Setzt sich die Hochsprachenprogrammierung in der SPS-Welt durch? Viele Experten sind der Meinung, dass dies zur Lösung heutiger Aufgaben erforderlich ist. Wenn die Experten in ihrer Einschätzung richtig liegen, dann stellt sich also eher die Frage wann sich die Hochsprache durchsetzt. In der Tat ist die Entscheidung für Unternehmen schwierig, da an Berufsschulen, Technikerschulen und an den Hochschulen immer noch FOP, KUP und AWL gelehrt wird. Die Mitarbeiter auf moderne Programmiertechniken umzuschulen, scheint auf den ersten Blick kostspielig. Trotzdem ist die Entwicklung kaum mehr aufzuhalten, da der Leidensdruck der Anlagenbauer ein rascheres Time-to-Market zu erreichen immer größer wird. Zudem bringt der Nachwuchs, im Bereich der Automatisierungstechnik, mittlerweile auch Hochsprachenkenntnisse mit. Breit gefächerte Anforderungen Betrachtet man eine Anlage mit höherem Automatisierungsgrad, so erkennt man schnell, dass die Anforderungen an das System und insbesondere an die Programmiersprache vielseitig und anspruchsvoll sind. Abgedeckt sein sollte von der reinen Ein-Ausgangsverknüpfung über komplexe Arithmetik, Analogwertverarbeitung bis zu Positionieraufgaben mit Antrieben und Datenverwaltung mit gemischten Datentypen. Außerdem müssen die Systeme differenzierten Ansprüchen aus dem klassischen Anlagenbau sowie jenen aus verwandten Bereichen wie z.B. HLK (Heizung, Lüftung, Klima) oder Mobile Automation genügen. In nahezu allen Fällen enthält ein System mehrere Prozesse, die parallel und in den meisten Fällen völlig autark ablaufen. Häufig sind die Anlagen vernetzt und an ein Scada-System angeschlossen, das die Daten der verschiedenen Steuerungen in den Anlagen verarbeitet. Parallele Prozesse verarbeiten All diese Anforderungen aus der Praxis des Maschinen- und Anlagenbaus stellen höchste Ansprüche an die Programmiersprache eines Steuerungssytems. Bereits hier kann die Frage konkretisiert werden, ob die klassische Form der SPS-Programmierung dazu geeignet ist, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Oder ob es nicht sinnvoll ist, Konzepte aus der IT-Welt in die Automatisierungstechnik zu transferieren und an deren spezifischen Anforderungen anzupassen. So wie dies zum Beispiel bei der Programmiersprache JetSym STX realisiert wurde. Im Gegensatz zu den verbreiteten SPS-Systemen ist JetSym STX von Grund auf als Multitasking ausgelegt. Das bedeutet, dass das Programm nicht zyklisch abgearbeitet wird, sondern ereignis- beziehungsweise prozessorientiert. Das Multitaskingbetriebssystem von STX verwaltet bis zu 100 Tasks, die in sich selber völlig autark sind. Dies entspricht auch dem natürlichen Abbild der verschiedenen Prozesse einer Anlage. Jedem dieser Task kann eine eigene Priorität zugeordnet werden. Nahezu unendlich viele Möglichkeiten JetSym STX basiert auf Strukturiertem Text nach der IEC-61131-3 Norm, bietet jedoch gegenüber dem Standard deutliche Vorteile bei Funktionalität und Komfort. So verfügt es über leistungsfähige Befehle für die integrierte Positionierung von Antriebsachsen und die Bedienerführung. Dadurch vereinfacht sich die Programmierung und es ergeben sich neue Möglichkeiten bei der Realisierung komplexer Funktionalitäten. Das umfangreiche Hilfesystem gibt dabei eine optimale Unterstützung. Die Befehle können in folgende Kategorien aufgeteilt werden: – Befehle für die Task-Verwaltung – Ablauf- und Schleifenbefehle wie z.B. WHEN, IF, CASE, FOR oder WHILE – Boolsche Ausdrücke (Merker, Eingänge, Ausgänge und Zahlenwerte) – Arithmetik – Vergleiche wie <>, = und Wertebegrenzungsbefehle – Diverse Timer-Befehle – Zeiger (Pointer) – Funktionen – Objekte – Ausnahmebehandlung – Netzwerkbefehle zur Kommunikation über Ethernet – Befehle für die Bedienerführung – Befehle für die Textverarbeitung – Befehle für Datei-Operationen wie Laden, Speichern und Löschen von Dateien für das integrierte Datei-System. Der Appetit kommt mit dem Essen Gibt man SPS-Programmierern ein Werkzeug an die Hand, das nahezu keine Einschränkungen mehr hat, werden diese erfahrungsgemäß im positiven Sinne äußerst kreativ. Ein Alarmhandling über eine HTML-Seite angezeigt, ist für sich gesehen nichts Ungewöhnliches. Dass diese Seite durch den Quellcode der Steuerung erzeugt wird, schon eher. JetSym STX ist in der Lage, eine Datei auf dem Dateisystem einer Jetter JetControl-Steuerung zu erzeugen. Dadurch ist eine für die SPS-Welt ungewöhnliche Aufgabe einfach realisierbar. Unabhängige Plattformen Man stelle sich vor, dass mit einer beliebigen Plattform, die in der Lage ist, HTML-Seiten anzuzeigen, Fehler- oder Statusmeldungen einer Anlage abgerufen und angezeigt werden können. Zum Beispiel mit einem Standardbrowser eines Pocket-PCs oder iPhones. Man stelle sich weitrehin vor, dass diese Seite über das Internet aufrufbar ist. In solchen Funktionalitäten liegen sowohl für den Maschinen- und Anlagenbauer als auch für den Endkunden erhebliche Sparpotentiale in Bezug auf die Servicekosten. Da Jetter für die Kommunikation primär auf Standard-Ethernet-TCP/IP setzt und Dienste wie FTP oder HTTP unterstützt, ist eine solche Funktion ohne weiteres realisierbar. Der Befehlsumfang von JetSym STX enthält Befehle für String- und Dateiverarbeitung. Datenstrukturen wie ein indiziertes Array of String lassen sich ebenfalls uneingeschränkt deklarieren und im Quellcode verwenden. Mittels dieser Kommandos lässt sich nun eine HTML-Seite auf dem integrierten Dateisystem erstellen. Beispiel gefällig: Quellcode erzeugt HTML-Seite Bild eins zeigt, wie in HTML-Code die Grundseite ohne die dynamischen Elemente wie Datum Uhrzeit, User usw. erzeugt wird. In ein dynamisches, indiziertes Array of String werden die HTML Befehle geschrieben. Eine Funktion erzeugt danach eine Datei mit dem Namen Alarm.html und schreibt sie auf das Dateisystem der JetControl-Steuerung. Das Unterprogramm in Bild zwei schreibt dann die HTML-Datei auf das Dateisystem des JetControls. Mittels einer repeat … until-Schleife werden die Zeilen mit dem FilePutString() erzeugt bis die Seite vollständig ist. Zuletzt werden die dynamischen Felder wie Datum, Zeit, Alarmtext, User und Bemerkungen als Stringvariable, wie in Bild drei gezeigt, erzeugt und anschließend in die HTML-Datei geschrieben. Tritt ein neuer Alarm auf, wird eine neue Zeile in der Alarmtabelle erzeugt. Die Anzahl der Alarme lässt sich per Konstante bestimmen. Ist diese Anzahl überschritten, wird der älteste Alarm automatisch entfernt. Die komplette Seite lässt sich nun über einen Browser aufrufen und wird wie in Bild vier angezeigt. Nicht nur klassische Steuerungsaufgaben
Mit Hochsprache in die Zukunft der Automatisierung
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der Unternehmen trübt sich ein.
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443 für jeden Pflicht, der Maschinen in Verkehr bringt.
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
IFR stellt Preisträgerinnen vor
Women in Robotics 2026
Um Frauen in der Robotikbranche mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, hat die…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
Auch zum Beginn des Jahres 2026 verzeichnete die deutsche Elektroindustrie ein Exportplus: Im…
-
93% verlagern KI zunehmend auf lokale Server
In den letzten zwei Jahren haben 93% befragter Unternehmen einige KI-Workloads zurück auf…
-
Erster Bauabschnitt eingeweiht
Neues Werk in Mexiko für Phoenix Contact
Phoenix Contact hat sein Produktionsnetzwerk auf dem amerikanischen Kontinent ausgebaut. In einem ersten…
-
Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg
Nominierte für Hermes Award stehen fest
Eine unabhängige Jury hat unter den zahlreichen Einreichungen drei Unternehmen für den Hermes…
-
Professor Dr. Jörn Müller-Quade
Wibu-Systems beruft Kryptografie-Experten in Aufsichtsrat
Wibu-Systems hat Professor Dr. Jörn Müller-Quade in den Aufsichtsrat berufen.
das könnte sie auch interessieren
-
Neue Bremssättel für Scheibenbremsen
Elektromagnetische Lüftung für hohe Stundenliestung
-
Scada-Plattform Atvise mit Updates
Mehr Sicherheit und Kompatibilität für Scada-Systeme
-
Beckhoff verbindet Sprachmodelle mit Echtzeitsteuerung
Physical AI: Wenn KI direkt Maschinen steuert“
-
Vorschau Hannover Messe 2026
KI als produktive Kraft in der Fabrik
















