Sicher abgeschaltet Inverter Drives mit integrierter Sicherheitstechnik

Ausgeprägter Wettbewerb mit Preisdruck und sinkende Margen sind Faktoren, mit denen sich zunehmend auch die Investitionsgüterindustrie konfrontiert sieht. Ein großes Rationalisierungspotenzial gibt es dabei heute vor allem bei den Prozesskosten. Dieses lässt sich erschließen, indem man gewohnte Abläufe in Frage stellt und technologisch innovative Wege geht. Ein Beispiel dafür ist die Integration der funktionalen Sicherheit in die Antriebsregler. Weil die \’Drive-based Safety\‘ bei den Inverter Drives 8400 ab der Ausbaustufe StateLine nach den neuesten Normen zertifiziert ist, gestaltet sich später die Abnahme der Maschine deutlich einfacher und schneller. Im Bereich der Sicherheitstechnik stellt derzeit ein Wandel den Maschinen- und Anlagenbau vor neue Aufgaben: Kaum hat sich die Branche an den Umgang mit der EN 954-1 (Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen Teil 1: Allgemeine Gestaltungsleitsätze) gewöhnt, steht ab dem 30. November 2009 mit der EN ISO 13849-1 bereits die nächste Änderung bevor. Ab 2009 neue Norm Rückblickend betrachtet, stellt das ermittelte und kategorisierte Risiko die Grundlage der EN954-1 dar. Ziel dieses deterministischen Ansatzes war es, der Kategorie ein entsprechendes Systemverhalten (Steuerungskategorie) entgegenzusetzen. Mit dem Einzug programmierbarer Elektronik ließ sich die Sicherheit mit dem einfachen Kategoriensystem der EN954-1 aber nicht mehr vollständig erfassen. Deshalb verfolgt die EN ISO 13849 einen probabilistischen, also statistischen Ansatz. Dieser lässt Rückschlüsse auf Ausfallwahrscheinlichkeiten zu. Maschinenbauer müssen sich deshalb künftig auch mit sicherheitstechnisch relevanten Kenngrößen auseinandersetzen, um die Sicherheit einer Maschine durch Bestimmung des Performance Level zu ermitteln. Zwei Beispiele dafür sind die Kennzahlen MTTFd (Mean Time To Failure dangerous) und DC (Diagnostic Coverage). Durch Zertifizierung der in die Inverter Drives 8400 integrierten Sicherheitstechnik unterstützt Lenze-Maschinen- und Anlagenbauer bei der Abnahme der gesamten Maschine. Dazu gehört auch, sicherheitstechnisch relevante Kenngrößen so mitzuliefern, dass sich mit den üblicherweise genutzten Software-Tools (z.B. \’Sistema\‘ von der BGIA) der Performance Level einzelner Sicherheitsfunktionen komfortabel bestimmen lässt. Lenze hat die Inverter Drives 8400 aber auch über das Thema Sicherheitstechnik hinaus so konzipiert, dass sich durch ihren Einsatz die Effizienz der Gesamtlösung steigern lässt. Als Mitglied der Antriebs- und Automatisierungsplattform L-force sind die Umrichter darauf ausgerichtet, als abgestufte Reihe in Funktionalität und Antriebsverhalten die Basis für passgenaue Lösungen zu bieten. Die funktionale Skalierung der Ausführungen BaseLine, StateLine und HighLine schafft die Grundlage dafür, die Inverter Drives 8400 genau für die jeweilige Anwendung auszuwählen. Fazit In den vergangenen Jahren gab es eine Reihe von Innovationen im Bereich der Frequenzumrichter. Beispiele dafür sind die Nutzung von Feldbussystemen sowie die Implementierung von weiterführender Funktionalität in der Bewegungsführung. Die damit erzielte Flexibilität ließ die Grenzen zur Servo-Welt verwischen. Mit der Integration der funktionalen Sicherheit bieten sich heute weitere Möglichkeiten, die Lebenszykluskosten zu senken. Dabei werden die in Normen manifestierten Anforderungen weiter wachsen und letztlich dafür sorgen, dass in Frequenzumrichtern künftig Sicherheitsfunktionen zur Verfügung stehen, die über \’Safe Torque Off\‘ hinaus gehen.