Partnerschaftliches Ökosystem

 Die Delta D-Bot Robotics Platform zeigt, dass moderne Robotik mehr ist als reine Hardware. Sie kombiniert modulare Systeme mit kognitiven Erweiterungen, integriert Partnerlösungen und stärkt durch regionale Netzwerke den Wissenstransfer.
Die Delta D-Bot Robotics Platform zeigt, dass moderne Robotik mehr ist als reine Hardware. Sie kombiniert modulare Systeme mit kognitiven Erweiterungen, integriert Partnerlösungen und stärkt durch regionale Netzwerke den Wissenstransfer. Bild: Delta Electronics

In dynamischen Produktionsumgebungen stoßen klassische Einzelsysteme schnell an ihre Grenzen. Prozesse verändern sich schnell, neue Anforderungen entstehen, und Systeme müssen sich flexibel anpassen können. Delta reagiert darauf mit seine D-Bot Robotics Platform. Sie verbindet kollaborative Robotik, mobile Einheiten und KI-basierte Erweiterungen in einem modularen Gesamtkonzept. Die Schutzart IP66 erlaubt den Einsatz auch in Umgebungen mit Staub, Feuchtigkeit oder Spritzwasser, wie sie in der Lebensmittelproduktion oder in der Materialbearbeitung vorkommen.

„Wir gehen bewusst über die Hardware hinaus“, sagt Michael Mayer-Rosa, Senior Director der Industrial Automation Business Group EMEA und Head of Intelligent Robot Systems bei Delta Electronics. „Unsere Kunden brauchen Ready to Use Lösungen, die mit ihren Anforderungen mitwachsen können, ohne jedes Mal bei null anfangen zu müssen.“

Die Basis der Plattform bildet die Delta D-Bot-Familie: kollaborative Roboter mit sechs Achsen, Traglasten bis 30kg und Reichweiten bis 1.800mm. Über Schnittstellen wie Ethercat, Modbus oder Profinet lassen sie sich einfach in bestehende Produktionslinien integrieren. Für Sicherheit sorgt die Reflex Safety-Technologie, die Berührungen sofort erkennt und Bewegungen unmittelbar stoppt. Das ist ein entscheidender Faktor für die Zusammenarbeit von Menschen und Maschine im selben Arbeitsbereich.

Vom Cobot zur Plattform

Zwei neue Komponenten zeigen, dass die Plattform weiter reicht als bekannte Cobot-Lösungen. So kombiniert das Delta Dynamic Duo einen Cobot mit der mobilen Plattform MAR. So kann der Roboter nicht nur an wechselnden Stationen eingesetzt werden, sondern zusätzlich Transportaufgaben übernehmen. Die modulare 2-in-1-Konstruktion erlaubt einen schnellen Wechsel zwischen Roboterarm und mobiler Basis. Anwender profitieren von einer flexiblen Lösung, die verschiedene Arbeitsschritte miteinander verbindet. Eine integrierte Hochleistungsbatterie unter dem Cobot ermöglicht bis zu sieben Stunden Betrieb. Typische Anwendungen reichen von der Maschinenbestückung über Montageaufgaben bis hin zur Verpackung.

Das Delta Cognibot-Kit erweitert die Plattform um kognitive Fähigkeiten. Es wird direkt am Roboterflansch installiert und ergänzt den Cobot um Sensoren sowie Kameras, die zusammen mit der externen Power AI Box verbunden sind. Diese verarbeitet Daten in Echtzeit und ermöglicht dadurch adaptive Workflows. So kann der Roboter auch in unstrukturierten Umgebungen präzise arbeiten und flexibel auf Veränderungen reagieren. Anwender können den Cobot per Sprache oder Gesten steuern und profitieren von einer kontextbezogenen Reaktion auf die Umgebung. Möglich wird dies durch technische Erweiterungen wie 360°-Spracherkennung, 3D-Objekterkennung und adaptive Pick-and-Place-Prozesse. Über den Zugang zum Neuraverse können die Fähigkeiten kontinuierlich erweitert werden. Das ist ein echter Fortschritt in Richtung intuitiver Mensch-Roboter-Zusammenarbeit.

Ein Ökosystem aus Technologie und Anwendung

Neben der Plattformstrategie setzt Delta auf ein stark wachsendes Netzwerk an Partnerunternehmen. Mit diesem Ökosystem können spezifische Applikationen realisiert und schnell in bestehende Systeme integriert werden. Diese Herangehensweise stärkt die Vielseitigkeit der Plattform und reduziert gleichzeitig den Aufwand auf Anwenderseite.

So bringt das österreichische Unternehmen Vasma als Systemintegrator regionales Know-how ein. Der Spezialist für Robotik-Lösungen unterstützt Kunden von der Projektplanung bis zum laufenden Betrieb. Die Zimmer Group, führender Hersteller von Greifertechnologien, erhöht mit ihrer Match-Plattform die Flexibilität. Greifer lassen sich werkzeuglos in Sekunden austauschen. Das erleichtert den Einsatz in variantenreichen Produktionen und minimiert Stillstandzeiten.

Der Zuführspezialist Asyril hat gemeinsam mit Delta eine Lösung entwickelt, die den D-Bot DC08 mit dem Asycube 240 und dem EYE+ Smart Control System kombiniert. Damit wird das präzise Handling variantenreicher und empfindlicher Bauteile möglich, etwa in der Elektronikfertigung oder in der Medizintechnik. OnRobot, bekannt für kompakte Greif- und Handhabungslösungen, erweitert die Plattform um flexible Endeffektoren. Diese sind besonders für enge Produktionsumgebungen geeignet, in denen platzsparende Werkzeuge entscheidend sind. Weiss Robotics, Anbieter smarter Greifsysteme, demonstrierte auf der Automatica 2025 die Integration des neuen Intrapal-Greifers in eine D-Bot-Anwendung. Damit lassen sich Pick-and-Place-Prozesse mit hoher Präzision realisieren, selbst bei komplexen Werkstücken.

Alle Partnerschaften folgen einem klaren Prinzip: Technologische Vielfalt trifft auf nahtlose Integration. Durch offene Schnittstellen und einheitliche Steuerungskonzepte lassen sich Partnerlösungen direkt in die Delta D-Bot-Plattform einbinden. Anwender profitieren von kürzeren Projektzeiten und geringeren Risiken bei der Umsetzung.

Regionale Zusammenarbeit und Mittelstand

Auch auf regionaler Ebene setzt Delta konsequent auf den Ausbau von Kooperationen. Mit dem Beitritt zur Arena2036 in Stuttgart wird das Unternehmen Teil einer Initiative, die Industrie, Wissenschaft und Start-ups miteinander verbindet. Hier entstehen gemeinsame Projekte für Produktion und Mobilität der Zukunft, die den Wissenstransfer in die Praxis beschleunigen. Für Delta bedeutet die Mitgliedschaft, Erfahrungen aus eigenen Projekten einzubringen und gleichzeitig vom direkten Austausch mit Forschungseinrichtungen und anderen Unternehmen zu profitieren.

Darüber hinaus richtet Delta den Blick gezielt auf den industriellen Mittelstand. Mit dem Automatisierungsspezialisten JP Industrieanlagen entwickelt das Unternehmen Komplettlösungen, die speziell auf die Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen zugeschnitten sind. Leicht verständliche Bedienkonzepte, kurze Projektlaufzeiten und Anwendungen, die auch ohne umfassende Vorkenntnisse einsetzbar sind, senken die Einstiegshürden erheblich. Für KMUs, die bislang wenig Berührungspunkte mit Robotik hatten, entsteht so ein unkomplizierter Zugang zu kollaborativen Systemen.

„Gerade mittelständische Unternehmen brauchen Lösungen, die schnell einsetzbar sind und keinen großen Integrationsaufwand erfordern. Mit Partnern wie JP Industrieanlagen können wir diesen pragmatischen Zugang ermöglichen und Hürden beim Einstieg in die Robotik deutlich senken“, erklärt Mayer-Rosa.

Durch die Kombination von regionaler Zusammenarbeit und praxisnahen Partnerprojekten wird Automatisierung nicht nur technisch machbar, sondern auch wirtschaftlich attraktiv. Delta zeigt, wie kollaborative aber kognitive Robotik technologische Innovation mit wirtschaftlichem Nutzen verbindet. Die D-Bot Robotics Platform beschleunigt den Einstieg, vereinfacht Anpassungen und macht moderne Robotik wirtschaftlich attraktiv – für Konzerne ebenso wie für den Mittelstand.