Schlüsselfertige Automatisierungstechnik aus dem Baukasten: Auf diesen – zugegebenermaßen stark vereinfachten – Nenner könnte man das Arbeitsgebiet und zugleich die Stärke der Baumann GmbH im bayrischen Amberg bringen. Denn das 1984 gegründete Unternehmen entwickelt und fertigt komplexe Fertigungsanlagen z.B. für die Produktion von Mobiltelefonen, Blutzuckermessgeräten, Kfz-Steuergeräte und Solarzellen. Vorteile der Automatisierung aus dem Baukasten So unterschiedlich diese Produkte sein mögen – ihre Fertigung lässt sich doch auf identische Prozessschritte wie Be- und Entladen, Bestücken, Montieren, Kennzeichnen, Kontaktieren, und Testen zurückführen, und für diese Schritte hat Baumann jeweils Module entwickelt, die sich mit anderen Modulen und mit robotergestützten Handhabungseinheiten zu komplexen Zellen kombinieren lassen. Auf diesem Gebiet sieht sich Baumann als einer der weltweit führenden Ansprechpartner, und die Fakten bestätigen diesen Anspruch: Das Unternehmen beschäftigt rund 230 Mitarbeiter und verzeichnet starkes Wachstum vor allem im Geschäftsfeld Photovoltaik. Standardzellen für typische Automatisierungsaufgaben In den vergangenen Jahren hat Baumann die Modularisierung der einzelnen Automationsschritte so weit vorangetrieben, dass es inzwischen Standardprodukte für einzelne Aufgaben gibt wie z.B. das Be- und Entladen von Werkzeug- und Spritzgussmaschinen (feedbox), die robotergestützte Handhabung (robox) und für Pick-and-Place-Applikationen (sembox). Diese standardisierten Zellenmodule werden jeweils um weitere Prozessschritte ergänzt und zu kompletten Produktionslinien kombiniert. Bei dieser baukastenartig strukturierten Produktpalette von mechatronischen Modulen macht es umso mehr Sinn, auch die Entwicklungsprozesse zu modularisieren und zu standardisieren. Ziel: durchgängiges System – aktueller Datenstand Die Grundlage für die Optimierung wurde durch die Migration auf Eplan Electric P8 gelegt. Dipl.-Ing. Hubert Grill, Leiter der Konstruktion Elektrotechnik: \“Wir nutzen P8 schon seit 2007, haben aber zunächst auch mit der Vorgängerversion Eplan 5.70 weitergearbeitet, weil einige Kunden vor allem in der Automobilindustrie die neue Plattform erst später freigegeben haben. Deshalb waren wir quasi gezwungen, mit der vollständigen Migration noch zu warten. Sie fand dann Anfang 2009 statt.\“ Nutzung der neuen Plattform gründlich vorbereitet Dass die Implementierung in eine Zeit fiel, die von der Wirtschaftskrise und von ausbleibenden Aufträgen geprägt war, gab den Konstrukteuren die Gelegenheit, die Implementierung der neuen Plattform sorgfältig vorzubereiten. Hubert Grill: \“Wir haben alle Makros neu erstellt und die Artikelstammdaten komplett überarbeitet. Auch die Basispläne wurden neu erarbeitet. Das war in der Tat ein erheblicher Zeitaufwand, den man unserer Erfahrung nach aber investieren sollte. Denn jetzt sparen wir bei jedem einzelnen Projekt ganz erheblichen Zeitaufwand, zum Beispiel beim Generieren von Stücklisten.\“ PDM gibt Sicherheit Bereits Ende 2008 wurde mit Productstream Professional (PSP) ein Produktdatenmanagement-System (PDM) implementiert, das den Konstrukteuren stets die aktuelle Version derjenigen Zeichnung zur Verfügung stellt, die sie gerade benötigen. Damit erübrigt sich eine aufwändige manuelle Versionsverwaltung und jeder Beteiligte hat stets die Sicherheit, mit dem aktuellen Datenstand zu arbeiten. Hubert Grill: \“Die Kollegen der mechanischen Konstruktion, die mit Autodesk Inventor arbeiten, haben den Anstoß zur Anschaffung des PDM-Systems gegeben und damit gearbeitet. Dabei zeichnete sich schnell ab, dass eine Verbindung vom M-CAD- und E-CAD- zum PDM-System bzw. zum ERP-System weitere Effizienzpotenziale erschließen und viele manuelle Tätigkeiten und Doppelarbeiten vermeiden wird, vor allem in der Bestellabwicklung.\“ Individuelle Schnittstellen entwickelt Diese Verbindung wiederum ist aber dann am effizientesten, wenn neben M-CAD auch die E-CAD-Systeme eingebunden werden, und genau das war das Ziel von Baumann. Der Weg führt hier über das PDM-System: Es wurde eine Schnittstelle von Eplan zu Productstream Professional geschaffen, die das Consulting des Lösungsanbieters Eplan entwickelte. Diese Entscheidung war konsequent, denn Eplan ist nicht nur der Entwickler von Electric P8, sondern unterstützt sowohl AutoCAD Inventor als auch PSP und deckt somit auf der CAD- und PLM-Seite das gesamte Spektrum ab, das die Baumann-Konstrukteure nutzen. Zudem wurde in Zusammenarbeit mit einem weiteren Unternehmen eine Schnittstelle zwischen dem ERP-System APplus und dem PDM-System geschaffen. Nach intensiver Schulung aller Mitarbeiter, die in der Konstruktion und in den kaufmännischen Abteilungen von dieser Integration profitieren, ging das durchgängige System dann im November 2009 in seinen Live-Betrieb. Stand heute: einheitliche Informations- und Konstruktionsplattform Seitdem profitieren sowohl die Konstrukteure als auch der Einkauf und der Vertrieb von einer mechatronischen, durchgängigen Informations- und Kommunikationsplattform, die dennoch den Eigenheiten der einzelnen Gewerke gerecht wird. Die mechanische und die elektrische Stückliste fließen gleichermaßen im PDM-System zusammen. Das PDM-System bildet dabei die Basis für die Konstruktion. Hubert Grill: \“Aus Productstream Professional werden alle Grundeinstellungen in P8 und Inventor übernommen – bis hin zur Adresse des Kunden. Wir haben hier also eine sehr tiefe Schnittstelle realisiert.\“ Der Vorteil: Auch Informationen wie Lagerbestand oder Preis, die im ERP-System hinterlegt sind, lassen sich über das PDM-System direkt an Eplan übergeben. Last but not least arbeitet auch der Service vor Ort mit dem PDM-System Productstream Professional. Durchgängige, immer aktuelle Daten sind das Ergebnis.\“ Umgekehrt können die Elektro-Konstrukteure in Eplan Electric P8 über PSP auch kaufmännische Daten einsehen, die im ERP hinterlegt sind, wie z.B. Lagerdaten und Preise. Dass diese durchgängige Informationsplattform die Konstruktion vereinfacht, steht für die Baumann-Konstrukteure außer Frage. Aus diesem Grund bereitet man zurzeit den nächsten Schritt vor: Mit Eplan Fluid soll auch die Pneumatik- und Hydraulik-Konstruktion in diese Konstruktionsplattform eingebunden werden.
Mechatronisch, durchgängig & flexibel Verbindung von E-CAD, M-CAD und PDM
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