Turck erzielt erneut historisches Umsatzhoch

Nach dem Umsatzrückgang von branchenüblichen 27% im Jahr 2009 hat Turck nun bereits zum zweiten Mal hintereinander alle Erwartungen übertroffen. Für das laufende Geschäftsjahr erwarte man für die Turck-Gruppe einen konsolidierten Gesamtjahresumsatz von mehr als 430Mio.E, davon werden rund 100Mio.E in Deutschland erwirtschaftet. Bereits im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen um mehr als 30% zulegen. Das Wachstum spiegelt sich auch in der Zahl der Mitarbeiter wieder: Aktuell beschäftigt Turck mehr als 3.000 Mitarbeiter, davon 1.530 an deutschen Standorten. Die Ursache des Erfolges sieht Wolf einerseits in der günstigen Konjunkturentwicklung, \“aber auch in der konsequenten Umsetzung der Wachstumsstrategie\“: Das Unternehmen investiert derzeit in den Ausbau der Fertigungskapazitäten in Deutschland und den USA, dem größten Einzelmarkt von Turck. Neue Tochtergesellschaften wurden in diesem Jahr in der Türkei und Brasilien gegründet. Damit ist das Unternehmen nun in allen Bric-Staaten mit eigenen Tochtergesellschaften vertreten. Für das Jahr 2012 erwartet Turck aufgrund absehbarer leichter Konjunkturabkühlung ein Wachstum von 5 bis 10%. Anwendungsoptimierte RFID-Komponenten Zur SPS/IPC/Drives stellt Turck neue RFID-Komponenten mit Schreibleseköpfen und Tags für Anwendungen im Lebensmittel- und Hochtemperaturbereich vor. Damit erschließt das Unternehmen weitere Applikationsfelder für sein RFID-System BL ident. Der neue Schreiblesekopf TNSLR-Q42TWD-H1147 mit zugehörigem Tag ist speziell für Anwendungen mit erhöhtem Reichweitenbedarf in nassen Umgebungen entwickelt worden, in denen die UHF-Technologie nicht funktioniert. Der Kopf basiert auf der bewährten 13,56MHz-HF-Technologie, erreicht aber bis zum Dreifachen der üblichen Reichweiten. So lassen sich in Verbindung mit Turcks 12mm-Datenträgern Maximalabstände von 35mm in Metall realisieren statt der üblichen 10 bis 15mm. Die Technik ermöglicht es beispielsweise, Schreiblesevorgänge zur zuverlässigen Identifizierung von Fleischhaken bei laufenden Transportbändern durchzuführen. Des Weiteren rüstet Turck sein RFID-System BL ident mit robusten, hochtemperaturfesten Tags in Schutzart IP69K für spezielle Anwendungen aus. Die Datenspeicher vom TypTW-Q51-HT-B128 sind für Arbeitstemperaturen von -25 bis 85 Grad Celsius geeignet. Die Lagertemperatur kann dabei von -55 bis zu 240 Grad Celsius betragen. Die Tags verfügen über eine Kapazität von 128Bytes, von denen 112Bytes frei als Nutzdatenspeicher zur Verfügung stehen. Mit den neuen Datenträgern erschließt Turck für BL ident neue Einsatzbereiche in Industrieanwendungen mit extremen Temperaturprofilen, beispielsweise eignen sich die Tags auch für den Einsatz in Autoklaven. Turck beruft neuen Geschäftsführer Nach dem Eintritt in den Ruhestand von Werner Turck und der Berufung von Guido Frohnhaus in die Geschäftsführung ist der Generationswechsel bei Turck vollzogen. Frohnhaus ist zum Geschäftsführer der Werner Turck GmbH & Co. KG in Halver berufen worden. Der 41-jährige Diplom-Ingenieur übernimmt in der zweiköpfigen Geschäftsführung die Technische Leitung und ist für die Bereiche Entwicklung und Fertigung zuständig. Frohnhaus war zuletzt fünf Jahre Technischer Leiter der Turck-Landesgesellschaft in USA sowie zehn Jahre in der Geschäftsleitung eines Automobilzulieferers tätig. Sowohl die Werner Turck GmbH & Co. KG mit Sitz in Halver, verantwortlich für Entwicklung und Fertigung, als auch die Hans Turck GmbH & Co. KG mit Sitz in Mülheim an der Ruhr, zuständig für Vertrieb und Marketing der global agierenden Unternehmensgruppe, werden jetzt jeweils von einem Mitglied der Gründerfamilien und einem weiteren Geschäftsführer geleitet. In Halver führen Guido Frohnhaus und Markus Turck das Unternehmen, in Mülheim Christian Wolf und Ulrich Turck, Sohn des Mitbegründers Hans Turck. Alle vier bilden zusammen die strategische Geschäftsführung der übergreifenden Turck Holding. Turck übernimmt MTX-Anteil Turck hat den 50-Prozent-Anteil der Eaton Automation Holding an dem gemeinsamen Joint-Venture MT ElektroniX GmbH (MTX) in Detmold übernommen. Damit besitzt der Automatisierungsspezialist jetzt 100 Prozent der Anteile. 2002 hatte Turck 50 Prozent der Anteile von Eaton – seinerzeit noch firmierend als Moeller GmbH – an der Moeller Elektronix GmbH übernommen. Gemeinsam haben beide Unternehmen die MTX gegründet, um Automatisierungskomponenten, vor allem I/O-Module und Feldbus-Gateways, zu entwickeln. Im Zuge ihrer strategischen Weiterentwicklung sind beide Gesellschafter nun übereingekommen, die MTX-Aktivitäten in die Verantwortung von Turck zu übertragen. In einem Dienstleistungsvertrag haben die Partner ihre weitere Zusammenarbeit festgelegt. So ist sichergestellt, dass Eaton-Produkte, die aus den gemeinsamen Aktivitäten entstanden sind, auch künftig von MTX für Eaton weiterentwickelt werden. \“Seit der Gründung des Joint-Ventures vor fast zehn Jahren sind zahlreiche innovative Lösungen wie unsere I/O-Systeme BL67 und BL20 in Detmold entwickelt worden\“, sagt Turck- und MTX-Geschäftsführer Guido Frohnhaus. \“Beide Partner haben – ebenso wie unsere Kunden – von dieser Kooperation über viele Jahre maximal profitiert. Inzwischen sind die individuellen Strategien beider Unternehmen unterschiedlich, sodass MTX mit einem 100-Prozent-Gesellschafter effizienter arbeiten kann. Für Turck bedeutet dies, dass wir die Entwicklungsaktivitäten nun gezielter steuern können, um die steigenden Anforderungen unserer Kunden möglichst zeitnah in innovative Lösungen umzusetzen.\“ (kbn)