Es wird mehr ein Miteinander der neuen und alten Standards als ein entweder oder?

Franke: Sicherlich gibt es auch Greenfield-Fabriken, in denen man die neuen Technologien durchgängig ausprobieren bzw. implementieren kann. Aber die Mehrheit der Automatisierungsanwendungen wird auch in Zukunft der Brownfield-Bereich ausmachen. Das bedeutet: Man muss Industrie 4.0 in bestehende Strukturen einbringen und kann nicht komplett disruptiv unterwegs sein.

Eine unmittelbare Technologie-Ablöse und den sprichwörtlichen Nokia-Effekt gibt es in der Automatisierung also nicht?

Franke: Bei Siemens sicherlich nicht. Denn wir treiben die Innovationen und sind hinsichtlich moderner Automatisierungsarchitekturen bestens aufgestellt: mit der Mindsphere-Cloud, mit leistungsstarker Software für Produkt- und Produktionsdesign aber eben auch mit dem komplett durchgängigen Hardwarespektrum der Simatic-1200er- und -1500er-Steuerungen. Wir haben uns lange auf den Wandel vorbereitet und alle nötigen Technologien im Programm – auf Hardware- wie auf Softwareseite.

Und wie steht es hier um Ihre Marktbegleiter? Sind die Ihrer Ansicht nach auch fit für die Zukunft?

Franke: Man sieht es auf den entsprechenden Messen: Industrie 4.0 und die Digitalisierung finden dort an jedem Stand statt. Alle Automatisierer versuchen sich bestmöglich einzubringen, teilweise ebenfalls mit sehr guten Ideen. Darüber bin ich persönlich auch froh, denn starke Marktbegleiter halten einen wach.

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7