Frage 8: Präzions- oder Low Cost-Sensor?
Zwischen Low Cost- und Präzisions-Beschleunigungsaufnehmer gibt es zwei wichtige Unterschiede. Zum einen werden Präzisions-Beschleunigungsaufnehmer vor der Auslieferung vollständig kalibriert; d.h. die Empfindlichkeit wird über dem nutzbaren Frequenzbereich aufgetragen. Low Cost-Beschleunigungsaufnehmer erhalten eine Einpunktkalibrierung; die Empfindlichkeit wird nur für diese eine Frequenz angegeben. Zum anderen gelten für Präzisions-Beschleunigungsaufnehmer bei gewissen Parametern wie Empfindlichkeit und Frequenzbereich engere Toleranzen. So kann ein Präzisions-Beschleunigungssensor eine Nennempfindlichkeit von 100mV/g ±5% (95-105mV/g) haben, während ein Low Cost-Beschleunigungssensor eine Empfindlichkeit von 100mV/g ±20% (80-120mV/g) aufweisen kann. Anwender mit Datenerfassungs- und Analysesystemen normieren meist die Eingänge bezogen auf den tatsächlichen Kalibrierwert der Empfindlichkeit. Dies ermöglicht einer Gruppe von Low Cost-Beschleunigungsaufnehmer die Generierung sehr genauer, reproduzierbarer Messsignale. Bezüglich der Frequenz werden für einen Präzisions-Beschleunigungsaufnehmer normalerweise Frequenzbereiche mit einer maximalen Abweichung von 5% angegeben, während für LowCost-Sensoren ein 3dB-Frequenzband spezifiziert wird. Bedenken Sie jedoch, dass ein Low Cost-Sensor ebenfalls einen hervorragenden Frequenzgang aufweisen kann, auch wenn dieser nicht vom Hersteller dokumentiert wird.
Frage 9: Soll der Sensor in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden?
Sowohl ICP-Beschleunigungsaufnehmer als auch Vibrationstransmitter stehen mit zahlreichen Zulassungen für den Einsatz in explosionsgefährdeten Umgebungen zur Verfügung, z.B. ATEX (für Europa), CSA (für Canada und USA), GOST und RTN (für Russland), usw. Auch Sensoren mit Zulassungen für den Einsatz unter Tage sind erhältlich. Die Art der benötigten Zulassung muss mit den veröffentlichten Zulassungen für den jeweiligen Sensor verglichen werden, damit die gewünschten Anforderungen erfüllt werden können.
Fazit
Durch Beantwortung der obigen Fragen lässt sich die Suche nach dem am besten geeigneten Sensor für eine gegebene Anwendung deutlich einengen. Nicht unmöglich ist es aber, dass sich manche Forderungen und Antworten auf den ersten Blick gegenseitig ausschließen, d.h. nicht für alle Kriterien ist immer eine Lösung vorhanden. So kann z.B. ein bestimmtes Modell nicht die geeignete ATEX-Zulassung für den Einsatz im vorhandenen Gefahrenbereich aufweisen. In solchen Fällen sollten Sie den Lieferanten kontaktieren.
















