vor allem ausgedehnte Anlagen mit zahlreichen Netzwerkknoten und großen Datenaufkommen lassen sich mit konventionellen Feldbussen ökonomisch nicht mehr vertretbar realisieren. \“Hier haben Profinet, Powerlink und Ethercat in Europa gute Chancen, die Feldbusse zu ergänzen und langfristig abzulösen\“, ist Sören Mirbach, Produktmanager Steuerungstechnik bei Lenze, überzeugt. Als Beispiel nennt Mirbach die Synchronisation vieler Achsen. Diese Form der Gleichlaufanwendung ist häufig in Maschinen der Branchen Verpackung, Druck und Kunststoffverarbeitung zu finden. Die Frage, welcher Echtzeit- Ethernet-Bus der richtige und welche Technologie nun die bessere ist – sie hat in der Praxis einen eher akademischen Charakter. Viel wichtiger ist angesichts des Strebens nach vollständiger Integration, sämtliche Komponenten eines Automatisierungssystems als Teil eines Ganzen zu betrachten. Bezogen auf die Antriebstechnik müssen folglich Kombinationen von Frequenz- und Servoumrichtern nahtlos ineinander greifen – und das ohne zeitfressenden Integrationsaufwand oder komplizierte Kommunikationsschnittstellen. Lenze bindet deshalb nach den Servo Drives 9400 auch die neue Generation der Frequenzumrichter, die Inverter Drives 8400 über ein steckbares Modul in Ethercat-Netzwerke ein. Frequenzumrichter 8400 Die Frequenzumrichter-Reihe hat Lenze mit den Ausbaustufen BaseLine, StateLine und HighLine konsequent skaliert konzipiert. Der Funktionsraum baut dabei aufeinander auf und ermöglicht so passgenaue Lösungen – \’Rightsizing\‘ genannt. Als spannungsgesteuerter Drehzahlsteller oder im Betrieb mit sensorloser Vektorregelung ist der 8400 BaseLine für den Einsatz in kontinuierlichen Prozessen wie einfachen Fördersystemen, Pumpen und Lüftern zugeschnitten. In puncto Funktionalität und Antriebs- verhalten ist er das Einstiegsmodell. Der 8400 StateLine stellt weitergehende Funktionen zur Verfügung: beispielsweise Fahrprofile zum sanften, verschleißarmen Beschleunigen, eine neuartige patentierte Fangschaltung für das ruckfreie Einfangen trudelnder Motoren in beiden Richtungen, Bremsenhandling zur Ansteuerung von Betriebsbremsen sowie eine serienmäßig integrierte CANopen-Schnittstelle. Mit der Anschlussmöglichkeit eines HTL-Encoders erweitert sich das Einsatzspektrum zusätzlich. Typische Anwendungen dieser Ausführung sind Extruder, Linien- und Fahrantriebe, Hochgeschwindigkeitsrolltore, einfache Hubtische oder Verstellantriebe. Schnell positionieren Hohe Anlagenproduktivität zu erreichen heißt, Positioniervorgänge in Produktionsmaschinen möglichst schnell zum Abschluss zu bringen. Wie diese Aufgaben technologisch umgesetzt werden, resultiert im Wesentlichen aus den Parametern Geschwindigkeit, Dynamik, Drehmoment und Präzision. Vor dem Hintergrund einer möglichst optimal dimensionierten Antriebslösung, leitet sich daraus die Wahl der Komponenten ab. Der 8400 HighLine enthält eine integrierte Tabellenpositionierung (Indexing), um die Lücke zur Servotechnik zu schließen. Statt bei Anwendungen mit vergleichsweise langsamen Bewegungsprofilen und relativ niedriger Präzision gleich zur Servotechnik zu greifen, lassen sich diese Aufgaben mit preiswerteren Frequenzumrichtern realisieren – und das ohne Einbußen bei der erforderlichen Performance. Komplexität senken Mit dieser Lösung werden übergeordnete Steuerungen von der Positionsverwaltung, die auf HTL-Geberimpulsen basiert, befreit. Die gesamte Koordination der Positionierung samt Referenzpunktfahrt und die Umrechnung der Geberimpulse auf Streckenwerte erfolgt innerhalb des Umrichters. Deshalb reduziert sich die Komplexität von SPS-Programmen. Sie verkürzt zudem die Inbetriebnahmezeiten und beschleunigt den Service. Der 8400 HighLine kann auf seinem steckbaren Memory Modul bis zu 15 separate Fahrprofile mit je 225 Stützwerten speichern. Die Positionierung mit ruckfreien Beschleunigungsrampen basiert auf absoluten oder relativen Positionsvorgaben. Aufgrund der 100kHz-Rückführung in Kombination mit hochauflösenden Impulsgebern werden dynamische und präzise Positionierantriebe in Asynchrontechnik ermöglicht. Dabei ist sogar möglich, in speziellen Anwendungen auch auf den Geber ganz zu verzichten – was noch einmal zur Kostensenkung beiträgt. Durchgängige Kommunikation Vor dem Hintergrund einer optimalen Gesamtlösung muss die Koexistenz von Servo- und Frequenzumrichtern in einer Anlage harmonisch sein. Für einen möglichst geringen Integrationsaufwand kann es nur sinnvoll sein, die Kommunikation durchgängig mit einem System zu realisieren. Weil sich Lenze seit jeher mit einer breiten Varianz von Busanschaltungen in vorhandene Steuerungssysteme integriert, steht für die Inverter Drives 8400 ab StateLine ein steckbares Modul für Ethercat zur Verfügung. Das Summenrahmenverfahren (der in einem Frame übertragene Datenblock enthält Daten für alle Teilnehmer) verbessert die Datenübertragung. Das bedingt auch, dass eine Datenmanipulation im Durchlauf möglich ist, sodass nur geringe Verzögerungszeiten auftreten. Auch bei kleinen zu übertragenen Datenmengen lässt sich die von Ethernet bereitgestellte Bandbreite voll ausschöpfen, da beim Summenrahmenverfahren der Overhead-Anteil klein ist. Die exakte Synchronisierung der Teilnehmer findet bei Ethercat über ein verteiltes Uhrenprotokoll statt. Sicher ist die Frage berechtigt, ob Frequenzumrichter im Vergleich zur schnelleren und präziseren Servotechnik überhaupt die Möglichkeiten der neuen Ethernet-Welt ausschöpfen können. Statt einer rein technologischen Betrachtung treten hier vielmehr Aspekte aus dem Bereich der Lebenszykluskosten in den Vordergrund. Weil auch die Frequenzumrichter die innovative Ethernet-Kommunikation einer Anlage nutzen, reduziert sich etwa der Aufwand für Montage und Ersatzteilhaltung. Geringer Engineeringaufwand Ein weiterer Nutzen liegt im Engineering begründet. Die einheitliche Kommunikation macht den Weg frei, um sämtliche Achsregler einer Anlage von einem zentralen PC aus zu programmieren. Dafür stellt Lenze den L-force Engineer zur Verfügung. Das zentrale Softwaretool ermöglicht den Zugriff auf sämtliche Antriebe einer Anlage innerhalb eines übersichtlich dargestellten Projektes. Bezogen auf die Lebenszykluskosten sinkt folglich der Engineeringaufwand. Schnelleres Arbeiten sorgt zudem dafür, dass Anlagen schneller in Betrieb gehen können und Geld verdienen.
Schnelle Ethernet-Welt: Frequenzumrichter durchgängig in Ethercat-Netzwerke einbinden
-
Wie intelligent ist Licht?
Maschinen kommunizieren, reagieren und steuern Prozesse. Nur ihr Licht wird oft noch als passive Komponente behandelt. Dabei zeigen SPS-Anbindung, IO-Link und Signalfunktionen: Intelligentes Licht kann längst mehr als…
-
Importpreise im Juli: +6,8% gegenüber Juli 2025
Die Importpreise waren im Juli um 6,8% höher als im Juli 2025.
-
SPS-Entwicklung trifft DevOps: Wie CODESYS 4 IT-Methoden in die Automatisierung bringt
Git, CI/CD-Pipelines, automatisierte Builds, Code-Reviews im Team: in der Softwareentwicklung seit Jahren Standard, in der SPS-Programmierung bisher kaum umsetzbar.
-
Anzeige
SPS-Entwicklung trifft DevOps: Wie CODESYS 4 IT-Methoden in die Automatisierung bringt
Git, CI/CD-Pipelines, automatisierte Builds, Code-Reviews im Team: in der Softwareentwicklung seit Jahren Standard,…
-
TQ-Prüflabor bekommt neue Doppelspitze
Die TQ-Group stellt die Führung ihres Prüflabors TQ-PCC (TQ-Product-Compliance-Center) neu auf.
-
Unternehmen geben nur knapp 10% ihrer Investitionen für Klimaschutz aus
Unternehmen in Deutschland gaben im Jahr 2025 durchschnittlich 9,3% ihrer Investitionen für Klimaschutzmaßnahmen…
-
Anzeige
Wie intelligent ist Licht?
Maschinen kommunizieren, reagieren und steuern Prozesse. Nur ihr Licht wird oft noch als…
-
Geprüft für hohe Reinraumanforderungen
Kabeldurchführungen für sensible Produktionsbereiche
Icotek bietet geprüfte Kabeldurchführungen und Kabelmanagement-Lösungen für Reinraumanwendungen.
-
Maschinensicherheit mit großer Reichweite
Laserscanner überwacht Sicherheitsbereiche bis 10m
Datasensing erweitert sein Portfolio um den Sicherheits-Laserscanner SLS10 mit einer Sicherheitsreichweite von bis…
-
Interview zu 60 Jahre Steckverbinderkompetenz
Warum moderne Steckverbinder längst intelligente Systemschnittstellen sind
Steckverbinder gelten oft als unscheinbare Standardkomponenten. Tatsächlich sind sie längst zu hochentwickelten Systemschnittstellen…
-
Berührungslose Übertragung: Die Alternative zu Schleifring und Steckverbinder
Wenn Daten und Energie ohne Kontakt fließen
Die industrielle Automatisierung befindet sich im Umbruch. Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigen die…
-
Induktive Wegsensoren
In Serienanwendungen müssen Sensoren häufig nicht nur präzise messen, sondern sich nahtlos in…
-
Gateway für Modbus und MQTT
Mit dem Universal Gateway JUG 25 stellt Janitza ein Produkt vor, das UMG-Geräte…
-
Stromversorgung für Labor und Service
Kompakte Netzgeräte mit AC-, DC- und Akkubetrieb
Voltcraft erweitert sein Angebot um die CSP-Netzteilserie mit zwölf kompakten Modellen für Labor,…
-
Vom Feldgerät bis zur Cloud
Vorkonfigurierte IIoT-Systeme vereinfachen die Integration
IoTmaxx entwickelt projektspezifische IIoT-Komplettlösungen.
-
Nachgefragt: Virtuelle SPS – Teil 2
Die Zukunft der SPS ist hybrid
Die virtuelle SPS gilt inzwischen als technisch ausgereift. Offen ist jedoch, welche Rolle…
-
Schulung mittels Augmented Reality
Vom digitalen Zwilling zum digitalen Trainer
Durch immer kürzere Innovationszyklen wird der Druck zur Weiterbildung und Wissensvermittlung immer größer.…
-
Werma erreicht wichtigen Meilenstein bei Standorterweiterung in Rietheim-Weilheim
Bei der Erweiterung des Werma-Stammsitzes in Rietheim-Weilheim wurde ein weiterer bedeutender Meilenstein erreicht:…
-
Profinet V2.5 wird durch Sicherheitsstufen und Zertifikate zum durchgängigen Sicherheitsstandard
Security serienmäßig
Mit der Version 2.5 unterstützt Profinet die digitale Transformation. Mit dem Vorstandsvorsitzenden Xaver…
-
Whitepaper zur Wirtschaftlichkeit von Maschinensicherheit
Viele Industriebetriebe beschäftigen sich derzeit intensiv mit den regulatorischen Anforderungen der neuen EU-Maschinenverordnung.
-
Autonome Produktion mit digitalen Zwillingen und Agentensystemen
Wie die SmartFactory-KL die Fabrik der Zukunft neu denkt
Automatisierung sorgt seit Jahrzehnten für zuverlässige und reproduzierbare Produktionsabläufe. Doch steigende Variantenvielfalt, volatile…
das könnte sie auch interessieren
-
Was der Robotik-Boom für die Mess- und Prüftechnik bedeutet
Wenn der Roboter zum Prüfobjekt wird
-
-
Lokale KI-Agenten als Assistenz zur SPS
Der intelligente ServiceTechniker an der Maschine
-
Dezentrale Automatisierung im Praxis-Check vor Ort
Reallabor statt Showroom
















