
Die Radartechnologie empfiehlt sich überall dort, wo optoelektronische Sensoren an ihre Grenzen stoßen. Während optische Systeme durch Schmutz, Staub oder extreme Lichtverhältnisse beeinträchtigt werden können, bleiben Radarsensoren funktionsfähig. Sie sind unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie Regen, Nebel, Funkenflug oder starken Temperaturschwankungen. Radarsysteme arbeiten mit elektromagnetischen Wellen im zweistelligen Gigahertzbereich und reagieren zuverlässig auf Bewegungen im überwachten Bereich. Damit eignen sie sich besonders für Anwendungen in rauen Industrieumgebungen, etwa in der Schwerindustrie, Mineral- und Stahlverarbeitung, Holzindustrie, Lackieranlagen, Kühlhäusern oder Gießereien.
Ein weiterer Vorteil: Radarsensoren können nicht nur Flächen, sondern auch dreidimensionale Räume überwachen. Dadurch lassen sich Schutzbereiche flexibel gestalten, insbesondere wenn nicht nur der Zutritt, sondern auch das Verweilen im Gefahrenbereich erkannt werden muss.

Zwei sicherheitsgerichtete Funktionen: Bereichsabsicherung und Hintertretschutz
Sichere Radarsysteme übernehmen zwei zentrale Aufgaben: die Bereichsabsicherung und den Hintertretschutz. Die Bereichsabsicherung sorgt dafür, dass beim Betreten des Gefahrenbereichs die Maschine in einen sicheren Zustand versetzt wird. Der Hintertretschutz verhindert einen ungewollten Wiederanlauf der Maschine, solange sich noch Personen im überwachten Bereich befinden. Moderne Radarsysteme sind skalierbar und modular aufgebaut. Mehrere Sensoren können zur Überwachung großer oder komplexer Bereiche eingesetzt und in Reihe geschaltet werden. Ein besonderer Vorteil: Radarsensoren sind so sensibel, dass sie sogar Mikrobewegungen wie den Herzschlag eines Menschen erkennen können. Das erhöht die Zuverlässigkeit der Überwachung, selbst wenn sich Personen kaum sichtbar bewegen. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein

Flexible Schutzbereiche – auch für große Maschinen und Außenbereiche
Der tatsächliche Schutzraum, den ein Radarsystem abdeckt, hängt maßgeblich von der Anordnung, Installationshöhe und Neigung der Sensoren ab. Moderne Systeme wie PSENradar von Pilz bieten verschiedene Radartypen mit Erfassungsbereichen von bis zu 9m. Dies ist besonders bei mobilen Anwendungen im Außenbereich und bei großen Maschinen wie Portalkranen vorteilhaft. Hier kann der Sensor so positioniert werden, dass er weit über die Maschine hinaus den Fahrweg überwacht und Personen frühzeitig erkennt. Ein Fallbeispiel: Wird ein Portalkran mit einem Radarsensor ausgestattet, kann dieser den Fahrweg vor dem Kran überwachen und so verhindern, dass Personen in den Gefahrenbereich gelangen. Der ausgeweitete Schutzbereich ermöglicht auch bei größeren Maschinen eine effektive Absicherung.
Radarsysteme sind prädestiniert für den Einsatz in rauen Industrieumgebungen. Typische Einsatzorte finden sich in der Mineral- und Stahlverarbeitung, wo Staub, Späne, Schweißfunken oder grelles Licht vorherrschen. Auch in Lackieranlagen, Kühlhäusern oder Gießereien sowie in Schüttguthäfen bewähren sich Radarsensoren, da sie auch bei Nebel, Schnee und mäßigem Regen zuverlässig arbeiten. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht

Roboterzellen sicher überwachen
Die Absicherung von Roboterzellen stellt besondere Anforderungen an die Sicherheitstechnik. Hier müssen sowohl der Hintertretschutz als auch ein sicherer Wiederanlauf gewährleistet sein. Radarsensoren können das erforderliche Sicherheitslevel (SIL 2 bzw. PL d, Kategorie 3) erfüllen und bieten eine wirtschaftliche Alternative zu Kombinationen aus Sicherheitslichtgittern und Laserscannern. Sie übernehmen die Zugangsabsicherung und den Hintertretschutz in einem System und ermöglichen so eine effiziente und platzsparende Umsetzung der Sicherheitsanforderungen. Die Radartechnologie detektiert sämtliche Umgebungsbedingungen zuverlässig und überwacht daher jegliche Art von Bewegung im definierten Schutzraum. Im Fokus der Umgebungsüberwachung steht dabei die Überwachung des Stillstands einer Maschine. Durch die Kombination beider Schutzfunktionen in einem System wird die Umsetzung sicherheitstechnischer Anforderungen in der Roboterzelle vereinfacht und wirtschaftlicher gestaltet.



















