Im Gegensatz zu allgemeinen KI-Modellen ist Xavia gezielt auf industrielle Anwendungsfälle zugeschnitten. Das System wurde mit Fokus auf das Fachwissen der Automatisierungstechnik trainiert. Praxisnähe ist dabei das zentrale Merkmal: Xavia versteht die Sprache der SPS-Programmierer, liest technische Dokumentationen und interpretiert sogar Quellcode oder Schaltpläne. Nach Angaben des Herstellers lässt sich das Modell überdies kundenspezifisch anpassen, indem firmeneigene Daten und Terminologie ins Training einfließen. So entsteht ein maßgeschneidertes KI-Modell für anspruchsvolle Aufgaben in Entwicklung, Inbetriebnahme oder Service.
Flexibel einsetzbar – von Edge bis Cloud
Ein weiteres Kennzeichen von Xavia ist die flexible Bereitstellung. Das KI-System kann lokal in der Anlage, in einer privaten Unternehmenscloud oder in einer öffentlichen Cloud betrieben werden – je nachdem, was am besten zur IT-Strategie des Anwenders passt. Im Edge-Einsatz, also direkt auf einem Industrie-PC an der Maschine, bleiben alle Daten vor Ort und die KI reagiert selbst ohne Internetanbindung in Echtzeit. In einer Private-Cloud-Umgebung können mehrere Maschinen oder Werke zentral auf den Dienst zugreifen, während die Daten sicher im Firmennetz verbleiben. Die Public-Cloud-Variante schließlich bietet maximale Skalierbarkeit und laufend aktualisierte KI-Modelle, wenn der Datenschutz es zulässt. Wichtig in allen Fällen: Der Anwender behält die volle Datenhoheit – ein Muss in sicherheitskritischen Umgebungen, wo sensible Informationen nicht nach außen dringen dürfen. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Modularer Aufbau für vielseitige Aufgaben
Hinter Xavia steht eine modulare KI-Plattform. Unterschiedliche Funktionsbausteine sind je nach Bedarf kombinierbar, darunter Bildverarbeitung, Dokumenten-Analyse, Sprachsteuerung und Maschinenkommunikation.
- Bildverarbeitung: Xavia kann visuelle Informationen auswerten – etwa Fotos oder PDFs von Schaltplänen lesen, Symbole und Verbindungen erkennen und daraus ein digitales CAD-Dokument erzeugen. Gerade bei Retrofit-Projekten mit alten Elektrodokumentationen spart das viel Zeit, wenn Papierpläne auf den neuesten Stand gebracht werden müssen.
- Dokumenten-Analyse: Ob technische Handbücher, Wartungsanleitungen oder Stücklisten – das System extrahiert aus Texten relevante Informationen und beantwortet Anfragen in natürlicher Sprache. So findet man im Wartungsfall schneller die richtige Prozedur oder Ersatzteilnummer, ohne lange in Handbüchern suchen zu müssen.
- Code-Analyse und Generierung: Xavia kann vorhandenen Maschinencode – etwa in AWL, Step5 oder anderen klassischen SPS-Sprachen – analysieren und automatisiert in moderne Programmiersprachen wie SCL oder Structured Text überführen. Ebenso ist es möglich, Steuerungsfunktionen in natürlicher Sprache zu beschreiben. Die KI-Plattform erzeugt daraus funktionsfähigen Code für die jeweilige Zielplattform. So werden Altanlagen modernisiert oder neue Projekte beschleunigt – ein echter Effizienzgewinn für Entwickler und Automatisierer.
SPS-Altcode modernisieren
Ein typisches Anwendungsfeld ist der Retrofit alter Maschinensteuerungen. Viele Anlagen laufen noch mit veralteten Siemens-S5-Programmen in AWL (Anweisungsliste), die heute kaum wartbar sind. Die Programmierer von damals stehen oft nicht mehr zur Verfügung, Ersatzteile sind rar, und neue Funktionen lassen sich auf der alten Plattform kaum integrieren. Hier kommt die Lösung SyntaxShift ins Spiel – ein von KS Solutions entwickeltes Tool auf Basis von Xavia. Sie analysiert den alten AWL-Code und übersetzt ihn automatisch in modernen Structured Text (SCL/ST). Baumer präsentiert den ersten Ultraschallsensor in Kompaktgröße, der die Marke von 3 Metern Reichweite knackt. ‣ weiterlesen
Sensor mit 3 Metern Reichweite



















