Was wurde eigentlich aus Twincat HMI?

 Unabhängig von Betriebssystem, Browser und Device agiert diese webbasierte Visualisierung Twincat HMI 'responsive' - basierend auf HTML5 und Java Script.
Unabhängig von Betriebssystem, Browser und Device agiert diese webbasierte Visualisierung Twincat HMI ‚responsive‘ – basierend auf HTML5 und Java Script. Bild: Beckhoff Automation GmbH & Co. KG

Am 24. November 2015 wurde auf der Fachmesse SPS in Nürnberg erstmalig Twincat HMI vorgestellt. Beckhoff war damit eines der ersten Unternehmen, das als Basistechnologie HTML5 für Human Machine Interfaces implementiert hat. Der webbasierte Ansatz für Maschinenbedienungen weckte die Neugier von vielen Interessierten, da es durch die flexible Architektur zahlreiche Szenarien ermöglicht. Multi-Client-, Multi-Target- und Multi-Server-Topologien an den Anlagen lassen sich durch den Einsatz von aktuellen Webtechnologien, im Vergleich zu proprietären Produkten oder plattformabhängigen Frameworks, einfach abbilden. Es wird der typische Ansatz von Beckhoff verfolgt, einen hohen Anteil an Eigenentwicklung umzusetzen.

Effizient und erweiterbar visualisieren

In dem Zuge ist das Twincat HMI Framework entstanden, womit den Anwendern ein langfristiger Support und Kompatibilität gewährleistet werden können. Es stellt die Kommunikation zum Entwicklungssystem und Server bereit, liefert eine Programmierschnittstelle für spezifische Anforderungen und eine umfangreiche Control-Bibliothek. Zusätzlich wurde ein eigener Webserver entwickelt, um auch auf den kleinsten CPUs und unterschiedlichen Betriebssystemen lauffähig zu sein. Neben Windows unterstützt der HMI Server Beckhoff RT Linux und Twincat/BSD. Für die – responsive – Darstellung der HMI wird nur ein HTML5-fähiger Browser benötigt. Twincat HMI bietet einen hohen Grad an Erweiterbarkeit, d.h. über definierte Schnittstellen können eigene Controls oder Server-Erweiterungen entwickelt werden. Über das integrierte Paketverwaltungssystem lassen die HMI-Komponenten leicht verteilen. Das Design lässt sich dynamisch zur Laufzeit über das Theme-System umschalten und kann vollständig an die eigene Corporate Identity eines Unternehmens angepasst werden.

HTML5 hat sich als Basistechnologie im HMI-Bereich durchgesetzt. Beckhoff hat zudem einen Projektgenerator entwickelt, der viel Zeit bei der Projektierung spart und ein aktuelles HMI-Layout mitbringt. Die Ethercat-Diagnose liefert ein Control, dass die Topologie des Feldbusses automatisch generiert und Zugriff auf die I/O-Ebene bietet. Zusätzlich können die Gerätinformationen des Industrie-PC überwacht oder dargestellt werden. Die Integration des Software-Oszilloskops Twincat Scope ermöglicht es, zyklusgenau Signale der Steuerung aufzuzeichnen.

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Um ein eigenes HMI-Produkt mit einer neuen Technologie zu entwickeln, mussten viele Basisfunktionalitäten geschaffen werden. Der zeitliche Vorteil der Marktbegleiter wurde hier schnell aufgeholt und Beckhoff bietet jetzt das ideale HMI-Werkzeug für die Automatisierungswelt. Twincat HMI wird kontinuierlich weiterentwickelt – z.B. mit neuen Controls und Server-Erweiterungen, um zusätzliche Protokolle zu sprechen, neue Systeme an Twincat HMI anzubinden oder neue Märkte zu erschließen. So gibt es seit Kurzem mit CNC HMI Base und CNC HMI Simulation Server zwei neue Funktionsbibliotheken für CNC-spezifische Nutzeroberflächen. Damit lässt sich sowohl eine moderne, intuitive HMI-Anwendung speziell für den CNC-Bereich erstellen als auch die Teilebearbeitung anhand von Echtzeitdaten simulieren. Das Softwarepaket Twincat 3 CNC HMI Base basiert vollständig auf dem Twincat 3 HMI Server und integriert sich nahtlos in die Familie der Twincat-HMI-Produkte. Enthalten ist eine große Auswahl technologiespezifischer Steuerelemente, wie Achsanzeige, Spindel- und Geschwindigkeits-Override, Jog- und Tippfunktionen, Kontureditor sowie Werkzeugdaten- und Nullpunktverschiebungstabelle.