Vor fast 30 Jahren wurde das Konzept der virtuellen Maschine allgemein bekannt im damaligen UCSD-Pascal auf dem Apple, dessen Pascal-Compiler den sog. p-Code erzeugte, der schließlich auf diversen CPUs lauffähig war. Dass das Konzept keineswegs veraltet ist, zeigen uns die entsprechenden modernen Varianten z.B. in Java und .NET/C#. Diesen Sprachen ist gemeinsam, dass sie universelle, grundsätzliche Programmieranweisungen kodieren und die virtuelle Maschine entsprechend viel Bytecode interpretieren muss, um eine vollständige Applikation auszuführen. Daher rührt die im Vergleich zu direkt in Maschinencode übersetzten Programmen verlangsamte Ausführung. Bei Java wird diesem Problem inzwischen mit speziellen, Maschinencode erzeugenden Compilern oder speziellen, Java-Bytecode ausführenden Prozessoren begegnet. Bytecode für Softwaremodule Aus den Erfahrungen mit zigtausenden geschriebenen Programmzeilen in VisualBasic, C/C++ und Java in den vergangenen Jahren kristallisierte sich bei MFP eine neue Sicht für die Struktur von Anwendungsprogrammen heraus. Nicht die Kombination der einzelnen Programmanweisungen einer beliebigen Hochsprache war relevant, sondern die Organisation der Bibliotheken mit den vielen, im Idealfall für mehrere Projekte geeigneten und für unterschiedliche Betriebssysteme verfügbaren Softwaremodulen. So entstand aus der gewünschten überschaubaren Verwaltung von Softwaremodulen eine Strukturierung über Bytecode, die einen entsprechenden Interpreter und ergänzende Ablaufelemente (If, Then, Else, GoTo, ….) nahe legte. Entstanden ist schließlich UMAS (Universelles Modulares Applikations-System), bestehend aus einem Compiler, der Bytecodes aus einer an C++ orientierten Skriptsprache erzeugt, und virtuellen Maschinen, die auf Windows und Linux lauffähig sind und die zurzeit immer noch wachsenden Programmbibliotheken beherbergen. Implizit war gleichsam der Anspruch, die Sprachelemente, deren Pendants die Softwaremodule in den virtuellen Maschinen sind, beliebig erweitern zu können. So entstand ein Compiler, der seinen verarbeitbaren Befehlsvorrat über externe XML-Dateien erhält und beliebig auf zukünftige Programmentwicklungen anpassbar ist. Optimiert für die Anwendung Die Softwaremodule, die über einen spezifischen Bytecode adressiert und parametriert werden, sind an der Anwendung orientiert und im Vergleich zu sonst üblichen, z.B. in Java kodierten, Programmelementen funktional deutlich mächtiger, so dass man dagegen die Laufzeitverzögerungen durch die vir-tuellen Maschinen vernachlässigen kann. Mit UMAS entwickelte Programme sind also nicht langsamer als direkt in C/C++ geschriebene. Bei MFP wurde die Chance genutzt, UMAS zusätzlich mit den Sprachelementen zu versorgen, die man bei der Entwicklung von Anwendungsprogrammen immer vermisst hat bzw. nur umständlich programmieren konnte. Dazu gehörte in erster Linie der einfache Zugriff auf andere virtuelle Maschinen, unabhängig davon, ob sie auf demselben PC laufen oder über das Netzwerk erreichbar sind. So öffnet sich der Weg für neue Konzepte in der Gestaltung von Anwendungen. Das Konzept verteilter Anwendungen Bei UMAS werden die Ressourcen der virtuellen Maschinen in Gruppen unterteilt und die Anwendung in darauf zugeschnittene Anwendungsmodule gegliedert. Die Unterteilung ist grundsätzlich ausgelegt, und zwar in Automatisierung (Messen, Steuern, Regeln), Visualisierung (Mensch-Maschine-Interface) und Datenbankanbindung (ODBC-Schnittstelle und XML-Datenhaltung). Jede virtuelle Maschine hat einen direkt adressierbaren Datenspeicher (Datenpool), der über einen integrierten Server von anderen virtuellen Maschinen über TCP/IP-Kommunikation erreichbar ist (Bild 2). Um die Abläufe an die zeitlichen Randbedingungen einer Automatisierung anzupassen, wird nur der Datenpool des Automatisierungsmoduls öffentlich gemacht und als gemeinsamer Speicher für alle Module genutzt. So greift das Automatisierungsmodul direkt (schnell) auf den Arbeitsspeicher zu, während Visualisierung und Datenbankanbindung am Server hängen und beliebig im lokalen Netzwerk platziert sein können, über Router auch im Internet. Mit einem Monitorprogramm kann der Inhalt des Datenpools über die TCP/IP-Kommunikation ausgelesen oder auch verändert werden, wenn das Automatisierungsmodul entsprechende Zugriffe erlaubt. Selbstredend wird dieses Konzept durch einfache UMAS-Sprachelemente unterstützt. Jede virtuelle Maschine hat einen Peripheriecode, z.B. MSR1, MMI3 oder DBA7. Eine Variable mit dem Namen myVar01 in der virtuellen Maschine MSR1 wird aus allen anderen virtuellen Maschinen über den direkten Zugriff mit MSR1:myVar01 erreicht. Ähnlich einfach wurde das Starten von Threads in der eigenen oder in anderen virtuellen Maschinen gestaltet. Integration von Geräten über ASAM GDI Während sich viele andere Integrationskonzepte auf betriebssystemspezifische Methoden ab-stützen (z.B. OPC), wurde für UMAS ein Konzept gewählt, das die Unabhängigkeit vom Betriebssystem in den Vordergrund stellt. Damit stehen die Geräte grundsätzlich für alle virtuellen Maschinen zur Verfügung, unter Windows, Linux oder auch Echtzeitbetriebssystemen. Das Konzept des ASAM GDI sieht vor, die Geräteeinbindung in einen betriebssystemunabhängigen Gerätetreiber (Kodierung der Gerätestruktur und der Kommunikationsprotokolle) und einem betriebssystemabhängigen Plattformadapter (konkreter Datenaustausch mit dem Gerät) zu unterteilen (Bild 3). Gerätetreiber werden also, beim ASAM in C/C++, vom Gerätespezialisten programmiert und der Zugriff auf die Peripherieschnittstelle vom Betriebssystemspezialisten. Ein weiterer Vorgang der Modularisierung, der gerade bei den häufigeren Treiberkonzeptänderungen der Windows-Betriebssysteme (Legacy, WDM, signierte Vista-Treiber) die Entwicklungsarbeiten kanalisiert und eine optimale Aufgabenteilung erlaubt. Von der Programmierung zur Konfiguration Bei MFP sieht man die Ent-wicklung von UMAS als den ersten wichtigen Schritt einer grundsätzlichen Strukturveränderung bei Anwendungsprogrammen. Mit konsequenter Fortsetzung der Modularisierung hin zu beliebig kombinierbaren Anwendungsmodulen wird ein Umstieg von individuell zugeschnittenen auf individuell konfigurierbare Programme erreicht. Die Konfiguration kann aber, im Gegensatz zur Programmierung, wieder dem Anwender zugemutet werden, wodurch sich mit dem Einsatz entsprechender Hilfsmittel für die Konfiguration eine hohe Flexibilität bei Reduktion der Entwicklungskosten ergibt. Derzeit wird bei MEP die klassische SPC-Software (Statistic Process Control) zur Qualitätssicherung neu strukturiert und in ein übergreifendes Konzept eines modularen MES (Manufacturing Execution System) mit Maschinen-, Personal- und Betriebs-datenerfassung eingebunden, das vom Anwender selbst auf seine Randbedingungen zugeschnitten (konfiguriert) werden kann. Ohne UMAS würde eine entsprechende Neugestaltung ein Vielfaches an Zeit und Aufwand mit sich bringen.
Betriebssystemunabhängig und beliebig verteilt: Virtuelle Maschinen für modulare Anwendungen
-
Jetzt auf der Conrad Sourcing Platform verfügbar:
Stromversorgungen ganz fix verdrahtet
Die neuen Proeco2-Stromversorgungen von Weidmüller sind ab sofort über die Conrad Sourcing Platform erhältlich.
-
Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau: Sondereffekte schönen die Bilanz
Nach zwei schwachen Monaten zu Jahresbeginn ist der Auftragseingang im Maschinenbau in Deutschland im März unerwartet stark angestiegen.
-
Hummel: Neuer Vice President für Global Account & Industry Management
Hummel baut die internationale Ausrichtung durch die strategische Neuaufstellung des Bereichs Global Account & Industry Management aus.
-
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse.
-
Harting rechnet mit Umsatzwachstum von mehr als 10%
Aktuell entwickelt sich das Geschäft der Technologiegruppe Harting positiv, das berichtete das Unternehmen auf der diesjährigen Hannover Messe.
-
Anzeige
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt…
-
Modulare Getriebe
Mit den Produktlinien IMS.Eco, IMS.Pro und IMS.Drive bietet IMS Gear Motorenherstellern Zugriff auf…
-
Volker Frey neuer CTO bei IFM
Zum 1. Mai gibt es in der Führungsspitze der IFM-Unternehmensgruppe personelle Veränderungen.
-
Platzsparend positionieren
Der nur 35mm breite und kostengünstige SeGMo-Positionierantrieb GEL 6008 von Lenord+Bauer ermöglicht die…
-
B&R und ABB trauern um CEO
B&R und ABB trauern um Florian Schneeberger, Division President von Machine Automation (B&R),…
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Februar: +1,0% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen…
-
Seit 18 Monaten: Stillstand beim Frauenanteil in den Vorständen
Am 1. März waren die Vorstände der 160 deutschen Börsenunternehmen in DAX, MDAX…
-
UL Solutions zertifiziert Cyberresilienz von Ethercat
Das Gutachten und die Zertifikate von UL Solutions bestätigen nach Prüfung gemäß IEC62443…
-
Physical AI live erleben: Beckhoff auf der HMI 2026
Die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und klassischer Maschinensteuerung als Basis für Physical AI…
-
Ermöglicht zwei Synchronbewegungen
Antriebssystem für Logistik
Das Antriebssystem DualGear von Faulhaber wurde gezielt für Anwendungen in Förderbändern sowie in…
-
Zukunftssichere Maschinenvisualisierung
Webbasiertes HMI
Weidmüller kombiniert die Touchpanelserie U-View Advanced V2 sowie das Web-HMI Procon-Web ES zu…
-
75-jähriges Jubiläum 2026
Wago startet mit Plus und Investitionen ins Jubiläumsjahr
Wago feiert im Jahr 2026 sein 75-jähriges Jubiläum. Auch der Blick auf die…
-
Sick steigert Umsatz um 6,5%
Der Umsatz von Sick im Geschäftsjahr 2025 stieg trotz des herausforderndem Marktumfelds an…
-
Neuwahlen der PNO
Am ersten Tag der Hannovermesse fand die jährliche Mitgliederversammlung der Profibus Nutzerorganisation statt.…
-
Hochsicherer Entwicklungsprozess für Industrieprodukte:
Genua erhält IEC-62443-4-1-Zertifikat
IT-Sicherheitshersteller Genua wurde nach IEC62443-4-1 zertifiziert.
-
Color Camera für hochpräzise RGB-Druckmarkenerkennung
Closed-Loop-Vision für ausschussfreie Druckproduktion
B&R erweitert sein Vision-Portfolio um eine neue Color Camera zur hochpräzisen RGB-Druckmarkenerkennung.
-
Neues Modell von Voltcraft jetzt auf der Conrad Sourcing Platform erhältlich
Wärmebildkamera für präzise Thermografie
Mit der WB-430 erweitert Voltcraft sein Messtechnik-Portfolio um eine Wärmebildkamera für professionelle Prüf-…
-
Middleware zur Anbindung von Maschinen, Anlagen und IT-Systemen
Audit-Trail für regulierte Produktionsumgebungen
Mit Release 4.3 erweitert Kontron AIS seine Middleware FabEagle Connect um neue Funktionen…
-
Neue Steckverbindergröße
Spart bis zu 40% Bauraum
Mit der neuen Baugröße 4 erweitert Harting seine Steckverbinder-Baureihen Han-Eco, Han B und…
-
Akustische Bildgebungskamera Flir Si2-Pro
Akustische Bildgebung zur Leck- und Fehlererkennung
Mit der Si2-Pro erweitert Flir sein Portfolio akustischer Bildgebungskameras für industrielle Diagnoseaufgaben.
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Robuste Connectivity als Rückgrat der hypervernetzten Produktion
Netzwerke für Digitalisierung in rauer Umgebung
-
















