VDMA: Verpackungsmaschinenhersteller profitieren von Auslandsnachfrage

Die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen haben die Wirtschaftskrise gut überstanden. \“Nach einem konjunkturellen Dämpfer in 2009 hat sich der dadurch verursachte Investitionsstau schon im vorigen Jahr wieder weitgehend aufgelöst\“, sagte Christian Traumann, Vorstand im VDMA-Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen und Präsident der interpack, auf einer Pressekonferenz des VDMA zur interpack in Düsseldorf. 2010 habe die Branche Maschinen im Wert von 9,8Mrd.E produziert, nach 9,2Mrd.E im schwachen Jahr 2009. Mit einem Volumen von 6Mrd.E (plus 2%) ginge der Großteil der Maschinen in den Export. Die Nachfrage käme verstärkt aus Schwellenländern. Allein die Lieferungen nach China schössen um 73% auf einen Wert von 544Mio.E in die Höhe. Der 2010 eingesetzte positive Trend setze sich im laufenden Jahr fort. Im ersten Quartal nähmen die Auftragseingänge um 16% zu. Bei den Verpackungsmaschinen legte die Produktion 2010 um 7,4% zu und erreichte einen Wert von 4,75Mrd.E. Mehr als 80% wurden laut VDMA-Statistiken ins Ausland geliefert. Im ersten Quartal 2011 nahm der Auftragseingang um 11% zu. Der Umsatz erhöhte sich um 24%. Für das Gesamtjahr rechnen die Verpackungsmaschinenhersteller mit einem Umsatzzuwachs von 11%. Verschiebung der Märkte Wie der VDMA weiter mitteilte, sei Europa mit einem Exportanteil von rund 50% noch der größte Markt für die deutschen Verpackungsmaschinenhersteller. Das Wachstum komme aber inzwischen überwiegend aus Schwellenländern in Asien, dem Mittleren Osten und Südamerika und in kleinerem Maßstab auch aus Afrika. Allein die Exporte nach China haben sich 2010 nahezu verdoppelt, auf ein Volumen von 483Mio.E. Ein Beispiel für einen schon wegen seiner geringen Größe nicht so hervorstechenden Wachstumsmarkt sei Vietnam. Das Land vervierfachte seine Importe von Verpackungsmaschinen zwischen 2004 bis 2009 auf ein Volumen von 109Mio.E. Die Gründe für diese Dynamik seien vielfältig: Eine junge Bevölkerung, eine schnell wachsende urbane Mittelschicht, ein hoher Anteil von Frauen an der Arbeitsbevölkerung und steigender Wohlstand führen da­zu, dass immer mehr Lebensmittel verpackt werden. Deutschland: Exportweltmeister Deutschland habe in der Welt aufgrund einer unangefochtenen Technologieführerschaft traditionell eine führende Rolle bei Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. \“Fast jede zweite Süßwarenmaschine, fast drei Viertel aller Brauereimaschinen, jede dritte Fleischwarenmaschine und jede dritte Verpackungsmaschine werden in Deutschland hergestellt\“, sagte Richard Clemens, Geschäftsführer im Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. Auch der deutsche Maschinenbau insgesamt könnte seine Rolle als \’Exportweltmeister\‘ weiterhin verteidigen. 2010 habe Deutschland mit 17,3% der Welthandels-Anteile wieder Platz 1 erreicht, gefolgt von Japan (12,4%) und den USA (12,3%). China habe mit 10% Italien (8,1%) auf den fünften Platz geschoben. (afs)