Die Entwicklung von Varan sowie die Gründung Ihrer Nutzerorganisation liegt mittlerweile etwa vier Jahre zurück. Wie hat sich das Varan-Bus-System seither entwickelt? Martin Schuller: Varan hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Mittlerweile setzen mehrere 100 Firmen den Varan-Bus erfolgreich ein. Neueste Entwicklungen haben gezeigt, dass der Varan-Bus für die präzise Messtechnik geeignet ist. Gerade in diesem Bereich sind spannende Projekte entstanden. Mit Varan-Multi-Manager-Systemen werden ganze Produktionslinien in harter Echtzeit verbunden. Aktoren und Sensoren bekannter Hersteller wurden mit Varan erweitert. Außerdem wurde die Varan-Safety-Technologie entwickelt. Es ist nach wie vor die erste Varan-Protokollversion im Einsatz. Das garantiert dem Anwender Kompatibilität für aktuelle und zukünftige Maschinenerweiterungen. In den 27 namhaften Mitgliedsfirmen der Varan-Bus-Nutzerorganisation (VNO) wird intensiv an der Entwicklung neuer Produkte und der Weiterentwicklung des Standards gearbeitet. An welchen neuen Produkten mit Varan-Bus und an welchen Weiterentwicklungen arbeiten Sie derzeit? Martin Schuller: Aufgrund der großen Marktakzeptanz werden laufend neue Varan-Produkte entwickelt. Ob Serienprodukte oder anwendungsspezifische Sonderlösungen – das Spektrum umfasst große Bereiche der industriellen Automatisierung. So binden beispielsweise immer mehr Drive-Hersteller Varan in ihr System ein. Auch im Bereich Hydraulik tut sich aktuell einiges. Da Varan besonders für Anwendungen geeignet ist, die garantierte Datenkonsistenz erfordern, birgt die Messtechnik ein sehr großes Potenzial. An Standardisierungen im Bereich der Sensorik und Aktorik wird in der VNO auch weiterhin mit Hochdruck gearbeitet, wodurch der Anwender ein ausgereiftes Echtzeit-Ethernetsystem in die Hand bekommt. Welche Branchen adressieren Sie mit dem Varan-Bus-System vorrangig? Martin Schuller: Der Varan-Bus wird vorrangig im schnelllaufenden Serienmaschinenbau eingesetzt. Ob Verpackungsindustrie, Robotik oder Kunststofftechnik die Anwendungsgebiete sind vielfältig. Applikationen im Anlagenbau haben gezeigt, dass es dabei nicht nur um die höchste Performance geht, sondern auch um die Sicherheit bei der Datenübertragung. Welche Vorteile hat Varan gegenüber Wettbewerbssystemen, um neue Märkte zu erschließen? Martin Schuller: Ein Alleinstellungsmerkmal von Varan ist die garantierte Datensicherheit. Bereits in der Varan-Basisfunktionalität werden unquittierte Nachrichten noch im selben Bustakt wiederholt, wodurch am Ende des Bustaktes alle Prozessdaten garantiert konsistent sind. Varan ist daher für Applikationen in rauen industriellen Umgebungen geeignet, bei denen höchste Zuverlässigkeit in der Datenübertragung gefordert ist. Welche Rolle spielt die Offenheit von Varan-Bus für Anwender und potenzielle Nutzer? Martin Schuller: Varan-Bus ist als offener Standard herstellerunabhängig. Durch diese Offenheit kann der Anwender unter verschiedenen Implementierungsmöglichkeiten wählen. Die Entwicklungsunterlagen sind kostenlos bei der VNO erhältlich. So lässt sich eine komplett eigene Umsetzung des Protokolls realisieren. Da Varan in Hardware gelöst wurde, kann man den Bit-Stream oder den gesamten VHDL-Source-Code für die FPGA-Implementierung beziehen und um eigene, anwendungsspezifische Implementierungen erweitern. Der Anwender erhält eine flexible Möglichkeit, eine Echtzeit-Ethernet-Lösung in seiner Applikation zu implementieren. Wo sehen Sie gerade in den Zeiten der Wirtschaftskrise Potenzial für neue Varan-Bus-Lösungen? Martin Schuller: Gerade in wirtschaftlich durchwachsenen Zeiten ist es für den Maschinenbauer wichtig, flexible und kostengünstige Maschinen auf den Markt zu bringen. Die Basis dafür sind durchgängige Automatisierungslösungen mit einer perfekten Systemkommunikation. Varan ist schnell, sicher und kostengünstig. Die Kosten für eine Varan-Bus-Anbindung liegen im Bereich einer Feldbusanbindung. Es lassen sich Zykluszeiten unter 100µs erzielen. So können die Anwender aus heutiger Sicht auf die teure GBit-Technologie verzichten. Wo sehen Sie technologisch derzeit den größten Wachstumsmarkt für Varan? Martin Schuller: Besonders im Serienmaschinenbau mit vielen Bewegungsachsen, wo es darum geht, Prozessdaten schnell und sicher an die Steuerung zu übertragen, liegen die größten Stärken der Varan-Technologie. Auch im Bereich der Sensorik und Messtechnik ist ein starkes Wachstumspotenzial auszumachen. Diese Branche hat erkannt, dass neben der hohen Performance der Ethernet-Technologie auch die robuste und zuverlässige Funktionsweise von Varan Vorteile bietet. Durch die Hot-Plug-Fähigkeiten können Module zur Laufzeit an- und abgesteckt werden. Mit der Varan-Multi-Manager-Struktur können Maschinen und Anlagen modular aufgebaut und nachträglich mit geringem Aufwand erweitert werden. Regional betrachtet: Wo wird Varan-Bus derzeit am häufigsten eingesetzt, in welchen Ländern steckt noch Potenzial? Martin Schuller: Varan hat sich besonders im europäischen Markt etabliert und ein breites Anwendungsspektrum erschlossen. Weltweit betrachtet, verzeichnen wir gute Zuwachsraten im asiatischen Markt. (afs) www.varan-bus.net (Kasten)Messen, steuern, regeln mit Varan-Bus Sigmatek hat ein MSR-System auf den Markt gebracht, das durch seine Modularität für unterschiedliche Aufgaben der Mess- und Regelungstechnik geeignet ist. Mit dem Echtzeit-Ethernet Varan steht ein Kommunikationssystem für die dezentrale Anwendung des MSR-Systems zur Verfügung. Alle im Gesamtsystem anfallenden Messwerte können zeitsynchron und mit größtmöglicher Datensicherheit erfasst und verarbeitet werden. Das modulare MSR-System kann mit bis zu acht Basismodulen bestückt werden, die wiederum je acht Messkanäle aufweisen. So entsteht eine flexible Konfiguration mit bis zu 192 digitalen bzw. 64 analogen Ein- und Ausgängen. Das System lässt sich bedarfsgerecht konfigurieren, sodass alle benötigten Messgrößen erfasst und verarbeitet werden können. Die verschiedenen Kanäle der Messmodule können zur Erfassung unterschiedlicher Messgrößen (4 bis 20 mA, ±10V, usw.) applikationsspezifisch bestückt werden. Alle gebräuchlichen Mess- und Stellgrößen können mit einer Zykluszeit von bis zu 200µs dezentral verarbeitet werden. Die Wandlungszeit beträgt 25µs je Kanal (40kHz). Aufgrund der galvanischen Trennung der Messkanäle ist das System unempfindlich gegenüber Störungen.
Martin Schuller im Interview: \”Die hohe Datensicherheit eröffnet uns neue Märkte\”
-
Roboterdichte steigt in Europa, Asien und Amerika
Westeuropa installierte 2024 im verarbeitenden Gewerbe einen Rekord von 267 Industrierobotern pro 10.000 Arbeitnehmern und führt damit im internationalen Automationsrennen vor Nordamerika mit 204 Einheiten und Asien mit…
-
Hochschulausgaben 2024 um 5% gestiegen
Im Jahr 2024 haben die öffentlichen, kirchlichen und privaten Hochschulen in Deutschland insgesamt 79,2 Milliarden Euro für Lehre, Forschung und Krankenbehandlung ausgegeben.
-
Entwicklung der Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe für Februar
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts legten die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Februar 2026 leicht zu: Das Ordervolumen stieg preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 0,9%.
-
Deutscher Maschinenbau 2030
KI entscheidet über Zukunft der Branche
Produktion, Qualitätssicherung, Materialhandling oder Wartung: Der Anteil der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau, die kritische Prozessschritte wie diese automatisieren, wird sich bis 2030 nahezu verdreifachen – im Median…
-
Für Einsatz in Zone 2
Sicherheitsschaltgerät für Ex-Bereiche
Mit dem neuen Sicherheitsrelais PSR-MC35-EXI baut Phoenix Contact sein Safety-Portfolio weiter aus.
-
Infrarotsensor regelt Materialauftrag bei der Plasmabeschichtung
Ultradünne Barriereschichten auf Verpackungen können Lebensmittel oder Medikamente wirksam vor Kontakt mit Sauerstoff,…
-
Neues Mitglied im Wago Management Board
Zum 1. Mai verstärkt Jens Hunecke das Management Board bei Wago als Chief…
-
Digitale Prozesse: Mit Ethernet-APL sicher und effizient
Die Digitalisierung der Prozessindustrie schreitet unaufhaltsam voran – und sie stellt neue Anforderungen…
-
Elektromechanisches Fügesystem
Kistler hat mit dem IJSys ein neues Fügemodul entwickelt, das alle Komponenten inklusive…
-
Komplexe Bewegungen über High-Level-Sprachen steuern
Es geht auch ohne Echtzeit
Die koordinierte Bewegung mehrerer Achsen – z.B. bei Robotikanwendungen – ist kein neues…
-
Offizielle Eröffnung der Hima-Niederlassungen in Kolumbien und Peru
Die Hima Group baut die Präsenz in Lateinamerika mit der offiziellen Eröffnung neuer…
-
CiA-Vorstand wieder gewählt
Auf der Vollversammlung des Vereins CAN in Automation wurde der amtierende Vorstand bestätigt:…
-
Schmersal gehört 2026 zu den besten Arbeitgebern in Nordrhein-Westfalen
K.A. Schmersal zählt 2026 zu den besten Arbeitgebern in Deutschland.
-
IO-Link-Safety-Lösungen
Mit der Kombination robuster Sicherheitskomponenten und IO-Link Safety ermöglicht Euchner eine durchgängige, sichere…
-
Im Interview: Wie NI und DataTec den europäischen Testmarkt neu denken
Vom Messgerät zur Datenplattform
Beim Besuch von National Instruments bei DataTec tauschten sich Ritu Favre, President Test…
-
Maßgeschneiderte Schwingungsüberwachung mit IO-Link
Gemeinsam zur Lösung
Steigende Anforderungen an die Überwachung von Schwingförder- und Siebmaschinen erfordern präzise und flexibel…
-
Kompakter Distanzsensor bis 150m
Mit dem OptoNCDT ILR1041-150-IO erweitert Micro-Epsilon sein Laser-Distanzsensoren-Portfolio um ein kompaktes Modell für…
-
Gute Ergänzung
Der SCHALTSCHRANKBAU und das Thema ‘schaltschranklose Automatisierung’: Wie passt das denn zusammen? So…
-
Wenn Unmanaged Switches Managed Funktionen übernehmen
Plug&Play trifft Priorisierung
Netzwerksegmentierung und Datenflusspriorität sind in der industriellen Automatisierung keine Kür mehr, sondern Pflicht.…
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell…
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten.…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von…
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf…
das könnte sie auch interessieren
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
















