Servoantriebe parken Autos

Die Zahl der Autos in Deutschland ist weiter gewachsen und erreichte 2015 laut Kraftfahrt-Bundesamt einen neuen Höchstwert. Anfang des Jahres waren in Deutschland 44,4 Millionen PKW zugelassen. Die Straßen in den Städten sind verstopft und früher oder später wollen alle Autos parken. Explodierende Flächenpreise, gestiegener Platzbedarf und veraltete Parkhäuser sind eine Kombination, die eine zunehmende Herausforderung für die Bereitstellung von Parkraum bedeutet. Hinzu kommt, dass Nutzer von Parkflächen mehr Komfort und Bequemlichkeit erwarten. Für diese Herausforderungen hat das Unternehmen Serva Transport Systems unter dem Motto \’Wir parken für Sie\‘ eine smarte Lösung entwickelt, die sich in existierende Parkstrukturen integrieren lässt und auch bei der Planung von neuen Projekten wirtschaftliche Vorteile bietet. Aus der Idee ein Robotersystem ähnlich einem Gabelstapler zu entwickeln, welches das Einparken übernimmt, statt die immer größer werdende Autos selbst durch enge Parkhäuser zu manövrieren, entstand nach mehrjähriger Forschung und Entwicklung das automatische Parksystem Ray. Es ist schnell, komfortabel und nutzt den begrenzt vorhandenen Parkraum effektiv aus. Das System ist mittlerweile offiziell in Betrieb. So werden beispielsweise, am Flughafen Düsseldorf, seit Mitte 2014 täglich 249 Parkplätze bedient. Weitere Einsatzfelder des Parkroboters finden sich vor allem in der Fertigfahrzeuglogistik, z.B. in einem Audi-Werk in Ingolstadt.

So funktioniert das System

Bei den automatisierten Parksystemen von Serva Transport Systems gibt der Fahrer sein Auto an einer Übergabestation im Parkhaus ab. Es wird abgeschlossen und gleichzeitig werden die Maße des Wagens mittels Lasers vermessen. Anhand dieser Daten wird der bestmögliche Parkplatz in dem Parkhaus berechnet. Den weiteren Parkvorgang übernimmt der Roboter Ray. Nach dem der Fahrer die Übergabestation verlassen hat, nimmt das fahrerlose Transportfahrzeug den PKW auf, führt eine Kontrollmessung durch und \“verparkt den Wagen an der bereits errechneten Stelle im Parkhaus\“, erklärt Daniel Boyé, Vertriebsleiter des Herstellers. Der Parkroboter passt sich automatisch den Dimensionen des Wagens an und bringt ihn sicher ans Ziel. Da die Roboter keine Schienen benötigen, sind sie in der Lage, individuelle Routen zu fahren. Für das neuzeitliche Parkprinzip werden keine Umbauten oder zusätzliche Einbauten benötigt. Das Resultat ist eine um bis zu 60% effizientere Ausnutzung der Parkfläche.

Ruckelfrei und schadlos

Die noch jungen Wurzeln des Anbieters für fahrerlose Transportsysteme liegen im Jahr 2010. Seitdem geht es bergauf: Heute zählen namhafte Unternehmen z.B. aus der Automobilindustrie zum Kundenkreis. Dabei bildet die Antriebstechnik das Herzstück der fahrerlosen Transportsysteme. Den beiden Hauptantrieben am hinteren Rumpf des Gestells kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu, denn das System transportiert teure Autos, die beim verparken nicht beschädigt werden dürfen. Da der Parkroboter auch auf engstem Raum operieren muss, steht für einen Antrieb nicht viel Platz zur Verfügung. Die eingesetzten Servoantriebe müssen deshalb klein in der Größe und leicht im Gewicht sein, aber trotzdem leistungsstark, da die transportierten Fahrzeuge mitunter sehr schwer sind. Zur Sicherstellung des ruckelfreien Fahrens mit der Konsequenz des präzisen und schadlosen Parkens bedient sich das Unternehmen des Servoantriebs Gold Drum von dem israelischen Unternehmen Elmo Motion Control. Er kommt in der 150A-Variante bei 48V in beiden Hauptantrieben zum Einsatz und bietet eine schnelle Regelung für das ruckelfreie Fahren. Da der Antrieb nicht viel Platz benötigt, sind die kompakten und leistungsstarken Servoregler mit einem Gewicht von nur 700g und einer Größe von 95x72x134mm (BxHxT) prädestiniert für Anwendungen in kleinen Räumen. Eine weitere Besonderheit der Gold Drum ist, dass er sowohl als Stand-Alone-Servoantrieb, als auch im Mehrachsbetrieb einsetzbar ist. Er liefert bei dieser Modellreihe eine Dauerleistung von 15 bis 20kW Spitzenleistung. Dabei darf die Anschlussspannung sogar von 14 bis 100VDC variieren. Zudem bietet der Gold Drum eine zertifizierte Ethercat- oder Canopen-Anbindung für Echtzeitanwendungen sowie das Sicherheitsfeature STO. Der Servoregler bringt somit alle vorteilhaften Eigenschaften in Hinblick auf Dynamik, Präzision und Kommunikation mit. Somit sind auch hochkomplexe Anforderungen erfüllbar.

Service und Produkt im Einklang

Ein weiteres wichtiges und entscheidendes Kriterium bei der Auswahl des Servoreglers lag abseits der Hardware. Dem Hersteller der Parkroboter war auch der Service vor, während und nach der Kaufentscheidung sehr wichtig. Mit Elmo Motion Control wurde ein Unternehmen gefunden, bei dem die Qualität des Produktes und der Service Hand in Hand einhergehen. \“Diese Philosophie ist mit der unseren deckungsgleich\“, erklärt Leopold Meirer, Geschäftsführer von Serva Transport Systems.

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