Fehlendes Wissen über den Standort von Produktionsgütern führte in der Vergangenheit immer wieder zu einer ganzen Reihe von Problemen und behinderte vor allem effizientes Wirtschaften. So konnten verlegte Werkzeugsätze, falsch platzierte Maschinen und Ersatzteile oder ein mangelhafter Überblick über die Ware in Arbeit zu unnötig hohen Leasingkosten oder gar zu möglichen Verlusten führen. Noch wichtiger ist selbstverständlich die Arbeitsplatzsicherheit. Bei Unfällen kann es überlebenswichtig sein, Mitarbeiter schnell zu lokalisieren und so zu einer umgehenden Versorgung beizutragen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt heute in Agilität, Qualität, Verlässlichkeit und Sicherheit. Und um diese zu verbessern, nutzen Hersteller verstärkt die Vorteile der zunehmenden \’Intelligenz\‘ von Geräten und Netzwerken. Solche \’intelligenten\‘ Geräte, wie RFID-Tags oder Sensoren mit erweiterten Diagnosefunktionalitäten, ergänzen nun die Milliarden von Endgeräten, die heutzutage bereits an Internet Protokoll (IP) basierten Netzwerken angeschlossen sind. Diese starke Zunahme sogenannter \’Smart Devices\‘ wird auch als \’Internet der Dinge\‘ bezeichnet und beschleunigt sich weiter. Experten gehen davon aus, dass schon bald Billionen von Geräten durch das sich immer schneller verbreitende IPv6 Protokoll verbunden sein werden. Für produzierende Betriebe verspricht diese zunehmende Zahl vernetzter \’intelligenter\‘ Geräte fast revolutionäre neue Möglichkeiten der Beweglichkeit und Mobilität von Assets. Allerdings können natürlich mobile Endgeräte alleine nicht die Agilitäts-, Qualitäts- und Sicherheitsziele eines Unternehmens gewährleisten. Die Geräte müssen dauerhaft mit einem Netzwerk verbunden sein – auch in anspruchsvollen industriellen Umgebungen. Nur so können sie die gesammelten Daten in einen Kontext bringen. Erst durch das Zusammenspiel von Smart Devices mit Funknetzwerken entfalten die Geräte ihre volle Leistung und ermöglichen Asset Management in Echtzeit oder umfangreiche Lokalisierungsdienste. Intelligente Dienste mit RFID und Funknetzwerken Die Technologie-Analysten von IDC hatten intelligente Dienste, die RFID nutzen, als einen der 10 wichtigsten Trends in der produzierenden Industrie für 2010 vorausgesagt (IDC Insights: 10 Manufacturing Industry Predictions for 2010, January 13, 2010) – und hatten damit recht. Das vergangene Jahr bescherte uns eine explosionsartige Zunahme von RFID-Lösungen, die nahezu alles Denkbare lokalisieren: Speisebehälter, Minenfahrzeuge, Kaffeebohnen oder Textilien ebenso wie die Zeitspanne zwischen dem Beladen eines Asphalt-LKWs und dem Abladen. Auch das Marktforschungsunternehmen Gartner geht davon aus, dass die rapide Zunahme von intelligenten Endgeräten zu einem enormen Wachstum an mobilen Anwendungen führen wird. Diese wiederum wird die Anforderungen an die kabellose Infrastruktur deutlich erhöhen (Top Technology Trends You Can\’t Afford To Ignore, Oct. 5, 2010). Durch die Kombination von RFID mit drahtlosen Netzwerken können Hersteller die Transparenz ihrer Prozesse in fast allen Bereichen deutlich erhöhen. Heute sind RFID und drahtlose Netzwerke bereits in der Lage, in Echtzeit einen bislang ungekannten Überblick über Assets, Ware in Arbeit und den Aufenthaltsort von Mitarbeitern zu geben. Die Unternehmen können so zentral nahezu alles steuern, um die Produktivität und Sicherheit zu erhöhen sowie den Materialfluss zu optimieren. RFID erhöht Produktivität bei Boeing Boeing ist der weltgrößte Hersteller von Flugzeugen für kommerzielle und militärische Zwecke. Die Produktionshallen umfassen eine Fläche von mehr als 40 Hektar, auf denen mehr als 30.000 Mitarbeiter Einzelteile zu Flugzeugen montieren. Die Gefahr, dass dort ein Teil verloren geht, ist groß. Wenn wichtige Teile nicht auffindbar sind, sollten sie sofort ersetzt werden, um Verzögerungen in der Produktion zu vermeiden. Müssen Teile nachgekauft werden und geht Produktivität verloren, kann das schnell teuer werden. Boeing setzt sein Funknetzwerk, RFID-Tags und Lokalisierungssoftware ein, um Verluste zu vermeiden. Die RFID-Tags wurden an 1.700 kritischen Teilen, Werkzeugen und Maschinen angebracht, die dadurch jederzeit lokalisiert werden können. Die Produktion profitiert davon deutlich: Da jede wichtige Komponente ein Tag hat, können die Teile schnell identifiziert werden, um Serviceprobleme zu lösen, Zeit beim Troubleshooting zu sparen und Fehldiagnosen zu vermeiden. Die RFID-Einbindung in das vorhandene WLAN erhöht die Produktivität, da Mitarbeiter Bauteile und Werkzeuge schneller finden. Dies führt dazu, dass Verzögerungen in der Produktion vermieden werden. Weniger Ausschuss in der Glasproduktion Viracon, ein führender Hersteller von Architektur-Glas, stattet alle 5.800 an den drei Produktionsstätten in Arbeit befindlichen Glasträger mit RFID-Tags aus. Durch die Einbindung in ein WLAN-Netzwerk ist für diese Lösung kein eigenes Netzwerk aus RFID-Readern nötig. Wenn ein Mitarbeiter herausfinden muss, wo sich ein Glasträger gerade befindet, stehen dafür in der Produktionshalle Computer zur Verfügung. Diese zeigen den Ort in Echtzeit auf einer Karte an und erlauben die Lokalisierung innerhalb von Sekunden. Durch diesen Ansatz konnten der Ausschuss und die dadurch nötige erneute Erzeugung der Glasträger um 65 Prozent reduziert werden. Zudem wird sichergestellt, dass das richtige Glas im richtigen Moment an den richtigen Ort transportiert wird und so die Produktionszyklen verkürzt werden. Transportgüter automatisch erfassen Eine ganz andere Herausforderung stellte sich dem Logistikunternehmen TNT. Das Unternehmen mit 150.000 Angestellten, 200 Depots, über 40 Flugzeugen, und 30.000 Fahrzeugen in 29 europäischen Ländern, beschloss, sein bestehendes Funknetzwerk, Lokalisierungssoftware und RFID zu nutzen, um das Bestandsmanagement zu automatisieren. Alle 16.000 Rollkäfige, in denen Pakete zwischen den Depots transportiert werden, tragen heute RFID-Tags. Die Tracking-Software erfasst die Rollkäfige sowie Pakete und macht dadurch das manuelle Erfassen der einzelnen Lieferungen überflüssig. Die Mitarbeiter können jederzeit einen aktuellen Status zu bestimmten Lieferungen abfragen und die Verteilung der Rollkäfige optimieren, da sofort ersichtlich ist, an welchem Standort zu viele oder zu wenige sind. Durch die Nutzung des bestehenden Funknetzwerkes hat TNT sowohl Anschaffungs- als auch Unterhaltskosten für ein weiteres Netzwerk eingespart und kann dennoch Tausende von Gegenständen in unterschiedlichen Standorten in ganz Europa jederzeit von überall überwachen. Mehr Flexibilität Die Beispiele zeigen, dass sich die Kombination von RFID und WLAN-Netzen inzwischen für viele Unternehmen zu einer gewinnbringenden Symbiose entwickelt hat. Ohne zusätzliche Infrastruktur können dadurch RFID-Dienste unternehmensweit im Netzwerk genutzt werden. So entwickeln RFID-Dienste ein ganz neues Maß an Flexibilität.
RFID und WLAN: RFID-Technologie und kabellose Netzwerke
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