Mit rund 28.900 Einheiten wurden 2% weniger Industrieroboter in Europa installiert als 2004. Das lag vor allem an den zurückhaltenden Investitionen der Automobilindustrie und der Automobilzulieferer in Deutschland, Italien, Spanien, Portugal und Schweden. Dagegen stiegen die Lieferungen vor allem in die osteuropäischen Länder und nach Großbritannien, wo die Stückzahlen aber im Vergleich zu den großen europäischen Robotermärkten noch gering sind. Lediglich Frankreich konnte sogar einen leichten Anstieg der Installationen in der Automobilindustrie verbuchen. Insgesamt wurden in Europa in dieser Branche 28% weniger Industrieroboter eingesetzt. Die Automobilindustrie hat ihre Fertigungskapazitäten in Westeuropa auf dem Prüfstand, da der Markt für PKW weitgehend gesättigt ist und keine hohen Umsatzsteigerungen mehr erzielt werden können. Es gab keinen Anlauf neuer Volumenmodelle, die üblicherweise eine hohe Anzahl von Roboterinstallationen zur Folge haben. Im Gegensatz zu dieser negativen Entwicklung ist in Europa eine steigende Nachfrage aus anderen Industriebereichen erkennbar: Kunststoff- und Gummiindustrie, Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie, Haushaltsgeräteindustrie, Holz- und Möbelindustrie, sowie Glas- und Keramikprodukteindustrie. Die Stückzahlen sind jedoch im Vergleich zu den Abnahmemengen der Automobilindustrie noch gering und konnten deshalb den starken Rückgang nicht kompensieren. Insgesamt hatten diese Bereiche aber einen Zuwachs von 17% in 2005. Fertigungskapazitäten erweitert und modernisiert In Amerika schnellten die Roboterinvestitionen mit 21.500 Einheiten im Vergleich zu 2005 um 40% in die Höhe. Vor allem in den USA und Kanada haben die asiatischen Automobilhersteller ihre Fertigungskapazitäten erweitert und modernisiert. Aber auch die US-Firmen und die europäischen Autohersteller investierten im Kampf um Anteile am nordamerikanischen Fahrzeugmarkt. Mit den Lieferungen nach Mexiko, Argentinien und Brasilien hat die Automobilindustrie über 47% mehr Industrieroboter in 2005 in Amerika eingesetzt als 2004. Auch in Amerika steigt die Nachfrage aus den anderen Industrien, wie Nahrungsmittel, Metallprodukte und Maschinen, Elektro-/Elektronik und Medizintechnik. Anstieg um 45% in Asien In Asien stiegen die Roboterlieferungen um 45% auf 76.000 Einheiten an. Auch hier dominieren die Bestellungen der Automobilindustrie und der Automobilzuliefererindustrie. Während in Japan vor allem Ersatzinvestitionen und Modernisierungen die Zunahme begründeten, war es in den asiatischen Wachstumsmärkten wie China, Thailand und Indien der Kapazitätsausbau. In Japan hat besonders die Elektronikteileindustrie, sowie die Kommunikationstechnik- und Computerindustrie ihren Robotereinsatz im Vergleich zu 2004 verstärkt. Die Installationen haben sich im Vergleich zu 2004 verdoppelt. In Südkorea wurden besonders beim Verpacken und Kommissionieren und bei der Montage wesentlich mehr Industrieroboter eingesetzt als 2004. Weltweit sind nach Schätzungen des IFR Statistical Department zum Jahresende 2005 über 923.000 Industrieroboter im Einsatz. Über 50% davon sind in Asien eingesetzt, knapp ein Drittel in Europa und 16% in Amerika. Knapp 1% verteilt sich auf Australien und Afrika. 2005 wurde die höchste Anzahl von Roboterinstallationen weltweit registriert, was zum Teil auch an einer stark verbesserten Erfassung der Daten liegt. 2006 werden nach Schätzungen des IFR Statistical Department rund 13% weniger Industrieroboter weltweit installiert werden. Wegen des hohen Investitionsvolumens in 2005 wird die Nachfrage der Automobilindustrie in Nordamerika, Japan und Südkorea in 2006 teilweise drastisch sinken. Weniger Bestellungen in Westeuropa In Westeuropa sanken die Roboterbestellungen der Automobilindustrie bereits in 2004 und 2005, was sich auch in 2006 noch fortsetzen kann. Dieser Rückgang wurde teilweise durch die wachsende Nachfrage aus den Non-Automotive Bereichen und den stark ansteigenden Investitionen der Automobilindus-trie in den Wachstumsmärkten in Asien und Osteuropa kompensiert. Ein robustes Wachstum von durchschnittlich knapp 6% pro Jahr kann für Jahre 2007 bis 2009 erwartet werden. Neue Modelle der Automobilindustrie – insbesondere wieder solche mit hohem Produktionsvolumen – werden starten. Die Fertigungskapazitäten in den Wachstumsmärkten werden weiter ausgeweitet. Und der Bedarf in anderen Branchen wie z.B. der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie, Kunststoff- und Gummiindustrie, des Maschinenbaus und der Medizintechnik wächst stetig weiter. Kooperierende Roboter bewältigen komplexe Fertigungsaufgaben. Robotertechnologien wie neue Kontroll- und Sicherheitssysteme, die interaktive Operationen mit Mensch und Maschine ermöglichen, werden verbessert. Sensoren und Vision-Systeme werden vermehrt in Verbindung mit Robotersystemen zum Einsatz kommen. Weltweit soll bis 2009 die Zahl der installierten Industrieroboter auf 1,1Mio. Einheiten anwachsen. Kasten: World Robotics 2006 online Das IFR Statistical Department, das bei VDMA Robotik + Automation in Frankfurt geführt wird, legt die Studie \“World Robotics 2006\“ vor. Die Studie umfasst Statistiken, Marktanalysen, Prognosen und Fallstudien, z.B. über die Rentabilität von Roboterinvestitionen, sowie umfassende Daten zum weltweiten Robotikmarkt. Zusätzlich wird in einem Kapitel die Entwicklung der Service Robotik behandelt. Das Service-Roboter-Kapitel wurde vom Fraunhofer IPA, Stuttgart, geschrieben. Die 2006-Version von World Robotics wird erstmals online in verschiedenen Formaten zur Verfügung stehen: als pdf-Version, als kompletter Zugriff auf alle Kapitel sowie auf eine Online-Datenbank mit verschiedenen Abfragemöglichkeiten. SPS/IPC/DRIVES: Halle 6, Stand 236
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