Der neue Prüfbereich besteht aus zwei Prüflinien für Standardsensoren, auf denen man elektrische und optische Eigenschaften prüft und z.B. Schaltabstände einstellt. Jeder Sensor wird einer Einzelprüfung unterzogen, wobei als Targets oder Referenzen Prüfflächen mit definierten optischen Eigenschaften dienen. Auf einem beweglichen Schlitten mit drehbarem Wechselrahmen befinden sich jeweils mehrere Targets, die ein Linearantrieb auf einer langen Präzisionsführung extrem schnell in verschiedenen Abständen zum Prüfling positioniert. Diese moderne Anlage ermöglicht eine automatisierte und zuverlässige Prüfung von optischen Geräten mit einer vollautomatischen parallelen Protokollierung und Qualitätsdatenerfassung. Alle Targets sind mit RFID-Chips ausgestattet, was mit Hilfe des in der Wechselaufnahme integrierten Lesekopfs eine eindeutige Identifikation und Verifikation der korrekten Kombination Prüfling/Target erlaubt. Schutz für Mitarbeiter und technisches Personal Da die Verfahreinheiten mit ihren hohen Geschwindigkeiten nicht unerhebliche Gefahrenstellen darstellen, ist ein Zutrittsschutz unverzichtbar. Als geeignete Lösung zur Sicherstellung eines reibungslosen Prüfablaufes erweist sich eine \’Berührungslos Wirkende Schutzeinrichtung\‘ (BWS). Die Hauptaufgaben sind die Absicherung des parallel zum Prüfbereich verlaufenden Hauptweges sowie der Schutz der dort arbeitenden Mitarbeiter und des technischen Personals, das zum Einrichten und Beheben von Störungen Zugang zu den Prüfstrecken benötigt. Das Sicherungskonzept wurde unter Berücksichtigung der Raum- und Platzverhältnisse sowie diverser Anlagenparameter entsprechend der gültigen Normen wie EN999 und der neuen Norm EN13849-1 erarbeitet. Die Planung der Schutzeinrichtung basierte auf den folgenden wesentlichen Vorgaben: Getrennte Absicherung der beiden Prüfstrecken, Muting-Fähigkeit für kurze Einrichtarbeiten ohne Arbeitsunterbrechung, Zugang nur für eingewiesenes Personal und nur Verwendung von Komponenten der eigenen Unternehmensgruppe. Sicherheitskomponenten für Performancelevel Pl e nach EN13849-1 Die konkrete Lösung der Schutzeinrichtung besteht aus Sicherheits-Lichtvorhängen, Sicherheits-Lichtgittern und als zentralem Sicherheitsauswertesystem der SafeBox. Wegen der engen Nachbarschaft der Prüfstrecken befindet sich zwischen diesen zur gegenseitigen Abgrenzung ein Lichtvorhang des Typs SLC30-900/31 mit 30mm Strahlabstand (Handschutz) und 900mm Schutzfeldhöhe. Dies ermöglicht auch während des Betriebes einer Strecke, die andere zu betreten. Die Anforderungen an die Auflösung und die Schutzfeldhöhe des Sicherheits-Lichtvorhangs wurden im Rahmen einer Gefahrenanalyse ermittelt. Für den Schutz auf der Gangseite ist ein Lichtvorhang SLC90-900/31 mit 90mm Strahlabstand und 900mm Schutzfeldhöhe verantwortlich. Dieser Lichtvorhang ist horizontal in 600mm Abstand vom Boden angeordnet. Damit erhält man einerseits den erforderlichen Abstand zur Gefahrenquelle, gleichzeitig wird die Häufigkeit des Auslösens durch unbeabsichtigtes Eingreifen passierender Mitarbeiter vermindert. Beide Lichtvorhänge decken mit 15m Reichweite hinreichend den Weg längs der Schienensysteme ab und tragen zur Erfüllung des geforderten Performancelevel Pl e nach EN13849-1 bei. Die Absicherung am hinteren Ende der Prüfstrecken übernehmen, für jede Prüfstrecke getrennt, zwei 4-strahlige Lichtgitter des Typs SLP10-4. Zum Betreten einer Prüfstrecke kann das entsprechende Lichtgitter mit Hilfe einer Mutingeinrichtung kurzzeitig überbrückt werden. Diese Lichtgitter werden an der SafeBox betrieben und bilden mit dieser eine optoelektronische Schutzeinrichtung vom Typ 4 nach EN61496 und tragen ebenfalls zur Erfüllung des geforderten Performancelevel Pl e nach EN13849-1 bei. Die Zutrittsautorisierung für unterrichtetes Personal übernimmt die firmeninterne personalisierte Zutrittssicherung. Mitarbeiter mit Zutrittsberechtigung zu den Prüfstrecken weisen sich gegenüber dem System berührungslos per RFID-Chipkarte aus. SafeBox schützt kleine bis mittlere Anlagen Das Rückgrat der Absicherung bildet die SafeBox, ein modular aufgebautes Sicherheitsauswertesystem vom Typ 4 nach EN61496, das entsprechend der Anforderung mit unterschiedlichen Funktionsmodulen bestückt werden kann. Verschiedene Gehäusegrößen bieten zwischen zwei und acht Steckplätze mit insgesamt bis zu 32 Kanälen zum Anschluss von ein- und zweikanaligen Sicherheitssensoren. Das System eignet sich für alle gängigen optoelektronischen und mechanischen Schutzeinrichtungen und Sicherheitsschalter der verschiedenen Hersteller. Es lassen sich mehrere Not-Aus-Kreise bzw. Abschaltgruppen bilden, z.B. zum verzögerten Stillsetzen von Anlagenkomponenten. Diese Möglichkeiten wurden bei der Absicherung der Prüfeinrichtung in voller Breite genutzt. Zur Konfiguration des Systems sind keinerlei Programmierarbeiten, Verknüpfungen von Ein- und Ausgängen, Adressvergaben oder Extraverkabelungen notwendig. Mit solchen Eigenschaften ist die SafeBox für kleine bis mittlere Anlagen geradezu prädestiniert. Die beiden Prüfstrecken samt Schutzeinrichtungen bewähren sich seit über drei Jahren im Arbeitsalltag und erfüllen alle in sie gestellten Erwartungen. Das auf hohe Verfügbarkeit optimierte System ermöglicht z.B. ein nahezu verzögerungsfreies Weiterarbeiten nach einem Nothalt und erneuter Freigabe.
Schutz durch Optoelektronik: Gefahrenstellen hochdynamischer Verfahreinheiten sichern
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