Personenschutz und Sicherheitsdiagnose in der Ziegel- und Backstein-Produktion

Der Leitspruch \’Gut produzieren, um besser zu bauen\‘ hat die Entwicklung von IBL S.p.A. von Anfang an begleitet. Die Firmengeschichte begann im Jahr 1963 mit der Gründung des Betriebs von Bentivoglio in der Provinz Bologna und der Herstellung extrudierter Vormauerziegel. Das Unternehmen wurde nach und nach erweitert und übernahm dabei die alte Ziegelbrennerei von Cotignola (RA). Nach über drei Jahrzehnten erfolgreicher Aktivitäten wurde IBL 1996 von der Dafin S.p.A. übernommen, einer Holdinggesellschaft im Besitz der Familie D\’Agostino. Die Fabrik von Cotignola wurde 1998 vollständig umstrukturiert, um mit der Weichpasten-Technologie Backsteine im Dünn- und Normalformat herzustellen. Die neue Fertigungslinie dürfte wohl die größte in Italien sein, mit technologisch hochentwickelten Anlagen, die von einem ultramodernen Computersystem gesteuert werden. Heute erlebt das Unternehmen, das kontinuierlich in die Qualität der Werkstoffe investiert, eine Phase starken Wachstums. In den zwei großen firmeneigenen Lehmgruben, die sich beide in unmittelbarer Nähe der zwei Betriebe befinden, gewinnt man die Tonerde, die von der Qualitätskontrolle regelmäßig kontrolliert und ausgewählt wird. Moderne Betriebe und Anlagen Vor Kurzem wurden beide Betriebe weiter modernisiert, und vor allem der Betrieb von Cotignola ist ein gutes Beispiel für die Integration von Sicherheit nach den neuen Normen EN ISO 13849-1 und EN IEC 62061 für Produktionsanlagen. Nach den letzten Eingriffen entstand in Cotignola ein Mus­terbetrieb für technologischen Fortschritt hinsichtlich Projektierung, Maschinenbau, Automation und Sicherheit. Die Abmessungen der Fertigungslinie sorgen für hohe Produktionskapazitäten von über 22.000 Backsteinen pro Stunde. Der Betrieb hat sich auf die Produktion der berühmten dünnformatigen Backsteine \’Terre di Romagna\‘ spezialisiert. Effizienter Produktionsablauf Die Produktionsanlage gliedert sich in verschiedene Teile, wobei jedes dieser Teile eine bestimmte Funktion erfüllt: Lade- und Entladebereich des Ofens, Bereich für die Auswahl der Ziegel und Backsteine, Palettierbereich, Waschbereich und Verpackungsbereich. Im ersten Bereich wird die Entladung der Backsteine gesteuert, die aus dem Ofen kommen: Die Backsteine werden einzeln entstapelt und dann auf die Förderbänder gelegt, wo nur qualitativ einwandfreie Backsteine ausgewählt werden (Auswahlbereich). Deren Auswahl erfolgt mithilfe von Pressdruck-Vorrichtungen, die es ermöglichen, die qualitativ minderwertigen Backsteine auszusondern. Die zerbrochenen Backsteine werden ausgestoßen, während solche, die den Pressdruck aushalten, auf Förderbänder gelangen und nacheinander abgegriffen und im Palettierbereich kreuzweise auf Paletten abgelegt werden. Sobald die Paletten vollständig beladen sind, werden sie in das Waschbecken befördert (Waschbereich). Dieser Vorgang ist recht delikat und sehr wichtig. Er wird nämlich durchgeführt, solange die Backsteine aufgrund der Behandlung im Brennofen noch eine relativ hohe Temperatur haben, und man verwendet dafür Wasser mit Umgebungstemperatur. Dieses Verfahren stoppt die eintretende chemische Reaktion, nämlich die Entstehung von Kalk, die sich nach und nach durch unästhetische Flecken an der Außenfläche der Backsteine äußert und somit das Aussehen stark beeinträchtigen würde. Am Ausgang des Benetzungsbeckens werden die Backsteine auf den Paletten mit Warmschrumpf-Zellophan (Verpa­ckungsbereich) abgedeckt und schließlich auf den großen Parkplatz im Freien befördert, wo sie für den Transport zum Endkunden gelagert werden. Zwei derartige Anlagen arbeiten miteinander im Parallelbetrieb und ermöglichen somit eine hohe Produktivität. Erfahrene Partnerfirmen Sämtliche Produktionsanlagen bei IBL in Cotignola wurden von erfahrenen Spezialfirmen geplant und realisiert. Die Planung übernahm die Firma Brick Automation aus Busseto (PR), Provinz Parma, den Maschinenbauteil die Firma Camec aus Pilastrello di Marano (PR) und den elektrischen Teil die Firma Elettromeccanica GB aus Palidano di Gonzaga (MN), Provinz Mantova. Die Gesamtleitung hatte der Sicherheits-Verantwortliche von IBL, Gabriele Galassi, in Zusammenarbeit mit der Firma Azzolini Srl aus Collecchio (PR), einem langjährigen Partner von Jokab Safety. Letzterer verfügt über viel Erfahrung in der praktischen Anwendung der von Jokab Safety angebotenen Sicherheitskonzepte. Sicherheits-SPS mit vielfältigen Funktionen Die Wahl für die Steuerung und Überwachung der Sicherheit der gesamten Anlage fiel dank der umfassenden und vielseitigen Produktpalette sowie der langjährigen Erfahrung der Mitarbeiter in Maschinensicherheit auf Jokab Safety. Dieses schwedische Unternehmen feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen und bietet einfache, anwendungsoptimierte Komplettlösungen. Bei dieser Art von Anlagen sind die zum Schutz der Mitarbeiter zu überwachenden Funktionen und Gefahrensituationen besonders vielfältig. Die Absicherung der Gefahrenbereiche wie Förderbänder, Palettierbereiche, Lade- und Entladebereich und Waschbereich muss mittels physischer Schutzvorrichtungen rundum erfolgen. Der Zugang zu einigen Anlagen- und Arbeitsbereichen, an denen das Bedienpersonal gezwungen ist einzugreifen, muss durch Türverriegelungen und Lichtschranken sowie Not-Aus-Taster geschützt sein. Zur Umsetzung dieser Sicherheitsfunktionen wählte man die Komplettlösung von Jokab Safety. Dazu gehören die schnell installierbaren Schutzzäune Quick-Guard mit patentierten Montageteilen, die Sicherheits-Lichtvorhänge Focus und -Lichtschranken Spot, Seilzugschalter, Not-Aus-Taster für den lokalen Bereich oder die Anlage sowie Türüberwachungssensoren Eden. Die natürliche Wahl für die Steuerung all dieser Sicherheits-Funktionalitäten in einer so großen Anlage mit komplizierten Logikschaltungen für die Überwachung der Eingriffe fiel auf ein dezentrales Netz von Sicherheits-SPSen Pluto, die über einen CAN-Sicherheitsbus mit firmeneigenem Protokoll miteinander verbunden sind. Vorteile für den Anwender Die Vorteile dieser Lösung sind mannigfaltig. Der wichtigste ist die Optimierung der dezentralen Verteilung der Sicherheits-E/A mit unabhängigen Logikmastern für jeden der insgesamt 20 Bereiche. Diese sind in der Lage, alle sicherheitsrelevanten Informationen eines jeden Teilnehmers allen zur Verfügung zu stellen und für jede Sicherheitsfunktion eine punktgenaue Diagnose zu liefern. Die Diag­nose erfolgt sowohl sichtbar über die LEDs \’Funktionaler Eingriff\‘ oder \’Schaden\‘ als auch über Hardware mit einem Profibus-Gateway, das Informationen über die Sicherheitsfunktionalitäten zwischen Pluto und klassischen SPSen sowie Bediengeräten und/oder Fabrik-Leitsystemen austauschen kann. Besonders wichtig ist dabei die Einhaltung des höchsten Sicherheitsniveaus der Anlage für jede der verwendeten Sicherheitsfunktionen, nämlich der Kategorie 4 gemäß EN 954-1, PL d gemäß EN ISO 13849-1 und SIL 3 gemäß EN IEC 62061. Ausführliche Unterlagen über die Sicherheitsprodukte von Jokab Safety mit zahlreichen Schaltungsbeispielen erhalten Sie kostenlos auf Anfrage.