Passende Antworten finden
„Jetzt geht es darum, die Weichen so zu stellen, dass wir auch in Zukunft erfolgreich sein und weiter wachsen können“, fordert die Vorstandsvorsitzende Sonia Bonfiglioli. „Deswegen sind wir aktuell dabei, die Rolle zu definieren, die Bonfiglioli in einer zunehmend digitalisierten Industrie übernehmen kann. Dafür müssen wir passende Antworten finden und einen entsprechenden Mindset für das komplette Unternehmen entwickeln.“ Doch was bedeutet das für die Antriebselektronik von Bonfiglioli? „Wenn man allein den Zuwachs an Mitarbeitern in diesem Geschäftsbereich betrachtet, sieht man, dass der Stellenwert von Vectron in der Unternehmensfamilie zunimmt“, erklärt Fausto Carboni. Denn das Elektronikgeschäft sei nicht nur in Bezug auf den Umsatz immer wichtiger, sondern gerade was die strategische Positionierung der Firma und die dahinterstehende Vision angeht, hat es einen großen Anteil. „Ich sehe Vectron für uns als Antriebshersteller in gewisser Weise als Lebensversicherung“, fährt der CEO fort, „denn wir wollen als Systemanbieter weiterhin offen, unabhängig und eigenständig bleiben.“ In diesem Sinne soll die Kompetenz von Bonfiglioli im Elektronikbereich ausschlaggebend dafür sein, wie gut die Integration der klassischen Antriebstechnik in die künftigen Lösungen der smarten Fabrik gelingt. „Der weitere Ausbau der Vectron-Kompetenz ist also eine wichtige Investition in die Zukunft“, unterstreicht auch Sonia Bonfiglioli.
Neue Generation der Leistungselektronik
Diesem Ansatz folgend, hat Bonfiglioli für die Entwicklung einer neuen Generation seiner Leistungselektronik den größten R&D-Invest in der Unternehmensgeschichte getätigt – sowohl beim finanziellen als auch beim personellen Aufwand. Diese Generation soll als umfangreiche Elektronikfamilie mit vollständig neuen Modulen wie eigenentwickelter Antriebssteuerung oder Motion-Controllern im nächsten Jahr vorgestellt werden. „Die neue Generation wird unser heutiges Portfolio an wichtigen Stellen vervollständigen“, beschreibt CTO Andrea Torcelli das Vorhaben. „Deswegen entwickeln wir nicht nur ein einzelnes Umrichtermodell, sondern ein komplett neues Konzept für das ganze Bonfiglioli-Spektrum an Leistungselektronik“, pflichtet Massimo Sarti bei. Durchgängig sollen die neuen Geräte vor allem auf vier Kernaspekte ausgerichtet werden: In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
- Große Flexibilität im Bereich von Connectivity und Kommunikation: Die Umrichter werden nicht nur kompatibel zu klassischen Feldbussen und Industrial-Ethernet-Derviaten sein, sondern können auch über offene Schnittstellen wie OPC UA oder IoT-Standards wie MQTT kommunizieren. Auch drahtlose Lösungen sollen berücksichtigt werden.
- Hohe Leistung auf wenig Bauraum: Weil die Leistungsdichte für den Anwender immer wichtiger wird, reduzieren die kompakten Abmessungen der Geräte den Platzbedarf im Schaltschrank. Neue Elektronik- sowie Halbleiterbauteile verbessern zudem die Leistungsdaten der neuen Umrichter im Vergleich zu marktüblichen Modellen.
- Integrierte Intelligenz: Die nächste Elektronikgeneration bietet durch eine Integration von moderner Steuerungstechnik hohe Funktionalität, Dynamik sowie abgestimmte Eigenschaften für Einsatzbereiche wie Textilmaschinen, Holzbearbeitung, Verpackungstechnik oder Material Handling. Darüber hinaus sind die neuen Geräte auf unterschiedliche Weise konfigurierbar und in Betrieb zu nehmen.
- Fokus auf Sicherheit: In Bezug auf die verfügbaren Safety Features sollen die neuen Umrichter alle auf dem Markt benötigten Eigenschaften gemäß PLe, Kat4 und SIL3 bereit halten. STO als Standardsicherheitsfunktion reicht laut Hersteller längst nicht mehr aus.
„Safety ist einfach nicht mehr verhandelbar“, so Trocelli. „Mit der neuen Vectron-Generation muss uns ein Spagat gelingen, denn wir wollen zum einen unseren bestehenden Kunden den Sprung auf das nächste Produktivitätslevel ermöglichen.“ Zum anderen will Bonfiglioli durch die große Vielseitigkeit und das breite Funktionsspektrum auch neue Kunden gewinnen. Ein wichtige Rolle kommt dabei den Software-Elementen zu, z.B. der Firmware oder einer unkomplizierten grafischen Programmieroberfläche. „Nur mit einem ganzheitlichen Konzept, das auch alle modernen digitalen Aspekte umfasst, lassen sich die Anforderungen der kommenden Zeit erfüllen“, unterstreicht Torcelli. „Doch mit der Kombination unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der Antriebstechnik und den neuen Technologien können wir den Herausforderungen der Zukunft sicherlich sehr gut begegnen.“
„2018 ist für Bonfiglioli bisher sehr gut gelaufen“, kommentierte Gesellschafterin Sonia Bonfiglioli, „aber es wird zu einem Schlüsseljahr, in dem wir weitreichende Entscheidungen treffen müssen.“ Die zentrale Frage sei: Wie sieht die Rolle von Bonfiglioli in einer zunehmend digitalisiertem Ära aus, in der man sich nicht nur neuen Technologien, sondern auch neuen Geschäftsmodellen stellen muss? „Nur mit der passenden Antwort können Unternehmen auch weiterhin von dem positiven Marktumfeld profitieren.“ Im vergangenen Jahr hatte der italienische Antriebshersteller einen Rekordumsatz von über 808Mio.€ erzielt. Davon rund 454Mio.€ im EMEA-Bereich, 206Mio.€ in der Region Asien-Pazifik und 148Mio.€ in Amerika. „Die Internationalisierung wird auch zukünftig ein zentraler Bestandteil der Strategie sein“, so Sonia Bonfiglioli. Weltweit hat das Unternehmen mittlerweile 3.700 Mitarbeiter und 14 Fertigungsstätten. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht



















