Landung mit Tücken

Die Landung auf einem Kometen, ein bisher dato nie durchgeführtes Manöver, war in vielerlei Hinsicht heikel. Eine der größten Herausforderungen ist die geringe Schwerkraft auf dem Kometen. Um auf der Oberfläche Halt zu finden, wurde ein spezielles Ankersystem entwickelt. Unmittelbar nach Bodenkontakt bei der Landung sollten zwei Harpunen per Treibladung abgeschossen werden. Jede Harpune hätte dann aus einem Magazin ein Seil hinter sich hergezogen, das nach dem Abfeuern durch einen bürstenlosen Faulhaber-Servomotor der Serie 1628 mit einem Planetengetriebe 16/7 auf eine Trommel aufgewickelt und gestrafft werden sollte. Primär galt es also zu verhindern, dass Philae nicht wieder vom Kometen abprallt. Doch genau dies scheint nun geschehen: Da die Harpunen jedoch nicht ausgelöst und abgefeuert wurden, kam der Rückspulmechanismus nicht zum Einsatz. Philae federte dadurch zweimal wieder vom Kometen ins All zurück. Nach der enfgültigen Landung abseits der berechneten Position berührt Philae nun nur mit zwei seiner drei Beine den Grund und erhält momentan nicht genug Licht. Nach zwei Tagen schaltete der Lander die Instrumente ab und ging in den Standby-Betrieb. Die exakte Position von Philae auf dem Kometen ist bislang nicht bekannt.

14 Antriebssysteme von Faulhaber

Abseits der Seilwinden, sind auch weitere Systeme des Landers von Faulhaber ausgerüstet – insgesamt sind es 14 Antriebssysteme – so z.B. bei der Landung. Um die kinetische Energie der Landung in Wärme umzusetzen, wurde ein Glockenankermotor der Serie 3557 über einen externen Widerstand kurzgeschlossen und als Generator betrieben. Weitere Antriebe aus der Serie 1224 sind am dreibeinigen Landegestell des Landers im Einsatz. Auch an der erfolgreichen Probenentnahme waren Kleinstantriebe von Faulhaber beteiligt. Obwohl Philae nicht mehr aktiv ist, ist die Landeeinheit noch nicht aufgegeben. Die Forscher sehen gute Chancen, für ein Comeback: Je näher der Komet der Sonne kommt, umso mehr Licht bekommen die Solarzellen. Vielleicht kann das Minilabor im Laufe des Jahres noch einmal aktiviert werden.

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