Vom Controller bis in die IT-Enterprise mit OPC UA OPC Day Europe 2012 170 Teilnehmer kamen nach Reinach zu Endress+Hauser

In seiner Keynote beschrieb Tom Burke, Präsident der OPC Foundation, eine Zukunft, in der \’skalierbare, sichere, verlässliche, plattformunabhängie, herstellerneutrale Kompatibilität\‘ die Automatisierung kennzeichnet. Dies gelte nicht nur für industrielle Bereiche der Automatisierung, sondern schließe andere Bereiche wie Gebäudeautomation und Energietechnik mit ein. \“Das ist das Ziel der OPC Foundation mit der Unified Architecture\“, so Burke. \“Plug & Play-Operationen ermöglichen es Endnutzern, Geräte und Applikationen aus dem gesamten Unternehmen (Enterprise) auszuwählen, alle darauf ausgerichtet, Informationen zugänglich zu machen, egal wann und wo diese gebraucht werden.\“ Heutzutage ist die Informationsintegration von Geräten, Anwendungen, Prozessen des gesamten Unternehmens (Enterprise) das Ziel. Dies setzt allerdings auch Kollaborationen mit externen Organisationen wie PLCOpen, MES, BACnet, ISA95 und ISA88 voraus, die in der OPC Foundation weiter vorangetrieben werden. OPC UA in der Anwendung Die Hauptveranstaltung eröffnend, gaben die Referenten Paul Hunkar und Jürgen Lange von Softing einen Überblick über die OPC UA-Technologie. Eine der Kernaussagen lautete, dass UA heute Plattform-unabhängig ist und nicht nur auf Windows läuft, sondern auch auf Unix, Linux, VxWorks, Android und anderen Emdedded Systemen. \“OPC-Konnektivität von Geräten in die Cloud\“, sagte Lange. Er stellte dies in Anschauungsbeispielen aus dem realen Umfeld vor: Erstens: UA ermöglicht die Visualisierung und Steuerung von CAD- und CNC-Systemen in Holzbearbeitungsmaschinen der Hundegger Maschinenbau GmbH. Zweitens: Arburgs Spritzgießmaschinen nutzen einen VxWorks Soft Controller mit eingebetteten und vorkonfigurierten UA Servern. Geräte und Medienredundanz werden ebenfalls unterstützt. Langes drittes UA-Beispiel befasst sich mit der Überwachung des Solarwärme-Energieverbrauchs über das Internet von NTE Systems. OPC UA als Problemlöser Es wurde noch eine weitere OPC-Anwendung der OPC Foundation durch Mitglied Russ Agrusa (CEO von Iconics), präsentiert, welches seinen Kunden Dmitri Tchoubaraev des Swiss National Grid Control Centre vorstellte. Tchoubaraev erläuterte die riesigen Datentransfers in seinem Unternehmen sowie über die damit einhergehenden verfahrenstechnischen Anforderungen und wie OPC dabei als \’universeller Bus\‘ hilft. SwissGrid managed die größte Netzinfrastruktur für 24 Länder und sichert so, dass 500Mio. Menschen mit Energie versorgt werden können. OPC UA spielt in dieser Anwendung eine große Rolle beim Online-Datenaustausch, Prozessvisualisierungen, Prozessautomatisierung und Workflows, als Gateway sowie dem sicheren Datenaustausch. OPC UA ist Plattform-unabhängig Details zur Plattform-Unabhängigkeit der UA wurden vom OPC Europe Präsidenten Stefan Hoppe vorgestellt, der über \’UA embedded\‘ berichtete, das auf einem Prozessorchip des Unternehmens ARM basiert. Er hob die verschiedenen Geräte, die eine ARM Plattform nutzen hervor – angefangen bei den einfachen kleinen Boards für den Einsatz von Füllstandssensoren durch Gateway-Geräte, embedded PLC und HMI bis hin zu Endgeräten wie Tablets oder Smartphones. \“ARM wollte die Skalierbarkeit ihrer Chips in der Pyramide der Industrieautomation präsentieren und mit UA können wir all diese Geräte verbinden\“, sagte er. \“Fünf verschiedene OS und drei verschiedene Programmiersprachen – C, C# und Java – sind eingebunden.\“ Hoppe berichtete außerdem, dass er begeistert sei, dass Siemens gerade heute eine neue Sorte von embedded Feldgeräten vorstellen werde, die UA integriert haben. Security auf Basis von OPC UA Eine ausführliche Präsentation zum wichtigen Thema Security wurde von ABB Corporate Research, vertreten durch Dr. Wolfgang Mahnke und Dr. Ragnar Schierholz von ABB Technology, geliefert. Ihr Vortrag widmete sich der Sicherheitstechnologie eingebaut in OPC UA sowie den weiteren Aspekten der industriellen Sicherheit. Sie erläuterten die verschiedenen Risiken, auf die man in der industriellen Umgebung treffen kann, die geeigneten Methoden zum Schutz vor diesen Risiken und wie OPC UA diese Anforderungen leisten kann. Die Hauptaussage des Vortrages war, dass OPC UA ein Impulsgeber für Sicherheit/Security ist, allerdings seien hier noch einige Fragen offen. OPC UA ergänzt Netzwerkstrategie von Endress+Hauser Eine andere Perspektive der \’Zusammenarbeit\‘ wurde von Eugenio Neto vom Gastgeber-Unternehmen Endress+Hauser Process Solutions präsentiert: Er erklärte den Leitgedanken zur Geschäftsprozessintegration (BPI – Business Process Integration) seines Unternehmens und wie man Kunden helfen kann, ihre Geschäftsprozessintegration zu steigern. Die meisten Produktionsstandorte haben, so Neto, zwei verschiedene Auffassungen zu Daten: Der Fertigungsbereich setze auf den Bottom-Up-Ansatz – sowohl Produktivität als auch Anlagenauslastung benötigten eine Optimierung – während die Business-Ebene sich dem Top-Down-Ansatz verschreibe für eine bessere Entscheidungsfindung. Aber es gebe noch viele weitere Stufen mittendrin, in denen Daten hängen bleiben können. Aufgrund dessen finde ein Paradigmenwechsel statt. \“Wir leben in einer systemzentrischen Welt\“, sagt Neto. \“Aber wir bewegen uns auf eine informationszentrische Welt zu\“. Geschäftsprozessintegration bzw. BPI bedeutet, dass wir Business- und IT-Beratung sowie Produktverkäufe liefern; mit anderen Worten gebrauchsfertige Automatisierungslösungen, Service und Kooperationsaktivitäten. In diesem Umfeld \“beginnt OPC UA sehr wichtig zu werden, es wird zu einer Art \’Automatisierungs-Konnektor\‘ im Bereich der Unternehmensebenen\“. Daher setze E+H UA-fähige Prozesse in all seinen wichtigsten Automatisierungslösungsplattformen ein. \“Wir erweitern unsere Ethernet-Strategie mit der OPC UA Technologie.\“ OPC UA im Motorenmanagement Bernard Neumann von Siemens zeigte in seinem Vortrag das Simocode pro intelligent Motorenmangement-System. Es ist in erster Linie für die Prozessindustrie entwickelt worden, verfügt über einen ARM Chip, der einen embedded UA-Server unterstützt, und ermöglicht darüber den direkten Zugriff auf Motordaten. Es erleichtert die Visualisierung der Motor-Bedingungen, integriert intelligente Energie-Mangement-Prozesse usw. Das System liefert Statusinformationen, Diagnosen, Messwerte und statistische Daten sowie die Eigenschaft, dass \“mehr als 400 Items in 100ms navigiert bzw. durchsucht werden können\“. Neumann schloss mit einem Versprechen ab: \“Ich bin mir sicher, wir werden noch mehr Feldgeräte mit embedded OPC UA Server wie diesen in der Zukunft sehen.\“ Fazit Der zweite jährliche OPC Day in Europa, organisiert vom OPC Europe Team hat gezeigt, das OPC UA in der Praxis angekommen ist und die Basis vieler guter Lösungen sein kann. Tom Burke und Stefan Hoppe dankten zum Abschluss der Veranstaltung dem Gastgeber Endress+Hauser für die Ausrichtung in der Schweiz \“und dafür, zu zeigen, wie populär der OPC Day als ein Netzwerk-Event geworden ist.\“ Des Weiteren freue ich mich, verkünden zu können, dass unser nächster OPC Day Europe im Jahre 2013 im Hauptsitz von Yokogawa in den Niederlanden stattfinden wird,\“ schloss Stefan Hoppe. Kasten: Endress+Hauser war Gastgeber des 2. European OPC UA Day