Eine flexibel anpassbare Software kann die Anpassungsfähigkeit und Servicefreundlichkeit von Steuerungen maßgeblich beeinflussen. Diese Tatsache wird heute in der Industrieelektronik allgemein genutzt. Im anspruchsvollen Feld der Maschinensicherheit zögerten sowohl die Anbieter als auch die Anwender anfangs, die Vorteile der programmierbaren Elektronik auf breiter Ebene einzusetzen. Aber in vielen Anwendungsbereichen haben sich inzwischen doch die Sicherheitssteuerungen etabliert. Sie bieten ohne Frage den Vorteil der größeren Flexibilität – die Sicherheitsfunktionen lassen sich exakt an die Anforderungen der Anwendung anpassen. Allerdings muss man diese Funktionen zunächst programmieren. Dieser Aufwand hat zur Folge, dass sich Sicherheitssteuerungen vor Allem in \’High End\‘-Anwendungen durchgesetzt haben. Flexibilität ohne Programmierung Anders ausgedrückt: Die Anwender schätzen die Anpassbarkeit einer Sicherheitssteuerung, möchten aber den Programmieraufwand gerne vermeiden. Für einen kundenorientierten Hersteller von Sicherheits-Schaltgeräten und entsprechenden Steuerungen stellt sich hier die Frage: Kann man die Vorteile der Programmierbarkeit nutzbar machen und die Programmierung selbst vermeiden? Das klingt ein wenig nach Quadratur des Kreises oder zumindest wie ein Widerspruch in sich. Aber der Widerspruch ist auflösbar, wie die neue Protect Select der Schmersal Gruppe zeigt (Bild 1). Diese Sicherheits-Kompaktsteuerung lässt sich an die individuellen Gegebenheiten anpassen, und dennoch muss der Anwender keine Programmierkenntnisse mitbringen. Vier vorkonfigurierte Applikationsprogramme Möglich wird das durch eine besondere Herangehensweise der Schmersal-Entwickler. Sie haben dem Anwender die Programmierarbeit abgenommen und vier Grundkonfigurationen oder Applikationsprogramme definiert, die in jeder einzelnen Protect Select hinterlegt sind. Die Programme decken die Mehrzahl der in der Praxis vorkommenden Applikationen ab. Der Anwender muss nur wenige individuelle Funktionen einstellen wie z.B. die Belegung der Eingänge sowie Abfallverzögerungs- oder Entprellzeiten. Beim Festlegen der Stop-Kategorie für den Not-Halt (Stop 0 oder Stop 1) erfolgt die Zeitverstellung individuell für jeden Abschaltpfad. So lässt sich das Verhalten der Maschine im Not-Aus-Fall an die jeweiligen Anforderungen anpassen. Die Festlegung vieler Parameter und Einstellungen wird durch eine Klartext-Anzeige erleichtert, die den Bediener durch das jeweilige Menü führt. Programm 1: Für zusätzliche Betriebsarten Das Applikationsprogramm 1 bietet die Anschlussmöglichkeit von bis zu vier zweikanaligen Sicherheits-Schaltgeräten, die jeweils mit Hilfe von Betriebsartenwahlschaltern und Zustimmungsschaltern überbrückt werden können. Das Programm eignet sich also für Gefahrenbereiche, in denen zusätzliche Betriebsarten wie \’Einrichtbetrieb\‘ und \’Prozessbeobachtung\‘ die Abläufe z.B. beim Einrichten oder bei der Störungsbeseitigung erleichtern. Dies ist bei vielen Werkzeugmaschinen der Fall, aber z.B. auch bei Verpackungsmaschinen. Die Maschinenrichtlinie sieht ausdrücklich derartige Betriebsarten vor und nennt die Voraussetzungen, unter denen die Maschine mit geöffneter Schutztür betrieben werden kann. Programm 2: Ein Arbeitsplatz mit zwei Sicherheitsbereichen Für Maschinen, die Arbeitsplätze mit zwei getrennten Sicherheitsbereichen haben (Bild 2), wurde Applikationsprogramm 2 entwickelt. Im oberen Bereich der Maschine befindet sich dann beispielsweise der Arbeitsraum, in dem Werkstücke bearbeitet, montiert oder verpackt werden. Die entsprechende Schutzeinrichtung muss nur zu Wartungszwecken oder bei einem Materialstau geöffnet werden. Hinter der Schutztür des unteren Bereichs ist z.B. die Materialzuführung untergebracht. Diese Tür wird regelmäßig zum Nachfüllen geöffnet. Protect Select bietet hier die Möglichkeit, alle Sicherheitsfunktionen für beide Sicherheitsbereiche mit einem einzigen Steuerungsbaustein zu überwachen – mit bis zu drei Sicherheits-Schaltgeräten pro Sicherheitsbereich. Für jeden Bereich ist ein eigener Start/ Reset-Funktion sowie ein eigener Rückführkreis (EDM) vorgesehen. Der zusätzliche übergeordnete Not-Halt für beide Sicherheitsbereiche verfügt über eine eigene Reset-Funktion. Programm 3: Ein Sicherheitsbereich mit bis zu sechs Sicherheits-Schaltgeräten Über das Applikationsprogramm 3 können die Signale von bis zu sechs Sicherheits-Schaltgeräten ausgewertet werden. Es bietet zudem die Möglichkeit, einem der Sicherheits-Schaltgeräte eine separate Reset-Funktion zuzuordnen. Damit lassen sich auch umfangreiche Sicherheitsbereiche, die über mehrere Sicherheits-Schaltgeräte überwacht werden, komfortabel konfigurieren. Typische Anwendungsfelder dieses Applikationsprogramms sind z.B. Gefahrenbereiche an Roboter-Arbeitsplätzen sowie Schutzzaunsysteme mit mehreren Schutztüren und/oder Wartungsklappen. Programm 4 für Muting-Anwendungen Das Applikationsprogramm 4 wurde speziell für Gefahrenbereiche entwickelt, bei denen optoelektronische Schutzeinrichtungen nach einer Muting-Funktion verlangen, damit der Material in einen Gefahrenbereich hinein (oder aus ihm heraus) transportiert werden kann, ohne dass die Maschine angehalten werden muss. Die Schutzeinrichtung wird dann automatisch und zeitlich begrenzt überbrückt, und die Maschine arbeitet sicher und mit hoher Produktivität (Bild 3). In dieser Konstellation bietet Protect Select den zusätzlichen Vorteil, dass man Standard-Sicherheits-Lichtvorhänge und Standard-Sicherheitssensoren als Muting-Sensoren einsetzen kann. Man muss also keine Sicherheits-Schaltgeräte verwenden, die explizit für die Muting-Funktionen ertüchtigt wurden, weil diese Eigenschaften inklusive aller sicherheitsgerichteten Funktionen in der Kompaktsteuerung realisiert werden. Zusätzlich hat der Anwender die Möglichkeit, die Signale von zwei weiteren Sicherheits-Schaltgeräten auszuwerten. Damit lässt sich eine komplette Muting-Applikation mit z.B. einer zusätzlichen Schutztür und einem Not-Halt realisieren – mit einem einzigen Steuerungsbaustein. Ersatz für bis zu acht Sicherheits-Relaisbausteine Protect Select kann bis zu acht Sicherheits-Relaisbausteine (bis PLe und SIL3) ersetzen und schafft dank 52,5mm Baubreite die Voraussetzungen, um Platz im Schaltschrank zu sparen. 18 sichere Eingänge bieten die Möglichkeit, alle gängigen Sicherheits-Schaltgeräte wie Not-Halt-Taster, Sicherheitsschalter und -zuhaltungen, Sicherheits-Schaltmatten und optoelektronische Schutzeinrichtungen abzufragen. Auf der Ausgangsseite sorgen vier sichere Halbleiterausgänge, zwei sichere Relaisausgänge und vier optionale Meldeausgänge für flexible Anschlussmöglichkeiten. Besonders erwähnenswert sind die beiden zusätzlichen sicheren analogen Eingänge, die eine Einbindung von prozesskritischen Größen (Temperatur, Druck, Durchfluss etc.) in das Sicherheitskonzept erlauben. Die entsprechenden Grenzwerte lassen sich individuell parametrieren. Zielmärkte genau definiert Mit diesen Eigenschaften positioniert sich die neue Sicherheits- Kompaktsteuerung zwischen den elektromechanischen Sicherheits-Relaisbausteinen auf der einen und den \’ausgewachsenen\‘ Sicherheitssteuerungen auf der anderen Seite (Bild 4). Zum Zielmarkt von Protect Select gehören somit Anwender von Sicherheits-Relaisbausteinen, die zusätzliche Funktionen oder bessere Hilfestellung im Servicefall wünschen. Wenn sie mehr als drei oder vier Relaisbausteine einsetzen, können sie mit Protect Select diese Ziele erreichen und zugleich die Anzahl der Sicherheitsbausteine reduzieren. So sparen sie Kosten und Platz im Schaltschrank. Von der anderen Seite – den Sicherheitssteuerungen – her kommend, haben Maschinenbauer mit Protect Select z.B. die Möglichkeit, sicherheitsgerichtete Signalauswertungen mit geringerer Komplexität einzusetzen, die ein identisches Sicherheitsniveau bieten, aber bei der Anschaffung Kosten sparen und weniger bzw. keinen Programmieraufwand erfordern. Dies bietet sich unter Anderem bei \’Basic\‘-Versionen vorhandener Maschinenbaureihen an.
Kompakt, flexibel, sicher: Schmersal stellt neue Sicherheits-Kompaktsteuerung vor
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der Unternehmen trübt sich ein.
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443 für jeden Pflicht, der Maschinen in Verkehr bringt.
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
IFR stellt Preisträgerinnen vor
Women in Robotics 2026
Um Frauen in der Robotikbranche mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, hat die…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
Auch zum Beginn des Jahres 2026 verzeichnete die deutsche Elektroindustrie ein Exportplus: Im…
-
93% verlagern KI zunehmend auf lokale Server
In den letzten zwei Jahren haben 93% befragter Unternehmen einige KI-Workloads zurück auf…
-
Erster Bauabschnitt eingeweiht
Neues Werk in Mexiko für Phoenix Contact
Phoenix Contact hat sein Produktionsnetzwerk auf dem amerikanischen Kontinent ausgebaut. In einem ersten…
-
Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg
Nominierte für Hermes Award stehen fest
Eine unabhängige Jury hat unter den zahlreichen Einreichungen drei Unternehmen für den Hermes…
-
Professor Dr. Jörn Müller-Quade
Wibu-Systems beruft Kryptografie-Experten in Aufsichtsrat
Wibu-Systems hat Professor Dr. Jörn Müller-Quade in den Aufsichtsrat berufen.
das könnte sie auch interessieren
-
Neue Bremssättel für Scheibenbremsen
Elektromagnetische Lüftung für hohe Stundenliestung
-
Scada-Plattform Atvise mit Updates
Mehr Sicherheit und Kompatibilität für Scada-Systeme
-
Beckhoff verbindet Sprachmodelle mit Echtzeitsteuerung
Physical AI: Wenn KI direkt Maschinen steuert“
-
Vorschau Hannover Messe 2026
KI als produktive Kraft in der Fabrik
















