zukunft? Maryrose Sylvester: Unseres Erachtens wird der MES-Begriff häufig zu kurz gefasst. Wir glauben, dass die Steuerung der Produktion nur eine der Fähigkeiten ist, die unsere Kunden von einem MES-System heute verlangen. Unser Production-Management-Paket ergänzt die Ablauffunktionalität daher mit Qualitäts- und Validierungsfunktionen sowie mit den Fähigkeiten zur unternehmensweiten Produktionssteuerung. Qualität und Nachweisfähigkeiten sind nicht verhandelbar. Wir denken, dass unsere Kunden passende Werkzeuge benötigen, um dies sicherzustellen, unabhängig davon, wie schnell und komplex unser Geschäft wird. Welche Bedeutung hat Europa – insbesondere Deutschland – mit einer starken Maschinenbau-Industrie für Ihre Wachstumsziele? Maryrose Sylvester: Europa ist ein interessanter Markt für uns. In Deutschland und Italien werden wir unseren Fokus insbesondere auf Maschinenhersteller verstärken. In diesen Ländern ist unser CNC-Geschäft in der Werkzeugmaschinen-Industrie besonders stark. Unser neues PACMotionSystem ist ein bedeutendes Element in unserer Strategie für den allgemeinen Maschinenbau. PAC-Motion bietet unseren Kunden ein integriertes Motion-Konzept auf der Basis von PLCopen-Software, die auf dem \’Nummer-1-Servosystemen der Welt\‘ unseres Partners im Gemeinschaftsunternehmen, Fanuc Ltd. aus Japan, läuft. Allgemein expandieren wir in Europa in weiten Bereichen geografisch und mit Software- Anwendungen. Geografisch sehen wir ein überdurchschnittliches Wachstum in Russland. In diesem Jahr werden wir in Kasachstan und in der Ukraine verstärkt tätig werden. Es ist sehr aufwendig für Anwender, ein Automatisierungssystem zu wechseln. Wie unterstützen Sie diese dabei? Maryrose Sylvester: Das \’Professional & Engineering Services Team\‘ von GE Fanuc ist dafür gerüstet, Lösungen für die gesamte Projektlebensdauer anzubieten. Zu diesem Team gehören auch erfahrene, fachkundige Service-Profis mit dem Verständnis für spezielle Industrien und Umgebungen, die Anwendungsentwicklung in Prozessautomatisierung und steuerung, Ablaufverfolgung und Entscheidungsfindung, MES, Scada und Geschäftssystem-Schnittstellen zur Verfügung stellen. Dabei helfen uns darüber hinaus Kooperationen mit führenden Systemintegratoren. Für Bestandskunden haben wir den \’GlobalCare Suppor\‘ zusätzlich zur herkömmlichen, reaktiven Unterstützung, um den Kunden schnelle, effektive Lösungen während der Produktlebensdauer zu bieten. Wir sehen eine zunehmende Anzahl von Komponenten in der Automatisierungstechnik, die sowohl in der Prozessindustrie als auch in der Fertigungstechnik genutzt werden können. Können Sie dem zustimmen? Maryrose Sylvester: Früher musste sich ein Werksleiter zwischen einer DCS oder einer SPS entscheiden. Im letzten Jahrzehnt haben sich die historischen DCS- und SPS-Anbieter in Richtung eines sogenannten \’hybriden\‘ Bereich bewegt. Man versucht also die Leistung und Komplexität einer DCS mit der Flexibilität, Offenheit und den niedrigen Kosten der SPS-Systeme zu verbinden. Das Proficy Process Systems von GE Fanuc ist ein Prozessautomatisierungs- und -steuersystem, das das Versprechen der hybriden Systeme erfüllt. \’Proficy Process Systems\‘ ist ein vollintegriertes System, das auf den bei GE Fanuc erprobten Techniken PACSystems, HMI/Scada-Software und Proficy Production Management Software basiert. Kasten 1 Production Management Suite Die \’GE Fanuc Production Management Software\‘ bietet Echtzeit-Information und Steuerung der Leistung eines Werkes durch Auftragsannahme aus dem Geschäftssystem, Herunterladen von Anweisungen an Produktionsgeräte und Bediener, Produktionsablaufsteuerung und Leitweglenkung sowie durch Rückmeldung über den Auftragsstatus und Materialverbrauch an das Geschäftssystem. Zusätzlich sorgt das System für gleichbleibende Qualität der Produkte, zeigt Trends und Statistiken in Echtzeit, um die Qualitätsstufen zu überwachen und optimiert die Leistung. Proficy Workflow, angetrieben von Proficy SOA, ermöglicht es, den anspruchsvollen Anwendern und Bereichsexperten manuelle und automatische Prozesse mit einem Werkzeug zu generieren. Außerdem erhöht es den Wert vorhandener ERP-, MES- und HMI-Software. Firmen können Prozess-, Rückverfolgungs- und Qualitätsdaten erfassen, um den Kreis für die Produktionsverbesserung zu schließen. \’Proficy DataMart\‘ ist eine weitere Ergänzung. Es greift tief in den Produktionsablauf ein, um eine einzige, einheitliche Sicht auf die betriebliche Leistung zu ermöglichen.
Interview mit GE Fanuc: Fokus auf Maschinenbauer
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