reAction-Technologie statt

teurer Spezial-Hardware

Natürlich entfaltet die reAction-Technologie auch außerhalb des Midrange-Segmentes viele Vorteile, denn sie zielt auch auf diejenigen Anwendungen, bei denen bisher teure Spezialhardware zum Einsatz kam, oder bei denen die schnellsten Reaktionszeiten heutiger Systeme in der Zukunft nicht mehr ausreichen. \“Hier gelingt es uns mit der reAction-Technologie, dem Maschinenbauer neue Möglichkeiten zu bieten und gleichzeitig noch Geld einzusparen. Das ist eine perfekte Kombination, die reAction erst möglich macht\“, so Sandhöfner.

Beispiele für den effizienten Einsatz der reAction-Technologie

Beispiele hat Sandhöfner zahlreiche zur Hand: \“Wenn es in der Papierverarbeitung beispielsweise darum geht, eine Papierkante mit hoher Präzision zu erkennen, dann habe ich mit reAction-Modulen die Möglichkeit, diese mit sehr hoher Genauigkeit zu erkennen.\“ […] \“Diese schnelle Reaktion konnten wir übrigens bereits seit vielen Jahren realisieren\“, erklärt er, \“beispielsweise über schnelle Trigger-Eingänge der Acopos-Servoantriebe. Nun verfügt nicht jede Maschine über solche Servoantriebe, denken Sie beispielsweise an Kunststoffspritzgussmaschinen: Hier werden häufig noch hydraulische Antriebe eingesetzt: Die Qualität des Spritzgießproduktes ist direkt davon abhängig, wie gut es beim Schließen der Form gelingt, von einer Geschwindigkeits-/Positionsregelung umzuschalten auf eine Druckregelung. Durch die reAction-Module kann man hier sehr preiswert eine äußerst performante Lösung herbeiführen\“, erläutert Sandhöfner.

Von der Idee zur Lösung in Automation Studio

Doch wie schnell ist die reAction-Technologie in der Anwendung und wie entsteht ein Programm für ein solches Modul, lautet die nächste Frage an den B&R Deutschland-Chef: \“Wir benötigen pro verwendetem Funktionsblock im reAction-Modul ca. 20ns. Als Funktion stehen beispielsweise Logikfunktionen, Rechenfunktionen, Regelfunktionen usw. zur Verfügung, deren Rechenzeiten sich addieren. Damit können wir richtig viel machen, denn selbst wenn hier zehn Funktionsblöcke verwendet werden, liegen wir erst bei einer Rechenzeit von 200ns. Dazu kommt dann natürlich noch die Zeit für die Wandlung. Hier haben wir viel Entwicklungsarbeit geleistet und spezielle Filtermodule entwickelt, die die µs-Performance der reAction-Technologie erst möglich macht. In der reAction-Technologie können also auch sehr umfangreiche Funktionalitäten für Prozesse, die kürzeste Reaktionszeiten erfordern.\“ Das reAction-System basiert auf der FPGA-Technologie. Diese ist durchaus nicht neu, auch nicht in der Automatisierungswelt. Ein wesentliches Merkmal der reAction-Technologie ist jedoch, dass sie vollständig in das Automation Studio 4 integriert wurde. Anwender finden dort ihre gewohnte Umgebung vor. Sandhöfner dazu: \“Unser Ziel war von Anfang an eine einfache Programmierbarkeit in der gewohnten Entwicklungsumgebung Automation Studio 4. Wir haben die Programmierung via Funktionsblöcke umgesetzt. Man kann also IEC-kompatibel mit Funktion-Chart arbeiten. Mit Hilfe zahlreicher von B&R vorbereiteter Bausteine wird letztlich eine Lösung durch einfache Parametrierung erstellt, indem man bestehende, indem man bestehende Funktionsbausteine miteinander verbindet.\“

Fazit

Die reAction-Technologie bringt einen enormen Performance-Sprung in die Automatisierungstechnik. Die µ-Sekunden-Welt eröffnet den Maschinenbauern viele neue Möglichkeiten, die sie zur Optimierung ihrer Maschinen nutzen können. Sie ist aber auch Ausdruck eines klaren Trends, funktional vereinfachte Maschinen ohne zusätzlichen Engineeringaufwand für bestimmte Märkte anbieten zu können. Sandhöfner drückt das so am Ende unseres Gespräches aus: \“Mit Scalability+ und der reAction-Technologie ermöglichen wir es unseren Kunden, einfach, kostengünstig und schnell Maschinen insbesondere im Midrange-Bereich zu generieren, die auf den globalen Märkten erfolgreich sind.\“ (kbn)

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