Neue Konzepte für offene Anlagenstandards: Open Standards Automation

Als Systemintegrator einer spezifischen Branche – aber auch als Betreiber einer wachsenden Automatisierungslandschaft – ist man heute angehalten, seine Engineeringprozesse und Anlagen zu vereinheitlichen. Oftmals wird dafür ein massiver Initialaufwand in Kauf genommen, um alle Schnittstellen und Benutzerzugänge (HMI) zu standardisieren. Die Umsetzung erfolgt jedoch mit spezifischen Produkten. Migrationen, Herstellerwechsel oder einfache Erweiterungen machen oft die getätigten Investitionen zunichte. Der Grund: Das Ergebnis ist zwar spezifiziert, die Funktionen, Formate und das Engineering sind aber an das verwendete Produkt gebunden. Dieser Beitrag zeigt neue Wege auf, wie sich mit aktuellen Technologiestandards offenere Prozessebenen (SPS, Scada usw.) realisieren lassen. Das Ziel sind Hersteller- und Plattform-unabhängige Anlagenstandards.

Blackboxen öffen

Scada ist eine klare funktionale Aufgabe: Daten sammeln und berechnen, Historien speichern und auswerten (Reporting), alarmieren, Benutzerrechte managen, effizientes objektorientiertes Engineering bieten sowie eine ansprechende Visualisierung (HMI) zur Anlagenbedienung bereitstellen. Diese Mindestanforderungen werden von vielen gängigen Scada-Produkten erfüllt – jedoch von jedem anders. Genau hier wollen wir ansetzen und Produkt-Blackboxen durch offene Standards ersetzen. Geeignete Kandidaten stellen wir auf den folgenden Seiten vor.

OPC Unified Architecture

Der Kopplungsstandard OPC hat sich in den letzten Jahren weltweit durchgesetzt. OPC Unified Architecture (OPC UA) ist der legitime Nachfolger mit folgenden relevanten Vorteilen: 1.Basiert auf offenem TCP/IP-Protokoll 2.Verbindet Substandards (DA, HA, Alarms & Conditions, usw.) zu einer Einheit 3.Verarbeitung von Events ist bereits ein elementarer Bestandteil des OPC UA Grundkonzepts. 4.Integriert volle Security 5.Bietet Datenmodellierung und Engineering-Funktionen OPC UA präsentiert sich somit als umfangreicher Interoperabilitätsstandard, der weit über den reinen Datenaustausch hinausgeht.

Kommunikation

Data Access (DA) definiert den Austausch von Prozessvariablen. Durch die Möglichkeit, den Adressraum eines Kommunikationspartners einzusehen (\’browsen\‘), kann darin gelesen werden wie in einem \’offenen Buch\‘. Datenaustausch ohne umfangreiche Dokumentation aller Variablen wird möglich. Objektzusammenhänge werden sichtbar.

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