Kommunikative Antriebstechnik

Die grundlegende Philosophie dezentraler Anlagenkonzepte basiert primär auf der Modularisierung und Standardisierung von Komponenten und Funktionen. Der konsequente Einsatz von effizienten, dezentralen Anlagenstrukturen ermöglicht die Realisierung von modernen und flexiblen Logistikkonzepten mit gewinnbringendem Zusatznutzen wie Nachverfolgbarkeit und Termintreue. Die dezentrale Antriebslösung Movimot ist die seit Jahren bewährte Kombination aus einem Getriebemotor und einem digitalen Frequenzumrichter im Leistungsbereich von 0,37 bis 4kW. Der Kompaktantrieb mit integriertem Frequenzumrichter benötigt nur unwesentlich mehr Einbauplatz als herkömmliche Getriebemotoren. Movimot ist in allen Standardausführungen und -bauformen mit und ohne Bremse für die Anschlussspannungen 3×380… 500V und 3×200… 240V lieferbar. Die aktuelle Baureihe D lässt sich standardmäßig mit der Motorbaureihe DR in unterschiedlichen Efficiency-Ausprägungen kombinieren. Mit diesem Baukastensystem bietet SEW-Eurodrive seinen Kunden zahlreiche Möglichkeiten für Kombinationen und optimierte Lösungen. Unterschiedliche Ausführungen der Feldverteilermodule ermöglichen die universelle Kommunikationsvernetzung sowie die optimale Energieversorgung der Antriebe. Dieser Baukasten sorgt für die große Flexibilität in Verbindung mit skalierbaren Funktionen und anforderungsorientierter Kostenstruktur. Neue Profinet IO-Schnittstelle Mit der neu entwickelten Kommunikations-Schnittstelle MFE52A lässt sich der Frequenzumrichterantrieb Movimot jetzt auch an Profinet IO anbinden. Die Schnittstelle erfüllt als IO-Device die Anforderungen der \’Profinet Conformance Class B\‘. Sie ist serienmäßig mit integriertem Ethernet-Switch ausgestattet. Somit können auch Umsteiger die aus der konventionellen Feldbustechnik vertraute Linientopologie problemlos realisieren. Selbstverständlich sind auch andere Bustopologien wie Stern oder Baum möglich. Zur Vernetzung der einzelnen Kommunikationsmodule werden Ethernet konforme Kabel mit d-kodiertem M12-Steckverbinder eingesetzt. Die beiden nach außen geführten Ports des Ethernet-Switches weisen Auto-Crossing-Funktionalität auf. Somit können sowohl Patch- als auch Cross-Over-Kabel für die Verbindung zum nächsten Ethernet-Teilnehmer verwendet werden. Einfache Konfiguration Der Anwender kann auf die IP-Einstellungen der Feldbus-Schnittstelle zugreifen, ohne dass die Ethernet-Einstellungen des Engineering-PCs an das SEW-Modul angepasst werden muss. Mit dem Adress-Editor in der Engineeringsoftware Movitools MotionStudio lassen sich die IP-Einstellungen aller SEW-Geräte im lokalen Subnetz anzeigen und einstellen. Das ermöglicht den universellen Zugriff von Diagnose- und Engineering-Tools über das Ethernet. Einfacher Gerätetausch Die Kommunikationsschnittstelle MFE52A hat ein steckbares Speichermodul, auf dem alle Geräteinformationen und die Netzwerkadresse gespeichert werden. Dadurch gestaltet sich der Gerätetausch auch ohne komplexe Hilfsmittel sehr leicht – durch einfaches Umstecken des Speichermoduls. Nach einem Gerätetausch kann die Anlage in kürzester Zeit wieder in Betrieb gehen. Stillstandzeiten werden somit entscheidend minimiert.