Klebstoffe schonen das Material

Die Aufgabe von Ingenieuren ist es, immer bessere Lösungen für die Konstruktion und die Produktion von Bauteilen zu finden. Die Auswahl der am besten geeigneten Verbindungstechnik ist ebenso wichtig wie die Konstruktion des Bauteils und die Auswahl der richtigen Verbundmaterialien. Der Einsatz von Klebstoffen ist die geeignete Methode zum Verbinden von Composites. Denn durch die gleichmäßige Verteilung von Dehnungen und Spannungen bei korrekter Konstruktion kann eine Verklebung Belastungen aushalten. Zudem beeinträchtigen Klebstoffe die Eigenschaften der zu verklebenden Teile weder durch Löcher, Nieten noch anderer Befestigungsteile. Keine Bolzen, Schrauben oder Muttern sind nötig. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von strukturellen Klebstoffen, die sich durch ihren unterschiedlichen chemischen Aufbau unterscheiden und unterschiedliche physikalische Eigenschaften aufweisen. Die heutigen Klebstoffe basieren entweder auf Epoxy, Polyurethan oder Methylmetacrylat: – Epoxy-Klebstoffe (EP) sind generell bekannt für ihre exzellenten Klebeeigenschaften zu Metallen, steifen Substraten sowie duro plastischen Kunststoffen und Composites. Sie zeichnen sich durch lange Haltbarkeit, gute Chemikalien und Wärmebeständigkeit sowie geringem Schwund aus. – Polyurethan-Kleber (PU) eignen sich hervorragend zum Verkleben von thermoplastischen Kunststoffen. Ihre Flexibilität prädestiniert PU zum Einsatz bei weichen Materialien. – Methylmetacrylate (MMA) zeigen hervorragende Hafteigenschaf- ten an Metallen, Composites und Thermoplasten. Ihre schnelle Aus- härtung ermöglicht eine hohe Produktivität. Die belastbaren und festen Epoxidklebstoffe zusammen mit den flexibleren Methacrylaten und deren Haftung auf verschiedenen Substraten decken bereits ein großes Gebiet beim Verkleben von Composites ab. Trotzdem verlangen mehr und mehr Anwendungen nach zusätzlicher Flexibilität, wie etwa für die Verklebung der Araldit-Composites, welche 2008 mit dem JEC Asia Award ausgezeichnet wurden. Die silan-modifizierten Polymere Araldit 2060 und Araldit 2061 wurden für derartige Anwendungen entwickelt. Im Gegensatz zu den hochfesten Epoxiden und den Methacrylaten zeichnen sich diese Produkte infolge ihrer Silanmodifizerung durch außergewöhnliche Flexibilität und elastischem Verhalten zusammen mit guter Haftung auf den Substraten aus. Diese Eigenschaften werden ergänzt durch einfache Lackierbarkeit, guter Wetter- und Alterungsbeständigkeit. Die Produkte enthalten zudem kein Isocyanat und sind daher nicht mit einem Gefahrensymbol gekennzeichnet.