Neue Generation AS-i Gateways: Zukunft an Bord

Bei der Entwicklung der neuen Gateway-Generation AS-i Gateways haben die AS-Interface-Spezialisten von Bihl+Wiedemann verschiedene ergänzende Funktionen entwickelt: z.B. die Möglichkeit der Diagnose des Geräts und des gesamten AS-i Kreises inklusive Sicherheitstechnik ohne zusätzliche Software via Ethernet. Das AS-Interface Netz lässt sich damit ins Fernwartungskonzept der Anlage integrieren. Außerdem sind die Konfigurationsfiles für die Geräte – etwa die GSD-Datei für Profibus oder die GSDML-Datei für Profinet – zukünftig direkt auf dem Webserver gespeichert. Umständliche Internet-Recherchen oder die zeitraubende Suche nach CD-ROMs gehören damit der Vergangenheit an. Darüber hinaus bietet die neue Generation folgende Entwicklungen: – Sämtliche relevanten Daten lassen sich auf einer Speicherkarte sichern, die im Falle eines Gerätedefekts ausgetauscht werden kann. – Ein Erdschlusswächter erkennt, ob ein Erdschluss direkt auf AS-i oder auf einer Sensorleitung vorliegt. – Auf dem Display der Gateways in der Version \’Ein Gateway, ein Netzteil für zwei AS-i Kreise\‘ ist der Strom auf beiden AS-i Kreisen abzulesen. So kann der Anwender nicht nur prüfen, ob er mit seiner Netzteilwahl richtig liegt, sondern auch, welche Leistungen in den einzelnen AS-i Kreisen aus der AS-i Leitung entnommen werden. – Mithilfe selbst-zurücksetzender Sicherungen in den Gateways der Version \’Ein Gateway, ein Netzteil für zwei AS-i Kreise\‘ bleibt auch bei einem Kurzschluss in einem der beiden AS-i Kreise der andere Kreis sowie das Gateway in Betrieb. Die übergeordnete Steuerung erhält also auch dann noch Diagnosedaten von AS-Interface und damit tatkräftige Unter­stützung bei der schnellen Fehlersuche. Außerdem haben die Gateways die Zukunft gewissermaßen schon mit an Bord. Nach Überzeugung von Bihl+Wiedemann werden auf dem Automatisierungsmarkt von morgen programmierbare Gateways eine immer größere Rolle spielen. Aber: Durch den Einsatz der bisher in diesem Bereich üblichen Programmiersprachen hätten sich die daraus beinahe zwangsläufig resultierenden steigenden Anforderungen an die Vorverarbeitung der Aktuator-Sensor-Informationen und an das Handling von Diagnosedaten kaum erfüllen lassen. Überdies bieten die Geräte eine Anzeige der Gerätetemperatur und sind AS-i Power24V fähig. Modulare Programmiersprache C Um den Anwendern die Investitionssicherheit zu bieten, entschlossen sich die Entwickler schon zu Beginn des Designprozesses zu einem Paradigmenwechsel: Sie setzten bei ihrer Arbeit an der neuen Lösung auf C – auf eine modulare Programmiersprache, die auch im Hinblick auf kommende Anforderungen Flexibilität ermöglicht. Aber nicht nur das: Inzwischen gehen bereits viele Anlagenbauer dazu über, immer mehr Teilaufgaben in C zu lösen. Diesem Trend können sich auch die SPS-Hersteller naturgemäß nicht entziehen. Insofern wird die Verwendung von C für die Programmierung der AS-i Gateways also die Flexibilität des Systems unterstützen. Mit dieser Funktionalität sind die in C programmierbaren AS-i-Gateways in der Lage, eine ganze Reihe von Steuerungsaufgaben selbstständig zu übernehmen. Bei kleineren Anlagen kann der Anwender künftig sogar ganz auf eine eigene SPS verzichten: Auf Wunsch fungiert das C-Programm als vollwertige Klein-SPS. Diese Option kommt dem AS-i Anwender auch in komplexeren Applikationen zugute: Dort erleichtern die in C programmierten Gateway der eigentlichen SPS die Arbeit – z.B. durch die Vorverarbeitung spezieller Funktionen für die Antriebe in der Fördertechnik. Im Idealfall lassen sich hier die komplette Maschine oder zumindest ganze Maschinenteile direkt über das Gateways steuern – die Leitebene gibt nur noch den übergeordneten Marschbefehl. Den Anwender unterstützt eine autark agierende Aktuator-Sensor-Ebene nicht nur beim einfachen Kaskadieren seiner Anlage, gleichzeitig bietet sie ihm zusätzliche Sicherheit für den Fall, dass in der SPS Probleme auftreten. Ein weiterer Vorteil der Programmierung in C liegt im Bereich zeitkritischer Anwendungen. Bisher mussten die AS-i Informationen beim Datenaustausch den Umweg über den Feldbus bis zur SPS und wieder zurück nehmen – jetzt übernimmt das AS-i Gateway zusammen mit dem C-Programm selbst das Kommando auf der Aktuator-Sensor-Ebene und ermöglicht bei solchen Applikationen effizientere Lösungen. Vorbereitet für die Zukunft Mit den AS-i-Gateways ist der Anwender in der Lage, die Aktuator-Sensor-Informationen nach eigenem Wunsch frei zu beeinflussen, was u.a. Plausibilitätsprüfungen erleichtert. Außerdem können die Anwenderprogramme durch einen herstellerspezifischen 32Bit-Schlüssel geschützt werden und sind dann nur auf den entsprechenden Geräten ausführbar. Damit besteht für AS-i Nutzer, die für ihre Anlagen umfangreiche Programmbausteine entwickeln, ein Know-how-Schutz. Mit der Programmierung in C ist Bihl+Wiedemann einen weiteren Schritt in die Zukunft von AS-Interface gegangen. Den Aufpreis dafür bezahlen jedoch nur die Anwender, die dieses Feature einsetzen wollen und sich die zusätzliche Option freischalten lassen. Für alle anderen Anwender ändert sich im Grunde erst einmal nichts.