- Anforderungen
- abgenommener Dokumentation
- spezifische FMEA
- spezifisches Testdesign und Testprotokolle

FSM nach IEC61508-1 – FSM als Teil des QM
In Teil 6 haben wir uns mit der Frage beschäftigt, welche Themen bzw. Forderungen sich überhaupt aus der IEC61508-1 für den Komponentenhersteller ergeben und welche Unternehmensbereiche dadurch beeinflusst werden. Funktionale Sicherheit funktioniert nicht ohne Unterstützung des Top-Managements. Bei der IEC61508 handelt es sich nämlich nicht nur um eine weitere Norm, die von der Entwicklungsabteilung einzuhalten ist. Sie betrifft das ganze Unternehmen. Die IEC61508 definiert ausführlich das Management der Funktionalen Sicherheit (FSM) als Erweiterung eines ISO9001-Qualitätsmanagement-Systems. Wie breit die Einflüsse der Funktionalen Sicherheit sind, kann überraschen. In der Praxis ist meist eine Kombination von Anpassungen an mehreren Stellen angebracht:
- Einführung von zusätzlichen Prozessen
- Einführung von zusätzlichen / neuen Werkzeugen
- Anpassung von Meilenstein-Checklisten
- Anpassung bzw. Neuerstellung von Templates
- Einführung und Beschreibung neuer Methoden (z.B. zur Durchführung einer FMEDA)
Fazit
Diese Informationen, Schaubilder und Schilderungen zeigen, warum die Einführung eines FSM-Systems und der Aufbau einer Functional Safety Entwicklung sinnvoll ist. Sie zeigen aber auch, dass das zeitaufwändig ist, weit über die Entwicklung hinausgeht, Fallstricke in jeglicher Hinsicht bereithält und am besten selbst als Projekt angegangen wird. Die größte Motivation, sich dieser Herausforderung zu stellen, ist häufig die zunehmende Nachfrage nach Safety-Produkten und die Gefahr, ohne Safety-Produkte im Portfolio gegenüber dem Wettbewerb zurückzufallen. Kunden bevorzugen den Kauf aus einer Hand. Für ein Vorprojekt zum Aufbau eines Functional Safety Management Systems sollten drei bis sechs Monaten veranschlagt werden. Die Länge der Vorlaufzeit eines Entwicklungsprojekts hängt jedoch stark vom Unternehmen, den Bestandprozessen und den verfügbaren Ressourcen ab. Das Management der Funktionalen Sicherheit hat viele Überlappungen mit dem Qualitätsmanagement. Somit ist eine Trennung der Disziplinen nicht sinnvoll. Bewährt hat sich, das FSM als Teilmenge des QM aufzufassen. Lebt die ISO9001 im Unternehmen und existiert ein reifes Prozessmanagement, ist bereits eine stabile Basis für die Einführung eines Functional Safety Managements gegeben. Prozessorientierung bei der Produktentwicklung trägt maßgeblich dazu bei, Entwicklungsrisiken zu vermeiden, die Produktqualität zu verbessern, Product Lifecycle Costs zu reduzieren, externe Auditierungs- und Zertifizierungskriterien zu erfüllen und schlussendlich die Time-to-market zu verkürzen. Es bedarf Erfahrung, Expertise und Pragmatismus, um die geforderten Strukturen aufzubauen (beziehungsweise anzupassen) und um eine typische Überauslegung der Anforderungen zu vermeiden. Die Artikelserie hat gezeigt, dass Prozesse und Strukturen nicht behindern müssen, sondern gerade dazu dienen, geistige Freiräume zu schaffen, in denen wahre Innovationen entstehen. n@Seitentitel rechts:Funktionale Sicherheit für KMU – Teil 8/8


















