PAC oder SPS? SPS der Zukunft – Zukunft der SPS Marketingwort oder wirklich ein neuer Trend?

SPS: Ist PAC auch im Sprachgebrauch der Beckhoff-Produkte üblich? Nein. Bei Beckhoff werden alle Steuerungen im englischen Sprachgebrauch entweder als \’Controller\‘ – im Fall der 16-Bit Steuerungen – bzw. als \’Industrial PC\‘ oder \’Embedded PC\‘ – im Fall der 32- und 64-Bit Prozessoren – bezeichnet. Das damit dann die Funktionen einer SPS, einer Achsensteuerung und Maschinenvisualisierung in einem Gerät vereint sind, ist bekannt, und benötigt kein weiteres, verwirrendes Kürzel. SPS: Ist PAC die Zukunft der SPS oder nur ein neuer Marketingbegriff? PAC ist ein Marketingkürzel, das entstanden ist, weil es eine Notwendigkeit gab, die Mehrfunktionen heutiger Steuerungen begrifflich zu fassen. Die althergebrachte Bezeichnung SPS für Speicherprogrammierbare Steuerung, bzw. PLC für Programmable Logic Controller, beschreiben eigentlich nur die klassische Funktion der logischen Verknüpfung der Signale einer Anlage oder eines Prozesses. Nicht erfasst wird damit die Tatsache, dass die ausführende Hardware heute noch weit darüber hinausgehende Funktionalitäten bietet. Allerdings hat sich aus unserer Sicht die Bezeichnung \’PAC\‘ dafür im täglichen Sprachgebrauch, gerade im europäischen Raum, nicht durchsetzen können – schon gar nicht bei den Endanwendern, die immer noch die klassischen Begriffe bevorzugen. SPS: Welche (drei) wesentlichen Eigenschaften unterscheidet Ihrer Meinung nach einen PAC von einer SPS? Es fehlt eine eindeutige Definition, welche Funktionalität denn genau mit \’PAC\‘ zu assoziieren ist; als Folge wird dieser Begriff allgemein für eine Steuerung verwendet, die flexibler und leistungsfähiger ist als eine klassische SPS. Mehrheitlich anerkannte \’PAC\‘-Unterschiede zu einer klassischen SPS sind wohl die flexiblere Programmierung in mehreren Sprachen, eine vielfältige Anzahl von Kommunikationsschnittstellen (Ethernet, RS232), umfangreiche Fähigkeiten zur Prozessdatenverarbeitung (z.B. in Datenbanken), sowie über die SPS hinausgehende Funktionen (bei Beckhoff z.B. Motion Control, CNC und Visualisierung). Eine gute Übersicht der Selbstverständnisse einzelner Firmen bezüglich des Kürzels \’PAC\‘ findet sich unter: www.isa.org SPS: Immer mehr Funktionen wandern in die Steuerung. Ist ein Ende dieser Entwicklung absehbar? Nein, im Gegenteil. Eigentlich stehen wir aus unserer Sicht eher irgendwo am Anfang. Das Motto \’Silizium statt Kabel\‘ gilt unverändert, denn jedwelcher intelligente Algorithmus, der in die Steuerung wandert, sollte im Endeffekt auch zu Kosteneinsparungen führen. Während die klassischen Funktionalitäten einer SPS und eines Motion Controllers als Software in einer Steuerung längst Realität sind, geht bei Beckhoff der nächste Schritt in Richtung \’Scientific Automation\‘. Wissenschaftliche und ingenieurstechnische Methoden, kombiniert mit schneller Meß- und Feldbustechnik werden die Automatisierungstechnik effizienter und \’intelligenter\‘ machen – Phantasie und Forschung sind gefragt, und da gibt es bekanntlich nie ein absehbares Ende. SPS: Die SPS-Programmierung in Hochsprachen und die Einbettung der SPS-Programmierumgebung in die Microsoft-Entwicklungsumgebungen wird derzeit diskutiert. Ist das auch ein Ergebnis der PAC-Entwicklung? Das PAC-Kürzel kann über jede Weiterentwicklung der Programmierumgebung und der Programmiersprachen in der Automatisierungstechnik gestülpt werden, ist also nicht das treibende Motiv hinter diesem Trend. Der Grund, warum Hochsprachen zunehmend zur Anlagenprogrammierung herangezogen werden, ist der, dass Aufgabenstellungen von einer neuen Generation von Programmierern gelöst werden, die aufgrund ihrer Ausbildung in Hochsprachen geübter sind als in den klassischen SPS-Sprachen. Somit muss eine moderne Automatisierungssuite alle Sprachen zur Verfügung stellen, und das tut sie am besten im Rahmen des quasi-Standards, der Microsoft-Entwicklungsumgebung. Diesem Konzept folgt Beckhoff mit TwinCAT 3.