Leckerer Frischkäse? Aber sicher!

Kompetenz für Käse. So lautet der Slogan der Hochland-Unternehmensgruppe, einem der größten privaten Käsehersteller in Europa. Seit seiner Gründung im Jahr 1927 hat sich das Familienunternehmen mit Sitz in Heimenkirch (Allgäu) auf die Herstellung und den Vertrieb von Käse konzentriert. In Schongau im oberbayerischen Voralpenland liegt einer von zwei Hochland-Produktionsstandorten in Deutschland. Mit der 1997 in Betrieb genommenen modernen Käserei verfügt das Unternehmen über eine der bedeutendsten Fertigungsstätten für Frischkäse und Weißkäse in Europa. Die bekannten Marken Almette und Patros werden in Schongau hergestellt. Hochland setzt in der Almette-Produktionslinie wie bei allen anderen Produkten nicht nur auf Qualität, sondern auch auf hohe Sicherheit für die Beschäftigten. Im März 2014 wurde der Kühlbereich der Almette-Linie mit ABB-Produkten auf den neuesten Stand der Sicherheitstechnik gebracht.

Geschätzte Sicherheitstechnik

Anton Eicher, Leiter Automatisierung & Zentrale Instandhaltung im Werk Schongau, weiß insbesondere die Robustheit der ABB-Sicherheitstechnik zu schätzen. Seit rund sechs Jahren setzt Hochland Safety-Produkte des Automatisierungsspezialisten ein. Er erinnert sich: \“Die Sicherheitstechnik einer Anlage in der Weißkäserei machte damals Probleme. Durch die rauen Umgebungsbedingungen mit heißen Dämpfen, Reinigungslauge und Hochdruckreinigung sind die alten Zungensicherheitsschalter häufig ausgefallen. Erst mit dem System Eden konnten wir das Problem beheben.\“ Bei Eden handelt es sich um einen berührungslosen Sicherheitssensor von ABB für den Einsatz an verriegelten Türen, Hauben usw. Eden besteht aus zwei sich ergänzenden Teilen: Adam und Eva. Zwischen den beiden Komponenten findet eine permanente, dynamische Kommunikation statt. Der Sensor wird nur aktiviert, wenn das Tor bzw. die Haube geschlossen ist und Adam und Eva einen bestimmten Schaltabstand aufweisen. Treten Fehler auf, wird sofort ein Stoppsignal ausgelöst. In der hohen Schutzart IP69K halten sie den teils extremen Bedingungen einer Käserei stand. Durch ihr glattes Design ohne schmutzanfällige Kanten und Öffnungen können sie zudem problemlos in den Hygienezonen 1 und 2 bei Hochland eingesetzt werden \“Wir haben zuverlässige Sicherheitstechnik gesucht und haben ABB gefunden\“, erklärt Anton Eicher. Bei den Sicherheitssensoren Adam und Eva ist es nicht geblieben. \“Wir haben bei uns einen Standard für Sicherheitstechnik definiert, und der heißt ABB\“, so Eicher. Auch im aktuellen Modernisierungsprojekt des Kühlbereichs der Almette-Linie werden daher Safety-Geräte von ABB eingesetzt.

Frischkäse auf Lagertemperatur bringen

Der Abfüllanlage folgt direkt der Kühlbereich. Dort wird der heiß abgefüllte Frischkäse auf Lagertemperatur heruntergekühlt. In Reihe laufen 150g-Fässchen zur Kühlung ein. Sie werden zu je acht Stück in Kartontrays gesetzt. Diese werden anschließend auf Tablets, auf Rollen gelagerte Bleche, platziert. Ist ein Tablet voll belegt, wird es über eine der beiden Beladestationen in den Kühlbereich transportiert und dort über eine Höhe von 5,50m auf eine von 25 Etagen verteilt. Während die unteren zehn Etagen reine Durchlaufstationen sind, können in den oberen 15 Etagen bis zu sechs verschiedene Produkte zwischengelagert werden. Voll ausgelastet fasst die Anlage über 60.000 Becher Frischkäse. Drei Entnahmestationen leiten die Trays vom Kühlbereich entweder zu einer Großgebinde-Packstation oder zu zwei Verdecklern, die einen Kartondeckel auf die Trays setzen, um sie stapeln zu können. Das übernimmt ein Palettierroboter IRB 640. Er greift die Trays mit einem Sauggreifer und stapelt sie auf eine Palette. Die volle Palette gelangt über eine Förderstrecke zu einem Folienwickler und anschließend ins Kühllager.

Bereichsabschaltungen gefordert

Sicherheitstechnik wird im Kühlbereich vor allem bei den Zugangstüren zur Kühlspeicheranlage und bei Maschinenabtrennungen benötigt. Veraltete Not-Aus-Relais und Zungensicherheitsschalter sollten bei Hochland auf den aktuellen Stand der Maschinensicherheit gebracht werden. Stand früher die Anlage komplett still, wenn eine Türe geöffnet wurde oder ein Schalter nicht sauber geschlossen war, gilt für die neue Sicherheitslösung eine andere Anforderung. Anton Eicher formuliert sie: \“Um die Verfügbarkeit der Anlage zu optimieren, müssen Bereiche unabhängig voreinander abzuschalten sein. Alle anderen Anlagenbereiche müssen in der Zeit, in der die Gefahr behoben wird, weiterlaufen.\“ Die ABB-Lösung konnte diese Anforderung erfüllen. Anton Eicher von Hochland nennt noch weitere Vorteile: \“Als Verantwortlicher für das Ersatzteillager will ich möglichst eine standardisierte Lösung für das gesamte Werk haben. Für unsere technische Produktionsbetreuung ist es außerdem wichtig, dass sie sich mit nur einem System befassen muss. Durch das Komplettangebot von ABB ist beides gegeben – hohe Zuverlässigkeit und guter Service inklusive.\“ Das Engineering der Sicherheitslösung, die nach DIN EN ISO13849-1 den Perfomance Level d (PL d) erfordert, realisierte das Ingenieurbüro LKE, ein langjähriger Partner von ABB mit Sitz im bayrischen Großaitingen. LKE beriet die Projektleitung bei der Auslegung der Elektrokonstruktion, programmierte das System und erstellte die komplette Dokumentation. Auch die Validierung der Software, die Funktionsprüfung und die Abnahme der gesamten Sicherheitssteuerung wurden von LKE nach den selbst entwickelten Standards durchgeführt. Leonhard Kastl, Geschäftsführer von LKE, erklärt: \“Die Herausforderung bei diesem Auftrag war die Kombination vieler Zugänge zur Anlage in Verbindung mit einem für die Bediener intuitiv verständlichen Zutrittskonzept.\“ Anton Eicher lobt: \“Wir haben die gesamte Anlage in der elektrischen Grundkonstellation komplett geändert. Trotz des engen Zeitrahmens von einer Woche hat alles sehr gut geklappt.\“

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