Aber welche Alleinstellungsmerkmale kann die Hardware dann noch bieten?
Franke: Schauen Sie sich z.B. die Business-Modelle von Apple oder Tesla an: Wenn man ein Ökosystem intelligent aufbaut, dann ist der Kunde durchaus bereit viel Geld für die Hardware auszugeben. Die jeweiligen Treiber, um die Hardware hochwertig und einzigartig zu machen, muss man aber natürlich rechtzeitig identifizieren und in seine Geschäftsstruktur integrieren.
Als Anbieter von Software- und IoT-Umgebungen will Siemens künftig auf offene Standards setzen. Bei Profibus und Profinet war das noch anders. Was verändert sich hier in Ihrer Denke?
Franke: Unsere Motivation liegt damals wie heute im Kundennutzen. Die Zeit, in der wir diesen gerade über geschlossene Systeme bringen konnten, ist vorbei. Offenen Standards eröffnen heute einfach mehr Möglichkeiten. Und auch die nötige Innovationsgeschwindigkeit lässt sich nicht mehr halten, ohne auf offene Standards und Technologien zu setzen. Somit ist Offenheit einfach zur Voraussetzung geworden. Im ersten Schritt mag das vielleicht ein Stück weit zu Lasten der Kundenbindung gehen, aber wie gesagt: Man muss eben Wege finden, wie man die Offenheit in Kundennutzen und Begeisterung umwandelt.
Das heißt offene Standards wie Ethernet TSN und OPC UA stehen aus Ihrer Sicht gar nicht zur Diskussion?
Franke: Die Marktdurchdringung mit all diesen Standards wird man in der Branche nicht lange diskutieren und Glaubenskriege wie bei den Feldbussen wird es nicht mehr geben. Dennoch muss man die klassischen Kommunikationsstandards und deren installierte Basis von Millionen Knoten auch weiterhin bedienen.
















