Makellose Tachoblenden: Bildverarbeitung überwacht Qualität in der Automobilzulieferindustrie

Tachoblenden im Auto müssen nicht nur ihre Funktion erfüllen und exakt eingebaut sein, sondern auch einen makellosen optischen Eindruck vermitteln. Das kann nur gewährleistet werden, wenn die notwendigen Kontrollfunktionen sicher funktionieren und Präzision gewährleisten. Der Visteon Unternehmenskonzern ist einer der weltweit führenden Zulieferer und verfügt alleine in Europa über 23 Fertigungswerke in 14 Ländern. Das Produktangebot reicht von Klimasteuerung über Elektronik und Innenausstattung bis hin zur Beleuchtung – für fehlerhafte Lieferungen ist dabei kein Platz. Auch in Portugal arbeiten drei Fertigungswerke. Um die Produktion und Qualitätskontrolle von Bedienblenden für Autos zu optimieren, benötigte man in einem der Werke eine zuverlässige Systemlösung. Dabei ist eines der wesentlichen Elemente die Tacho­blende, ein Kunststoffblatt mit den Skalen für Tachometer und Drehzahlmesser. Die Befestigung der Tachoblende muss mit hoher Präzision erfolgen, da Vibrationen beim Fahren zu einer Verschiebung der Blende und infolge zu einer fehlerhaften Anzeige von Geschwindigkeit und Drehzahl führen könnten. Serienfertigung erfordert leistungsstarke Vision-Lösung Die Prüfung der präzisen Anbringung der Blenden erforderte ein leistungsstarkes Bildverarbeitungssystem, das nicht nur für die Serienfertigung der Armaturenbretter geeignet war, sondern auch den eingeschränkten Platzverhältnissen entsprach. Mit dieser Anforderung wandte sich Visteon an seinen Vision-Lieferanten Alphr Technology Ltd. Der englische Partner-Systemintegrator und Spezialist für Bildverarbeitungslösungen lieferte und installierte die Vision-Systeme. Um seine Produkte ohne jegliche Defekte aufgrund fehlerhafter Tacho­blendenbefestigung herstellen zu können, entschied sich Visteon für das kompakte Cognex In-Sight Micro Vision-Systems. Das englische Unternehmen realisierte bereits zahlreiche Projekte mit Visteon und lieferte ähnliche Anlagen an verschiedene Niederlassungen und Standorte. Als Anbieter von Komplettlösungen entwickelte, produzierte, programmierte und integrierte Alphr das System direkt vor Ort am portugiesischen Standort. Nach eingehender Analyse der Kundenanforderungen entschied sich der englische Systemintegrator für das System In-Sight Micro von Cognex, um die geforderten Inspektionsraten und Präzision zu erzielen. Das nur 30x30x60mm große In-Sight Micro ist ein autark arbeitendes Bildverarbeitungssystem, das für häufig geforderte Hochleistungsanwendungen unter beengten Verhältnissen konzipiert wurde. Das neue System ergänzt dabei zwei bestehende Cognex In-Sight 1000, die die Nadelausrichtung von Drehzahlmesser, Tachometer, Tankfüllungs- und Temperaturanzeige auf den Armaturenbrettern erfolgreich prüfen. Hohe Anlagenverfügbarkeit für zwei Produktionslinien Kundenwunschgemäß waren zwei identische Produktionslinien notwendig, die gleichzeitig im 3×8-Stunden-Schichtbetrieb, fünf Tage pro Woche laufen und 2.000 Teile pro Tag herstellen. Für jede Produktionslinie wurden zwei In-Sight Micro Systeme vorgesehen, die auf einem FlexLink-Rahmen mit LED-Beleuchtungen entlang der Kameras montiert wurden. Beide Produktionslinien verbinden die Platinen mit den entsprechenden Kunststoffkomponenten und LCDs und führen eine vollständige Prüfung der Teile durch. Mithilfe von PatMax, der Cognex-Technologie zur Abgleichung von geometrischen Mustern, suchen die Kameras nach zwei Kunststoffzacken, die auf dem weißen Kreis jeder Blende jeweils auf 3 und 9 Uhr positioniert sind. Sind diese Zacken verdeckt, wurde die Blende über anstatt unter der Befestigung angebracht, ist sie somit mangelhaft befestigt. Mit der Software wird sichergestellt, dass jedes Merkmal auch bei Prozessänderungen lokalisiert wird. Jedes Bauteil wird vom Bedienpersonal auf einen Prüfstand gesetzt und nach vollständiger Prüfung entfernt. Ein Testprogramm zeigt die Ergebnisse auf einem PC-Monitor an. Fehlerdaten werden für das Bedienpersonal ausgedruckt, und sämtliche Ergebnisse werden an ein firmeninternes CIM-System zur Leistungsüberwachung online übermittelt. Defekte Teile werden manuell vom Prüfstand entfernt, sobald die Ausschussbestätigungstaste vom Bedienpersonal gedrückt wurde. Know-how weitergeben und Standardisierungen nutzen Die neue Prüfanlage ergab positive Auswirkungen auf die Produktionsgeschwindigkeit, da mit In-Sight Micro jede Blende in einem Sekundenbruchteil auf viele Merkmale prüfen kann. Dadurch können optimale Prozesse und Produktionszahlen aufrechterhalten werden. Dec­lan McCabe, Applications Engineer bei Alphr Technology, verantwortlich für elektrisches Design, Softwareentwicklung und -installation, berichtet: \”Visteon war vom Erfolg dieses Projekts so beeindruckt, dass sie ein Angebot für ein identisches System auf einer anderen Produktionslinie erbeten haben.\” Darüber hinaus erfolgt unter vielen Fertigungswerken ein internationaler Austausch der Erfahrungen, und weitere Projekte werden angestoßen. Das kann konzernintern zum Effekt der Standardisierung von Komponenten in Hard- und Software der Bildverarbeitung und des Know-hows führen. (Kasten) Kompakte Vision-Systeme Die Produktfamilie In-Sight und ihre Erweiterung durch die Serie Micro von Cognex sind heute ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung, Identifikation und Prozessoptimierung in allen industriellen Branchen. In den Abmessungen von nur 30x30x60mm wurde ein autarkes Vision-System integriert. Die Produktfamilie überdeckt den Bereich von der Standardauflösung bis hin zur 2MPixel Bildauflösung in Farbe. Zu In-Sight ist das Vision-Softwarepaket mit PatMax, PatInspect, PatFlex, IDMax und OCVMax mit ihren sicher arbeitenden Algorithmen und Visiontools erhältlich. Es vereinfacht die Programmierung komplexer und anspruchsvoller Anforderungen. Von großer Bedeutung für den Anwender und Systemintegrator ist der Aspekt einer einfachen Vision-Entwicklungsumgebung. Mit In-Sight Explorer und der Bedieneinheit VisionView 700 können ganze Netzwerke von Vision-Systemen In-Sight erstellt und programmiert werden.