Sanftes Migrationkonzept
Ein wesentliches Ziel der OPC Foundation ist der Schutz der bis heute (und auch noch in der Zukunft) entwickelten DCOM OPC-Produkte. Von Anfang an verfolgt die OPC Foundation daher eine Migrationsstrategie mit UA bzw. DCOM-\’Wrappern\‘. Ein UA-Wrapper ist eine Art Schale um einen DCOM OPC-Server, die die Kommunikation mit UA Clients ermöglicht. Gleichermaßen ermöglicht der DCOM-Wrapper einem DCOM OPC-Client den Zugriff auf neue UA Server. Die Wrapper werden von der OPC Foundation zur Verfügung gestellt, müssen aber von den Serverherstellern mitgeliefert werden, da die OPC Foundation als non-for-profit Organisation keinen Support, keine Haftung und Gewährleistung bieten kann. Mit- hilfe dieser Wrapper ist somit eine einfache Migration von der klassischen, DCOM-basierten OPC-Technologie zu Unified Architecture möglich. Allerdings gehen bei der Abbildung auf die DCOM-Server viele der oben beschriebenen Neuerungen und Stärken von OPC UA verloren: Der einheitliche Zugriff auf Prozessdaten, historische Daten und Alarme in einen Serveradressraum ist nicht möglich, Programme, Typinformationen und strukturierte Datentypen werden nicht unterstützt, ein Wrapper stellt zudem eine zusätzliche Konvertierungsschicht dar, die die Übertragungsleistung reduziert. Ein anderes Migrationskonzept bietet die Softing AG mit ihrer OPC Toolbox, einer Suite von ca. 20 OPC Toolkits zur Entwicklung von Clients und Servern für Windows, Windows CE, Linux u.a. Betriebssystemen. Die neue Version 4.20 der OPC Toolbox kommt mit einer neu gestalteten, schlanken Programmierschnittstelle. OPC-Hersteller, die auf Basis der OPC Toolbox 4.20 einen DA, AE und XML-DA Client oder Server entwickelt haben, können in Zukunft über die gleiche Programmierschnittstelle mit nur wenigen UA Erweiterungen ihre Produkte mit OPC UA ausstatten. Ab der Version 5 der OPC Toolbox können dann kombinierte OPC DA, AE, XML-DA und UA Produkte sowohl mit DCOM OPC-Produkten als auch mit UA Produkten ohne Verlust der neuen Stärken und Zusatzmöglichkeiten von UA eingesetzt werden. Bild 4 zeigt die neue Architektur der Version 5. Im endgültigen Ausbau kann die Programmierung eines OPC Produkts in C#, VB.NET, C++ oder Delphi erfolgen. Die OPC Toolbox unterstützt in der Version 5 die komplette UA Funktionalität. Die Kommunikation erfolgt über das hoch performante UA Binary oder über das WebService Protokoll. Die verlustfreie Migration zur installierten DCOM Basis erfolgt über einen internen Adapter.
Fazit
OPC UA ergänzt den existierenden OPC-Industriestandard um wesentliche Eigenschaften wie Plattformunabhängigkeit, Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit, Internetfähigkeit usw. Insbesondere die Plattformunabhängigkeit und Skalierbarkeit ermöglichen die Realisierung ganz neuer, kostensparender Automatisierungskonzepte. Daten in embedded Geräten aller Art, z.B. embedded Controller, intelligente Feldgeräte oder SPSen, können schlanke OPC UA Server enthalten, die direkt auf das jeweilige Betriebssystem portiert wurden. Ein separater Windows-PC für den OPC-Server ist nicht mehr erforderlich. Vertikale Integration erfolgt durch die Kaskadierung von embedded UA-Servern auf der Prozessebene über UA Server auf der Automatisierungsebene bis hin zu integrierten UA Clients in ERP-Systemen auf der Unternehmensleitebene. In den nächsten Jahren wird bei der installierten Basis noch der \’klassische\‘ DCOM Ansatz dominieren. DCOM basierte OPC-Produkte und UA-Produkte werden koexistieren. Auch weiterhin werden für den prozessnahen Bereich DCOM OPC-Produkte entwickelt werden. Ab 2008 werden diese nach und nach von OPC UA-Implementierungen für den embedded Bereich und für die MES- und ERP-Ebene ergänzt (nicht abgelöst!) werden. Wrapper werden von der OPC-Foundation zur sanften Migration von DCOM OPC-Produkten zu neuen UA-Produkten angeboten. Werkzeuge wie die OPC Toolbox von Softing ermöglichen bereits heute den Einstieg in die OPC Technologie und garantieren mit den neuen UA Toolkits eine mühelose Erweiterung um UA Funktionalität mit all ihren vielversprechenden Erweiterungen. Softing ist Mitglied des OPC UA Early Adopter Teams und mitverantwortlich für Tests der OPC UA SDKs.
















