Herr Burke, wozu wurde das neue OPC Zertifizierungs-Programm ins Leben gerufen? Tom Burke: Die OPC Foundation muss sicherstellen, dass alle Nutzer bestmöglich mit Hilfe von OPC-basierten Produkten arbeiten können. Wir haben das sogenannte \’OPC Foundation 3rd Party Enhanced Certification Program\‘ als Teil des OPC UA (Unified Architecture) Entwicklungsprogramms aufgesetzt. Nach intensiver Analyse durch Umfragen und Feedback anderer Standardisierungsorganisationen und natürlich der Endanwender sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass die Einführungen eines unabhängigen und verbindlichen Zertifizierungsprogramms der beste Weg ist, den Bedürfnissen von Endanwendern nach hoher Qualität und Verlässlichkeit gerecht zu werden. Eine der Hauptaufgaben für die Zertifizierung war es, eine unabhängige Labor-Testumgebung zu schaffen und ein neues Logo-Programm zu starten, damit OPC-zertifizierte Produkte für Anwender auf einen Blick zu erkennen sind. Die Zertifizierung in einem Testlabor ist eine logische Weiterentwicklung. Schließlich hat sich OPC von einem einfachen offenen Standard für HMI-Anwendungen hin zu einem lebendigen Verbindungsstück in Industrie- und Prozessautomatisierungs-Systemen entwickelt. Warum sind die bestehenden Compliance-Programme nach nun mehr als 12 Jahren bestehender Arbeit ausgeweitet worden? Tom Burke: Die OPC-Technologie wird ständig angepasst und in Produkte und Kundenlösungen eingebaut. OPC deckt einen immer größeren Bereich an Applikationen ab, insbesondere weil man mittlerweile gelernt hat, dass die einfache OPC Schnittstelle eine hochwertige Funktionalität besitzt und damit den schnellen Einsatz von Applikationen ermöglicht. OPC wird mittlerweile in einem viel weiteren Einsatzfeld genutzt, so dass es nun auch deutlich mehr Kombinationen von Systemen gibt, die mittels OPC zusammenarbeiten können. Um in diesem Umfeld Interoperabilität sicher zu stellen und Probleme in Hinblick auf Verlässlichkeit, Leistung und Problemfallverhalten mit anderen Systemen zu verhindern, sind neben der reinen Compliance mit dem Standard noch andere Aspekte wichtiger geworden. Infolgedessen hat die OPC Foundation – in Zusammenarbeit mit Lieferanten und Endanwendern – ein erweitertes Zertifikationsprogramm ins Leben gerufen. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Anforderungen nur mit einer unabhängigen Laborzertifizierung abzudecken sind. Das ist eine logische Weiterentwicklung für den Industriestandard analog zu ähnlichen Vorgehensweisen bei Feldbusorganisationen. Wie verbreitet ist die OPC-Technologie derzeit im Markt? Tom Burke: Marktforschungsuntersuchen belegen, dass die OPC-Technologie von über 2.000 Produktherstellern verwendet wird, die integrierte Produkte entwickeln. Es gibt mehr als 17.000 unterschiedliche OPC-Produkte auf dem Markt. Zusätzlich gibt es zahlreiche individuelle Anwendungen und andere Einsatzgebiete, in denen OPC genutzt wird. Aus diesem Grund ist die unabhängige Laborzertifizierung nicht nur für den neuen Standard OPC UA, sondern auch für die bereits etablierten Standards verfügbar. Wo liegt der Nutzen des neuen Zertifizierungsprogramms und welches sind die Bestandteile? Tom Burke: Das OPC-Zertifizierungsprogramm besteht aus den Elementen Compliance Test Tools (CTT), Interoperability Workshops (IOP) und unabhängigen Laborzertifizierungen. Die Compliance Test Tools (CTT) ermöglichen es den Entwicklern, die OPC Server-Schnittstellen selbst zu testen und zu verifizieren. Derzeit sind solche CTTs verfügbar für OPC DA, A&E, HDA und XML-DA Spezifikationen. Mit den Tools wird die Selbstzertifizierung von OPC-Servern durchgeführt. Die IOPs werden jedes Jahr in Japan, Europa und den USA abgehalten. Sämtliche Teilnehmer testen ihre eigenen Produkte gegen die Produkte der anderen Teilnehmer und überprüfen damit die Interoperabilität. Unabhängige Zertifizierungs-Testlabore bieten darüber hinaus eine reproduzierbare Umgebung, in der Interoperabilität, Funktionalität, Verhalten, Performance, Usability und Langzeitverhalten getestet werden können. Ein wesentlicher Punkt der Testlabore ist, dass diese eine Erweiterung der bestehenden Zertifizierungsbestandteile Compliance Test und Interoperability Workshops sind. Wo liegt der Nutzen des Programms für OPC Foundation Mitglieder? Tom Burke: Es bringt deutliche Vorteile für die mehr als 480 Mitglieder der OPC Foundation und die Nutzer von OPC Produkten. Die Hersteller von OPC Produkten werden Kosteneinsparungen realisieren können, da das Programm so aufgelegt wurde, dass potenzielle Probleme hinsichtlich Produktqualität und Interoperabilität lange vor dem Markteintritt gelöst werden können. So können die Kosten für Support und Änderungen nach dem Markteintritt reduziert werden. Und woher nehmen Sie die Gewissheit, dass das Zertifizierungsprogramm auch funktioniert? Tom Burke: Die unabhängige Laborzertifizierung wurde nach dem Vorbild der erfolgreichen Einführung der Laborzertifizierung bei Foundation Fieldbus and Profibus modelliert. Bei Definition und Aufbau des ersten OPC-Testlabors war uns eine Zusammenarbeit mit diesen Organisationen sehr wichtig. Insbesondere haben wir eine Menge aus der langjährigen Erfahrung bei der Profibus Zertifizierung gelernt. In Zusammenarbeit mit den Herstellern arbeitet die OPC Foundation an einer größeren Sichtbarkeit der OPC Compliance Zertifizierung im Zusammenhang mit Kaufentscheidungen. Die Organisation hat schnell herausgefunden, dass die Mehrheit der Probleme hinsichtlich Interoperabilität von denjenigen Herstellern verursacht wird, die ihre Produkte nicht ausreichend gegen Produkte anderer Hersteller getestet hatten und die Testtools der OPC Foundation nicht nutzen. Dies war die treibende Kraft hinter der Entwicklung des \’OPC Foundation 3rd Party Enhanced Certification Program\‘. Die tatsächliche Bedeutung aber besteht darin, dass die Bedürfnisse der Endnutzer zum Tragen kommen. Endnutzer verlangen sichere und verlässliche Interoperabilität im Sinne eines Plug and Play. Nutzer wissen, dass es in der Welt der Consumer-Elektronik selbstverständlich ist, dass die Dinge einfach so funktionieren – auch wenn Produkte verschiedener Hersteller verwendet werden. Gleiches wird heute von Automatisierungsstandards verlangt, wenn dort Lösungen aus Produkten verschiedener Hersteller zusammengesetzt werden. Warum wurde das erste Testlabor von Ascolab eröffnet und wie geht es weiter? Tom Burke: Alle Mitglieder des Compliance Committee haben viel Arbeit und Zeit für die Entwicklung der notwendigen Spezifikationen investiert. Zusätzlich wurde als Bestandteil der Laborzertifizierung von einer Vielzahl von Herstellern Hardware und Software für Interoperabiltitätstests zur Verfügung gestellt. Wir danken den Herstellern für die Bereitstellung der Referenzprodukte. Die Firma Ascolab hat viele Jahre OPC Compliance Erfahrung durch die Entwicklung und Pflege der Testtools der OPC Foundation. Sie betreut auch die Selbstzertifizierung von OPC Clients bei Interoperability Workshops. Diese Erfahrung haben wir genutzt um ein erstes Testlabor in Europa zu etablieren. Weitere Testlabore werden in Nordamerika und Asien eröffnet. Wie können Anwender ermitteln, welche Produkte zertifiziert wurden? Tom Burke: Auf der Website der OPC Foundation ist eine detaillierte Übersicht der OPC Compliance Testergebnisse einsehbar. Die Suchmaschine für Produkte ist so eingestellt, dass die zertifizierten Produkte bevorzugt angezeigt werden.
Neues OPC Zertifizierungs-Programm Geschäftsvorteil mit Qualität und Verlässlichkeit
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