Kompakter Frequenzumrichter nutzt über 100 Patente

Yaskawa und Omron werben derzeit mit einer Formel, die verspricht, 10×100 sei 1. Die beiden Firmen sprechen dabei vom neuen Kompaktfrequenzumrichter V1000. Alberto Fuentes, Product Manager der Omron Yaskawa Motion Control B.V. (Barcelona) (Bild 2), erklärte die Formel während der Pressekonferenz im Yaskawa-Werk in Cumbernauld: \“Das Motto dieses neuen Produktes lautet 10×100=1. Das ist nicht so, weil wir verrückt sind, sondern weil wir alles in einem Motto unterbringen wollten. Was heißt nun die 1? Es bedeutet, dass Qualität ein Muss ist.\“ Die Fehlerfeldrate sei kleiner als 1:10.000 und übertreffe damit die durchschnittlich zu erwartende Lebensdauer anderer Frequenzumrichter. Der Frequenzumrichter enthält 50% weniger mechanische Teile als seine Vorgänger. Dadurch kann der Hersteller die Ausfallraten reduzieren. Die 10 in der Formel steht für eine Lebensdauer von zehn Jahren. Dabei sollen die Erwartungen der Kunden zu 100% erfüllt werden. Zahlreiche Patente umgesetzt Wie der Product Manager weiter berichtete, enthält der Frequenzumrichter zahlreiche neue Patente. So ermöglicht ein patentiertes Kühlkörper-System, dass die Geräte direkt nebeneinander montiert werden können. Auch im Falle eines Fehlers ist eine Lösung vorhanden, dann lassen sich die Geräte einfach austauschen. Dafür enthält der Umrichter eine Klemmleiste, die alle notwendigen Parameter speichert. Also müsse \“man nur die Klemmleiste herausnehmen, den Umrichter austauschen und mit der Klemmleiste die gesamten Informationen des Umrichters einfügen.\“ Wie Alberto Fuentes fortfuhr, wird es auch in den nächsten drei Jahren weitere Produktpräsentationen geben: nach dem jetzt vorgestellten V1000, über den A1000, L1000 und E1000 bis hin zum G1000, also von \’Low-End\‘-Produkten bis hin zu High-Tech-Lösungen wie dem Matrix-Umrichter. Diese Geräte ersetzen die bisherige Umrichter-Serien V7, F7, L7 und E7 sowie G7. Noch in diesem Jahr soll eine IP-Lösung für den V1000 verfügbar sein. Angst vor der Konkurrenz hat Fuentes nicht: \“Einer der Schlüssel dieses Produktes ist die Qualität, die Yaskawa-Technologie. Denn die Wettbewerber können die Qualität eines Produktes nicht kopieren.\“ Verkabelung Der Frequenzumrichter V1000 benötigt rund 40% weniger Platz als sein Vorgänger der gleichen Leistungsklasse. Wie Alberto Fuentes berichtete, denken viele Kunden nicht über die Verkabelung nach. \“Sie wollen häufig nur den Preis des Produktes wissen. Aber wie lange braucht man, um die Umrichter zu installieren? Manchmal müssen die Kunden 50 oder 60 Umrichter installieren.\“ Da helfen die schraubenlosen Anschlussklemmen, mit denen die Kunden Arbeitszeit bei der Installation sparen. Zudem ermöglichen eingebaute Filter die einfache EMC-Abschirmung bei der Kabelinstallation. On-line-Tuning Um den Anwendern die Programmierung zu vereinfachen, hat der Frequenzumrichter ein Menü, aus dem Voreinstellungen für Standardapplikationen übernommen werden können. Dazu erklärte Fuentes: \“Dieses Menü wird weiter wachsen, aber momentan gibt es z.B. Lüfter, Pumpe, Kompressor und Förderanlage. Dann erhält der Kunde über diese Einstellungen Parameter, die häufig für diese Anwendungen genutzt werden.\“ Das On-line-Tuning liefert dem Anwender die Daten des Motors aus dem laufenden Betrieb. Sonst wird zu Beginn ein Autotuning durchgeführt. Arbeitet der Motor, erwärmt er sich jedoch; also ändern sich auch die Parameter des Motors. Damit der Umrichter mit reellen Werten aus dem Betrieb arbeitet, führt er zunächst ein Autotuning durch und checkt den Motor während des Betriebes. Von Turgay Halimler, General Manager Drives Department der Yaskawa Electric Europe GmbH (Bild 3), erfuhren die Anwesenden: \“Die beiden Eingangskanäle der Frequenzumrichter verfügen über Sicherheitskategorie EN954-1 Kat. 3 und Stop Kat. 0.\“ Wie er erklärte, bietet der Frequenzumrichter sowohl V/f- als auch Open Loop Current Vector Control und kann sowohl Synchron- als auch Asynchronmotoren ansteuern. Joint Venture Yoshikatsu Minami, President & CEO Yaskawa Electric Europe GmbH (Bild 4), ging in seiner Präsentation zunächst auf seine Firma und die Kernkompetenzen ein. \“Yaskawa produziert mehr als 1 Mio. Umrichter pro Jahr, Yaskawa produziert auch mehr als 700.000 Motoren und Antriebe pro Jahr. Und die Yaskawa Robots Group 18.000 Roboter pro Jahr\“. Weshalb der japanische Automatisierungshersteller seine Geschäfte auch in Europa verstärkt hat, wird anhand Minamis Erklärung deutlich: \“Die wichtigsten Maschinenbauer der Welt sind hautpsächlich in Europa ansässig und haben Niederlassungen in anderen Ländern, z.B. in Asien. Die wichtigsten Trends des Maschinenbaus entstehen nach wie vor in Europa. Wir erwarten, dass das auch im nächsten Jahrzehnt so bleiben wird. Und viele Trends schwappen von Europa nach Amerika oder andere Märkte des Maschinenbaus über.\“ Deshalb startete Yaskawa im Jahr 2003 ein Joint Venture mit Omron für das europäische Geschäft. Das Ergebnis ist die Omron Yaskawa Motion Control B.V. Minami verriet, weshalb das Joint Venture mit Omron so interessant ist: \“Omron hat ein ausgezeichnetes Vertriebsnetz in Europa mit Experten, die in der Nähe der Kunden sind.\“ Daraus ergibt sich auch die Verteilung der Aufgaben: \“Omron deckt den Hauptteil unseres europäischen Geschäfts ab. Und Yaskawa konzentriert sich auf die Weiterentwicklung seiner hochentwickelten Technologie.\“ Im Anschluss schlüsselte Antonio Farras, General Manager Omron Yaskawa Motion Control B.V. (Bild 5), die Kompetenzen der Partnerfirmen noch weiter auf. So kann Yaskawa auf einen Stab von 300 Entwicklungsingenieuren zurückgreifen und verfügt über langjährige Erfahrungen. \“Omron verfügt über ein Vertriebs- und Servicenetz in Europa mit mehr als 50 regionalen Verkaufsbüros\“, berichtete er. Aufgrund des Joint Ventures findet der Kunde in Europa den Frequenzumrichter unter dem Label von Omron-Yakawa. (afs) Hannover Messe: Halle 11, Stand E60