Marktübersicht: Prozessregler

Die Durchflussregler müssen sich in den unterschiedlichsten Einsatzgebieten bewähren: – Im pharmazeutischen Bereich soll z.B. eine Paste aus zwei verschiedenen Flüssigkeiten und einem Pulver zubereitet werden. Dabei muss sowohl das Verhältnis der beiden Flüssigkeiten als auch die Zugabe des Pulvers in bestimmten Verhältnissen geregelt werden. – Bei der Wäschereinigung in einer Industriewaschmaschine muss einerseits eine bestimmte Menge Waschwasser zufließen, andererseits wird auch eine bestimmte Menge Spülmittel benötigt, um die Schmutzpartikel herauszulösen. – Zur Gewinnung von elektrischer Energie in Brennstoffzellen wird abhängig vom Strombedarf aus Wasserstoff und Sauerstoff Energie gewonnen. Die Durchflussregelung sorgt für das richtige Verhältnis beider Gase und berücksichtigt zudem die Druckverhältnisse in der Brennstoffzelle, damit diese nicht beschädigt wird. – In einer Lackieranlage dient ein Regler zur Einstellung der Lenkluft von Sprühdüsen. Die Luftmenge aus den Lenkluftdüsen eines Zerstäubers verändert die Breite eines Lackierstrahls. Ein kleiner Durchfluss durch die Lenkluftdüsen führt zu einem breiten Lackierstrahl, ein großer Durchfluss zu einem schmalen Lackierstrahl. Damit eine gleichmäßige Lackschicht auf die Werkstücke gelangt, muss die Lenkluft auf die Formveränderungen des Werkstücks reagieren. Die Liste der Anwendungsbeispiele lässt sich beliebig verlängern, wobei das Grundprinzip der Regelung immer das Gleiche bleibt: eine Regeleinrichtung wirkt so auf eine Regelstrecke ein, dass sich die zu regelnde Größe einer vorgegebenen Führungsgröße anpasst. Auf Grund der Abweichung zwischen Führungsgröße und der gemessenen Regelgröße erstellt die Regeleinrichtung eine Stellgröße, die von der Regelstrecke benutzt wird, um den Prozess zu beeinflussen. Auf die Regelstrecke wirken neben der Stellgröße weitere auftretende Störungen ein, die zu Veränderungen der Regelgröße führen. Neben dem Umstand, dass bereits in einem einfachen Regelkreis für den Durchfluss auch andere Größen wie Temperatur und Druck eine Rolle spielen, treten verschiedene Situationen auf, in denen mehrere Regelkreise zusammenwirken. Ein Beispiel ist die Kaskadenregelung, wo die Durchflussregelung einer Temperaturregelung unterlagert ist. Beispiel Pastenherstellung Das Beispiel der Pastenherstellung zeigt, dass einiger Aufwand nötig ist, damit aus den Komponenten das gewünschte Endprodukt entsteht. Zunächst müssen die Durchflüsse der beiden Flüssigkeiten erfasst und das eingestellte Verhältnis über Regelventile stetig nachgeregelt werden. Auch die Menge des zugeführten Pulvers wird gemessen und seine Zufuhr über eine Fördereinrichtung geregelt. Mit der Festlegung des Durchflusses der ersten Flüssigkeit in Form eines Sollwertes und dem bekannten Mischungsverhältnis lässt sich der Durchfluss der zweiten Flüssigkeit direkt regeln, eine typische Folgeregelung. Für die fertige Paste schließt sich dann z.B. ein Abfüll- bzw. Dosiereinheit an. Umfangreiche Vorzüge Die Vorteile der digitalen Regler zeigen sich nicht nur darin, dass sie digitale und analoge Eingangs- und Ausgangssignale verarbeiten bzw. ausgeben können, sondern auch darin, dass sich intern verschiedene Regelalgorithmen abrufen lassen, Grenzwerte überwacht und Alarme abgesetzt werden können. Vielfältige Anzeigemöglichkeiten, angefangen von LED-Leuchten bis hin zu kleinen Displays, helfen bei der Funktionsüberprüfung bzw. beim Einstellen von Reglervorgaben. (ghl)