Sicherheitssystem überwacht vollautomatisches Teilelager: Keine unkontrollierten Bewegungen

N ur schwach erhellt das Tageslicht die Szenerie: Viel sehen können muss man auch nicht im Hochregallager des Automobilzulieferers, der klassische Lagerarbeiter hat in diesem Umfeld ohnehin längst den Maschinen die anstrengende Arbeit überlassen. Stattdessen dringt aus den rund 1m breiten und 10m hohen Lagergängen das beständig an- und abschwellende Surren hin- und hereilender Lagerroboter. Nach einem nicht ersichtlichen Plan verrichten diese emsig und unablässig ihre Aufgabe. Die vollautomatischen Regalbediengeräte erhalten ihre Befehle von Terminals außerhalb des Lagers. Dort ordern Mitarbeiter ihre Teilewünsche, der auf Schienen geführte elektronische Lagerarbeiter steuert das entsprechende Regal an, fährt per Hub- und Teleskopeinrichtung zum korrekten Zielort in der Vertikalen und entnimmt die auf genormten Paletten oder in Boxen gelagerten Artikel. Über Rollbänder erreichen die angeforderten Teile schließlich den Kommissionier- und Palletierplatz. Dort werden sie nach Auftrag oder Kundenwunsch transportfertig zusammengestellt. Auf umgekehrte Weise gelangen Lagerzugänge in kürzester Zeit an den für sie bestimmten Platz. Mittels Barcode- oder RFID-Kennzeichnung identifizieren sich die Artikel im System und sind damit jederzeit lokalisierbar. MLOG Logistics bietet ein breites Spektrum automatischer Lager- und Materialflusssysteme. Zu den Kunden zählen Unternehmen der Konsumgüter-, Automobil-, Pharma- und Chemiebranche. Ganzheitliche und individuell zugeschnittene Logistiklösungen stehen dabei im Vordergrund. \“Wir können als mittelständisches Unternehmen schnell und flexibel auf die Wünsche unserer Kunden reagieren\“, betont Stefan Seidl, Chef des Heilbronner Unternehmens. Sicherheit im Einricht- und Wartungsbetrieb Systeme sind dann effizient, wenn sie zuverlässig und praktisch ausfallsfrei arbeiten. Mit einem hohen Automatisierungsgrad geht ein hohes Maß an Sicherheit für Mensch, Umwelt und Maschine einher. Seit August 2005 sind in den Logistikzentren aus dem Hause MLog Sicherheitssysteme von Pilz für das komplette Sicherheitsma­nagement verantwortlich. So überwacht das Sicherheitssystem PNOZmulti sämtliche Zugänge zum vollautomatischen Hochregallager: Öffnet jemand unbefugt eine Zugangstür oder betätigt einen der Not-Aus-Taster, fährt die Anlage sofort in einen sicheren Zustand. Denn im Normalbetrieb ist der Zutritt zum Hochregallager verwehrt. Doch das Betreten des Lagers muss zum Arbeiten im Einricht- und Wartungsbetrieb möglich sein: Vor der endgültigen Betriebsfreigabe muss der Inbetriebnehmer in aller Regel einzelne Abläufe des Lagerroboters im abgesicherten Modus prüfen oder feinjustieren. Hat sich im Regelbetrieb eine Palette verkantet oder ist die Ladung verrutscht, muss die Servicekraft den Fehler in kürzester Zeit beheben. Immer in dem Wissen, dass der Lagerroboter in keinem Falle unzulässig beschleunigen, mit hoher Geschwindigkeit fahren oder unvorhersehbar die Richtung wechseln wird. Deshalb kontrolliert PNOZmulti sämtliche Antriebe und Betriebsarten wie Vorwärts-, Rückwärtsfahrt und die Hubeinrichtung über die Funktionen Drehzahl- und Stillstandsüberwachung. Überschreitet beispielsweise die Drehzahl einen festgelegten Sollwert, greift das Sicherheitssystem sofort ein und schaltet sicher ab. Alles in enger und komplikationsfreier Kooperation mit der eigentlichen Maschinensteuerung. Das vielseitige und modular aufgebaute Sicherheitssystem gewährleistet damit zuverlässig, dass sich sämtliche Bewegungen sicher und nur mit eingeschränkter Geschwindigkeit ausführen lassen. Der Bediener kann in den engen Gängen unmittelbar hinter dem Lagerroboter hergehen, bei größeren Modellen sogar mitfahren, ohne sich in Gefahr zu bringen. Flexibel und wirtschaftlich automatisieren Aufgrund des modularen Aufbaus passt sich PNOZmulti jedem Anlagenkonzept an: Das Sicherheitssystem ist flexibel konzipiert und offen gegenüber Änderungen und Weiterentwicklungen von Maschinen und Anlagen. Es lässt sich konfigurieren und lohnt sich bereits bei einer Überwachung ab vier Sicherheitsfunktionen. Darüber hinaus kann das Sicherheitsschaltgerät auch Standardsteuerungsaufgaben übernehmen. PNOZmulti spart Zeit, Platz und Geld, weil aufwendige Einzelverkabelung entfällt und alle sicherheitsrelevanten Funktionen in einem Gehäuse Platz finden. Mit einem neuen Koppelmodul lassen sich seit Anfang 2008 zwei oder mehrere Basisgeräte des Sicherheitssystems sicher miteinander verbinden. Der Vorteil: Sind die physikalischen Grenzen eines Gerätes ausgereizt, können Anwender mehrere PNOZmulti einsetzen und auf diese Weise auch komplexere Maschinen und Anlagen überwachen und steuern. Der modulare Aufbau des Systems ermöglicht es, an jedes Basisgerät bis zu sechs Verbindungsmodule anzustecken und damit sowohl Ring- als auch Baumstrukturen aufzubauen. Die Verbindungsschnittstellen sind galvanisch getrennt, sodass auch bei Maschinen mit unterschiedlichen Potenzialen ein Datenaustausch möglich ist. Die Kommunikation zwischen den Verbindungsmodulen gewährleistet ein vieradriges, geschirmtes Kabel, über das Informationen bis zu 32Bit von Gerät zu Gerät übertragen werden können – bidirektional und sicher. Für MLog Logistics war die Wahl von PNOZmulti die richtige Entscheidung: \“Mit Pilz Sicherheitssystemen in unseren Anlagen generieren wir einen Mehrwert, den unsere Kunden honoriere\“, betont Stefan Seidl. Über entsprechende Feldbus-Module gestaltet sich für den Nutzer nicht nur die Diagnose und Fehlerbehebung einfacher und transparenter. \“Mit PNOZ multi reduzieren wir auch den Verdrahtungsaufwand enorm, sind mit unseren Konzepten flexibler, weil wir je nach Bedarf ganz einfach steckbare Zusatzmodule hinzufügen\“, weiß Jürgen Strenger, Leiter der Elektrokonstruktion. Damit kauft man nur das, was man tatsächlich braucht. Eine Partnerschaft, die mit den Anforderungen an innovative Logistik-Konzepte weiter wächst, ständig neue Herausforderungen stellt und letztlich für beide Seiten Nutzen stiftet. \“Die Zusammenarbeit mit Pilz ist konstruktiv und kooperativ. Dabei schätzen wir sehr, dass die Mitarbeiter auch am Ort des Geschehens so lange am Ball bleiben, bis die Anlage einwandfrei läuft\“, fasst Jürgen Strenger zusammen. Mit Sicherheit eine Kooperation, die auf Langfristigkeit angelegt ist.