Zweistelliger Umsatzanstieg: Lenze weiter auf Wachstumskurs

Der Vorstandsvorsitzende der Lenze AG, Dr. Erhard Tellbüscher, und Michael Mölleken, Vorstand der Lenze AG, haben auf der Bilanzpressekonferenz mitgeteilt, dass die Zeichen für Lenze weiter auf Wachstum stehen. Denn das Unternehmen bilanziert für das Geschäftsjahr 2006/2007, das zum 30. April 2007 endete, erneut ein erfreuliches Ergebnis: \“Der Umsatz hat sich um 58Mio. Euro erhöht. Das sind 11% mehr als im Vorjahr\“, erklärte Dr. Tellbüscher. Damit erzielte der Anbieter für Antriebs- und Automatisierungstechnik seinen Gruppenumsatz von 587Mio. E. Im Jahr zuvor waren es noch 529Mio. Euro. \“Damit haben wir im zweiten Jahr in Folge ein zweistelliges Wachstum\“, fügte Tellbüscher sichtlich zufrieden hinzu. Wie Dr. Tellbüscher fortfuhr, wuchs das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 26Mio. E auf 56Mio. Euro. \“Unsere Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Der Weg in die Automatisierung zeigt gute Erfolge und belebt das Antriebsgeschäft. Unsere Investitionen in Produkte und Märkte haben sich ausgezahlt. Wir werden unsere Strategie weiter fortsetzen\“, sagte er. Auch für das laufende Geschäftsjahr rechne man damit, den Umsatz deutlich steigern zu können.

Umsatz der Produktgruppen

\“Unsere Produktverteilung hat sich leicht verändert. Der Umsatzanteil der Elektronik beträgt 56%. Und die Elektromechanik hat inzwischen einen Anteil von 30%\“, erklärte Dr. Tellbüscher. Im Vorjahr habe der Umsatzanteil der Elektromechanik noch 27% betragen. \“Unsere Investitionen in die Entwicklung und in unser L-force-Portfolio haben wir im vergangenen Jahr von 7Mio. auf 37Mio. Euro angehoben. Das ist genauso hoch wie unser Ergebnis nach Steuern.\“ Im Geschäftsjahr erwarb Lenze alle Anteile am langjährigen Entwicklungspartner, der Schmidhauser AG in der Schweiz. Dr. Tellbüscher erklärte: \“Wir haben dort 45 hochqualifizierte Entwickler übernehmen können. Wir haben ihnen die Aufgabe gegeben, unsere dezentrale Antriebstechnik weiterzuentwickeln und auf einen neuen Schwerpunkt zu heben. Wir gehen davon aus, dass gerade die dezentrale Antriebstechnik – nachdem sie jetzt über zehn Jahre langsam Einzug in den Markt gehalten hat – in den nächsten Jahren deutlich an Schwung gewinnen wird.\“ Wie Michael Mölleken erklärte, habe die erstmalige Einbeziehung der Schmidhauser AG in den Abschluss der Lenze-Gruppe jedoch lediglich mit 2,6Mio. Euro zum Umsatzzuwachs beigetragen. Die Entwicklung in der Lenze AG ist in zwei Bereiche aufgeteilt: Antriebstechnik und Automatisierung.

Trends der Antriebstechnik

Im Anschluss verdeutlichte Dr. Edwin Kiel, Leiter Innovation der Lenze AG, wie sich die Lenze-Antriebstechnik von der Vision zum System entwickelt hat. Das verdeutlichte er u.a. am Beispiel eines Logistikzentrums einer Supermarktkette. Hierbei wurden im vollautomatischen Betrieb 800 Märkte beliefert. Insgesamt kommen dabei rund 5.000 Antriebe zum Einsatz, die Paletten und Tablare fördern, Regalbediengeräte und Fahrwagen heben und fahren und die Positionierung in den Rollcontainern ermöglichen. Wie Dr. Kiel erklärte, sei dabei rund die Hälfte der Antriebe geregelt. Die Ansteuerung funktioniere über SPS-Systeme und Feldbus. Als Anforderungen musste der Anbieter passgenaue Lösungen, zuverlässige Antriebe und einen einfachen Umgang mit den Antrieben realisieren. Dr. Kiel erläuterte: \“Wir brauchen eine Lösungskompetenz. Und damit wir die Systeme zusammenstellen können, brauchen wir einen mechatronischen Baukasten, z.B. Standard- oder Servomotoren, Umrichter oder Servoumrichter und Getriebe. Und als Drittes benötigen wir die Software, weil das Antriebssystem darüber seine Funktion erhält.\“ Schon an dieser Applikation werden die Trends der Antriebstechnik deutlich: \“Die Anzahl der Antriebe steigt\“, sagte der Leiter Innovation des Unternehmens. Aber auch die Anzahl der geregelten Antriebe steige – ebenso wie die dezentralen und integrierten Lösungen. \“Und die Software erhält eine höhere Bedeutung\“, fügte er hinzu. Zudem erfolge die Ansteuerung über Kommunikationssysteme und die Umstellung auf Ethernet. Auch die Integration von Sicherheitstechnik sei wichtig.