Die digitale Verpackungsmaschine

 Auf dem Verpackungsmaschinentag des Packaging Valley treffen sich ausgewiesene Experten der Branche, um darüber zu sprechen, wie die Kombination aus Daten, Automatisierung und KI eine nachhaltigere, effizientere und wettbewerbsfähigere Produktion ermöglicht.
Auf dem Verpackungsmaschinentag des Packaging Valley treffen sich ausgewiesene Experten der Branche, um darüber zu sprechen, wie die Kombination aus Daten, Automatisierung und KI eine nachhaltigere, effizientere und wettbewerbsfähigere Produktion ermöglicht.Bild: Packaging Valley Germany e.V.

Wie ist der Stand der Automatisierung bei den Verpackungsmaschinen aktuell?

Der Markt für Verpackungsmaschinen ist in Bewegung. Zum einen durch die Entwicklung hin zu nachhaltigen Verpackungen, zum anderen durch die Anforderungen an umfangreiche Servicefunktionalitäten, neue Geschäftsmodelle und die zunehmende Konkurrenz aus Asien – insbesondere China. All dies treibt die Entwicklung hin zu Maschinen und Anlagen, die insbesondere im Bereich der Automatisierung und Industrial IT technologisch führend sind.

Wie ist es dabei um die Digitalisierung bestellt? Wo wird sie gut umgesetzt und wo ist noch Luft nach oben?

Das ist in der Tat sehr unterschiedlich. Zum einen unter den Maschinenbauern, zum anderen aber auch je nach Branche wie Pharma, Consumer oder auch Logistik. Auch die Größe der Unternehmen und damit oft die Komplexität der Maschinen und Anlagen spielt eine wichtige Rolle. Eines unserer Mitgliedsunternehmen aus dem Pharmabereich hat kürzlich eine Maschine für die „Dark Factory“, also vollautomatisiert, vorgestellt. Andere sind eher State of the Art. Dies liegt auch daran, dass die Digitalisierung zunächst mit höheren Kosten verbunden ist, die zunächst vom Kunden bezahlt werden müssen, bevor der Return on Investment sichtbar wird.

Welche Rolle spielen Themen wie Digitaler Zwilling, Predictive Maintenance und Augmented Reality?

Interessanterweise spielen VR- und AR-Technologien keine große Rolle. Die Maschinenbauer gehen hier sehr pragmatisch vor, teilweise werden sie in der Entwicklung und im Service eingesetzt. Predictive Maintenance ist teilweise vorhanden, eine Durchgängigkeit scheitert aber letztlich oft daran, dass zum einen möglichst viele, besser alle Komponenten der Maschine dazu in der Lage sein sollten, es aber nicht sind, zum anderen ist es auch wieder eine Frage des Aufwands und der Kosten. Der digitale Zwilling ist ein sehr wichtiges Thema, an dem viele Maschinen- und Anlagenbauer arbeiten und Lösungen anbieten. Aber auch hier sind wir noch weit davon entfernt, von einer Durchgängigkeit sprechen zu können. Aber die Richtung ist klar.

Wo ist das Nadelöhr dafür, dass die Digitalisierung noch nicht weiter vorangeschritten ist? Sind es technologische Gründe oder ist es eher eine Frage der Mentalität?

Beides ist der Fall, wobei sich die technologischen Grenzen immer weiter verschieben. Einige Unternehmen sind sowohl mental als auch technologisch ganz vorne, andere arbeiten noch sehr traditionell und moderne Innovationskonzepte setzen sich nur langsam durch. Mit dem Projekt Makeathon unterstützen wir unsere Mitgliedsunternehmen dabei, Open Innovation zu etablieren und Kontakte zu Studierenden zu knüpfen.

Worin unterscheidet sich die Verpackungsmaschinenbranche von anderen Branchen des Maschinenbaus?

In Bezug auf die Grundfunktionalitäten der Automatisierung nicht. In der Pharmabranche haben wir die Situation einer sehr strengen Regulierung mit extrem hohen Anforderungen an Qualität und Sicherheit. Was die Branche sehr spannend macht, ist die Verarbeitung unterschiedlichster Verpackungsmaterialien in höchster Qualität und Geschwindigkeit. Dabei werden oft höchste Anforderungen an die Antriebstechnik und Sensorik gestellt, die IBV, also die industrielle Bildverarbeitung, ist nicht mehr wegzudenken.

Wie steht es in Sachen KI in urer Branche?

Man würde sehr unterschiedliche Antworten bekommen, je nachdem, wen man fragt. Wenn wir über KI in der Maschine sprechen, stehen wir meiner Meinung nach noch ganz am Anfang. Im Bereich der Qualitätssicherung und der IBV wird sie schon länger eingesetzt, in anderen Bereichen ist sie sehr stark im Kommen. Dies betrifft insbesondere alle datenbezogenen Funktionalitäten, also im Bereich IoT.

Vor welchen Herausforderungen stehen die Verpackungsmaschinenbauer aktuell und wie lassen sich diese überwinden?

Neben den grundsätzlichen Herausforderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sind es vor allem die weltwirtschaftlichen Verwerfungen und die Konkurrenz aus Asien. Mittel- und langfristig ist es auch der Mangel an technischen Fachkräften – der demografische Wandel lässt grüßen. Ein Grund mehr, die internen Prozesse zu optimieren, d.h. weiter zu digitalisieren, insbesondere auch mit KI. Um auf den Weltmärkten weiterhin erfolgreich zu sein, müssen die Unternehmen bei Innovationen im Allgemeinen und bei der Digitalisierung im Besonderen an Tempo zulegen.

Was macht das Format Verpackungsmaschinentag aus und wer ist die Zielgruppe?

Das Format greift hochaktuelle Technologiethemen der Branche auf und beleuchtet diese mit Experten aus der Praxis. Zielgruppen sind zum einen die Endkunden des Verpackungsmaschinenbaus, aber auch die Technologieverantwortlichen der Maschinen- und Anlagenbauer sowie der Automatisierungsanbieter.

Der Packaging Valley Verpackungsmaschinentag 2025 findet am Donnerstag, den 13.11.2025 von 09:00 bis 16:30 Uhr bei Bosch Rexroth in Ulm statt und steht unter dem Motto ‚Die digitale Verpackungsmaschine‘.

Themen sind: Stand und Perspektiven der digitalen Verpackungsmaschine (Industrie 4.0, IoT, KI, digitale Zwillinge, Predictive Maintenance), Plattformbasiertes Engineering, simulationsgestütztes/digitalesEngineering sowie Anwenderperspektive Pharma.

Zielgruppe: Entscheider und Technologieverantwortliche aus dem Verpackungsmaschinenbau, der Automatisierungstechnik und der produzierenden Industrie.

Referenten/Moderation: u.a. Tobias Herwig, Thomas Fechner, Dr. Christian & Dr. Stefan Scheifele, Anton Fritsch, Marko Nagl, Matthias Markus; Moderation: Philip Bittermann und Martin Buchwitz (Packaging Valley).

Nutzen: Best Practices, Impulse für Digitalisierungsstrategien, Vernetzung mit Branchenexpert:innen.

Der Verpackungsmaschinentag

Der Packaging Valley Verpackungsmaschinentag 2025 findet am Donnerstag, den 13.11.2025 von 09:00 bis 16:30 Uhr bei Bosch Rexroth in Ulm statt und steht unter dem Motto „Die digitale Verpackungsmaschine“.

Themen sind: Stand und Perspektiven der digitalen Verpackungsmaschine (Industrie 4.0, IoT, KI, digitale Zwillinge, Predictive Maintenance), Plattformbasiertes Engineering, simulationsgestütztes/digitalesEngineering sowie Anwenderperspektive Pharma.

Zielgruppe: Entscheider und Technologieverantwortliche aus dem Verpackungsmaschinenbau, der Automatisierungstechnik und der produzierenden Industrie.

Referenten/Moderation: u.a. Tobias Herwig, Thomas Fechner, Dr. Christian & Dr. Stefan Scheifele, Anton Fritsch, Marko Nagl, Matthias Markus; Moderation: Philip Bittermann und Martin Buchwitz (Packaging Valley).

Nutzen: Best Practices, Impulse für Digitalisierungsstrategien, Vernetzung mit Branchenexpert:innen.