Dipl.-Ing. Robert Wilmes
Dipl.-Ing. Robert WilmesBild: Phoenix Contact Deutschland GmbH

Direkte Integration von HMI- und Feldgeräten in überlagerte Systeme

Von der einfacheren Handhabung durch OPC UA profitieren auch die HMI-Produktlinien BTP 2000 und TP 3000 von Phoenix Contact (Bild 2), in die die Visualisierungs-Software Visu+ als Laufzeitkomponente eingebaut ist (Bild 3). Aufgrund der komplexen DCOM-Konfiguration von OPC Classic war es bisher notwendig, den klassischen OPC-Server als Komponente auf dem Touch Panel mitzuführen. Jetzt lassen sich beide Produktlinien als OPC-UA-Client anbinden. Dabei bietet die offene Standardschnittstelle OPC UA die Möglichkeit, sich an beliebige OPC-UA-Server – wie Embedded-UA-Server oder den PC Worx UA-Server – anzukoppeln. Die beiden Touch-Panel-Baureihen können nun mit dem kostenlos erhältlichen Software Tool Visu+ Express ab der Version 2.50 mit OPC-UA-Unterstützung programmiert werden.

Security concept: Lock on digital screen, contrast, 3d render; Shutterstock ID 409109329; Purchase Order: -
Security concept: Lock on digital screen, contrast, 3d render; Shutterstock ID 409109329; Purchase Order: –Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbH

Visu+ als OPC-UA-Client

Sollen Daten zentralisiert gesammelt, verdichtet und dargestellt werden, nutzen die Anwender eine Scada-Lösung. Durch den offenen und skalierbaren Ansatz von OPC UA lassen sich Bedienen-und-Beobachten- und sogar Feldgeräte auf einfache Weise direkt in ein überlagertes System integrieren, das die zur Verfügung gestellten Daten dann weiterverarbeitet. Ein solcher Ansatz kann z.B. mit der PC-basierten Softwarelösung Visu+ Scada von Phoenix Contact realisiert werden. Dazu lässt sich Visu+ als OPC-UA-Client an den PC Worx UA-Server oder den UA-Server eines anderen Herstellers anbinden, um die Daten aktiv abzuholen. Darüber hinaus eröffnet Visu+ die Möglichkeit, selbst als OPC-UA-Server zu agieren und Daten entsprechend zu verteilen. Weitere Systeme – wie MES (Manufacturing Execution System) oder Cloudlösungen – beziehen die Daten auf diese Weise ohne großen Aufwand direkt.

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Bild 1  OPC UA schafft skalierbare und durchgängige Lösungen über alle Unternehmensebenen hinweg.
Bild 1 OPC UA schafft skalierbare und durchgängige Lösungen über alle Unternehmensebenen hinweg.Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbH

Zyklusgenaue Information über applikative Fehlerzustände

Die Funktionalitäten eines in die Steuerung eingebauten UA-Servers oder des in das lokal installierte HMI-Gerät integrierten UA-Clients stoßen nur durch den jeweiligen Speicher und die Rechenleistung an ihre Grenzen. Deshalb werden zusätzliche Funktionen auf dem PLCnext-Controller AXC F 2152 sowie anderen Steuerungen von Phoenix Contact folgen. Als erste PLCnext-Steuerung verfügt der AXC F 2152 zukünftig über Alarm-Funktionen. Somit können aus den in Hochsprache ebenso wie in IEC61131 erstellten Programmteilen OPC UA-Alarme auf der Steuerung generiert werden. Jeder OPC-UA-Client, der sich bei den OPC-UA-Alarmen angemeldet hat, erhält zyklusgenau Informationen über applikative Fehlerzustände und kann diese quittieren. Der zur Parametrierung oder dem Auslesen von Logdaten erforderliche Zugriff auf das File-System der Steuerung wird ebenfalls über gemäß OPC UA standardisierte File-Zugriffe implementiert. Auch bei diesen Zugriffen findet selbstverständlich eine auf OPC-UA-Security-Mechanismen sowie entsprechenden Rollen und Rechten basierende Überwachung statt.

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